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ThyssenKrupp hält an Transrapid fest


Magnetschwebebahn  

ThyssenKrupp hält an Transrapid fest

28.03.2008, 14:16 Uhr | dpa / AFP / T-Online, t-online.de

Transrapid-Modell in München (Foto:ddp)Transrapid-Modell in München (Foto:ddp) Nach dem Aus für die Magnetschwebebahn Transrapid hat der Industriekonzern ThyssenKrupp Spekulationen um einen Verkauf der Antriebstechnologie nach China zurückgewiesen. "Wir glauben weiter an die Technologie und konzentrieren uns jetzt auf China", sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag in Essen mit Blick auf die geplante Verlängerung der Strecke in Schanghai.

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ThyssenKrupp dementiert Medien-Bericht
Damit reagierte TyssenKrupp auf einen Bericht in der Onlineausgabe der "Welt". Unter Berufung auf Unternehmenskreise hatte die "Welt" berichtet, ThyssenKrupp wolle in den kommenden Wochen Verhandlungen mit der chinesischen Regierung über einen Technologietransfer beginnen. ThyssenKrupp stellt in dem Transrapid-Konsortium mit Siemens das Antriebssystem bereit, an dem die Chinesen nach Angaben von "Welt Online" besonders interessiert sind. Möglich seien sowohl eine Lizenzvergabe, bei der die 220 Arbeitsplätze in Kassel erhalten bleiben könnten, als auch ein vollständiger Verkauf, hieß es in dem Bericht.

Kritik aus eigenen eigenen Reihen an Beckstein
Unterdessen hält die Diskussion über Gründe für das Scheitern des Transrapids weiter an. Der SPD-Fraktionsvize im Bundestag, Klaas Hübner, hielt der bayerischen Landesregierung Versäumnisse vor. "Beckstein und Stoiber haben ungeschickt agiert", sagte Hübner der "Berliner Zeitung". "Die Strategie der Landesregierung, dem Bund immer mehr Kosten aufzuladen, ist nicht aufgegangen." Sogar aus den eigenen Reihen musste Beckstein Vorhaltungen einstecken. "Dem Ministerpräsidenten dürften die neuen Zahlen sehr gelegen gekommen sein. Anders ist die Hals-über-Kopf-Entscheidung nicht erklärbar", sagte der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, der "Süddeutschen Zeitung".

Schwere Vorwürfe gegen die Wirtschaft
Die CSU hält dagegen: Letztlich sei der Transrapid ganz klar ein Projekt des Bundes gewesen, sagte CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer am Freitag dem Radiosender Bayern2. Man könne der CSU keinen Vorwurf machen. Zugleich erhob sie scharfe Vorwürfe gegenüber der Wirtschaft: Die Politik müsse sich auf die Kalkulationen der Industrie, die noch im Herbst viel niedriger lagen, verlassen können, sagte Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) der "Passauer Neuen Presse" (Freitag): "Höchstrangige Wirtschaftsvertreter geben so eine Zusage doch nicht blauäugig ab." CDU-Finanzexperte Steffen Kampeter sagte der "Berliner Zeitung" (Freitag): "Die Industrie wollte offensichtlich kein Leuchtturmprojekt, sondern Kasse machen."

FDP: Transrapid-Scheitern Ausdruck von Technologieskepsis
Die Grünen kritisieren Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). "Tiefensee hat sich viel zu lange von der Industrie und Bayern vorführen lassen", sagte Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn der "Berliner Zeitung". FDP-Chef Guido Westerwelle sieht das Aus für die Magnetschwebebahn in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ/Freitag) als "Ausdruck einer deutschen Krankheit namens Technologieskepsis".

Wollen Sie mehr über die Vorgeschichte und Technik des Transrapids erfahren? Mit einem Doppelklick auf das Wort "Transrapid" öffnet sich ein kleines Fenster. Mit einem Klick auf "Wikipedia" finden Sie weitere Informationen zur Magnetschwebebahn aus der Online-Enzyklopädie.

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