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Bayern will Transrapid-Subventionen behalten


Transrapid  

Bayern will Transrapid-Subventionen behalten

29.03.2008, 18:41 Uhr | dpa / AFP / T-Online, t-online.de

Transrapid-Strecke in München (Foto: ddp) Vor wenigen Tagen scheiterte mit der Transrapid-Strecke in München eines der größten Verkehrsprojekte in der deutschen Geschichte. Grund für das Aus war die Kostenexplosion bei den Baukosten, die zu einem beträchtlichen Teil durch Bundeszuschüsse finanziert werden sollten. Doch trotz des Scheiterns will Bayern die Gelder behalten. Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, beansprucht die Mittel für andere Verkehrsprojekte in Bayern.

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Ramsauer beansprucht Gelder für Münchener Flughafens
Die Gelder sollen nach Ansicht von Peter Ramsauer nicht wieder in den Bundeshaushalt fließen. "Wer glaubt, das Geld könnte jetzt anderweitig verjubelt werden, irrt", sagte Ramsauer der Zeitung "Die Welt". "In München gibt es mit der Anbindung des Flughafens objektiv noch immer ein Verkehrsproblem. Das zu ändern, ist von bundesweitem Interesse. Deshalb muss der Bund nach wie vor finanziell mithelfen."

CSU-Chef Huber bevorzugt "Leuchtturm-Projekte"
Zugleich verweist der CSU-Landesgruppenchef auf den Koalitionsvertrag, nach dem der Bund innovative Projekte finanziell unterstützen wolle. "Dass der Transrapid nicht in München fährt, heißt ja nicht, dass dieses Ziel nicht anderswo umgesetzt wird." Auch CSU-Chef Erwin Huber spricht sich für einen Verbleib der Gelder in Bayern aus: Die Mittel will der CSU-Chef für "Leuchtturm-Projekte" im ganzen Land einsetzen. "Wir werden sicherlich in den nächsten Monaten entsprechende Entscheidungen treffen können", kündigte Huber an.

Kein Verkauf der Transrapid-Technik an China
Landesgruppechef Ramsauer wandte sich auch gegen einen Verkauf der Transrapid-Technologie ins Ausland. "Die Industrie kann sich nicht erst verrechnen und sich dann billig aus dem Staub machen", sagte er. "Sie kann nicht einfach das Know-how, für das sie Steuergelder kassiert hat, zum Schrottpreis verscherbeln. Da hat die Politik ein Wort mitzureden." Der Konzern ThyssenKrupp hatte bereits am Freitag Spekulationen über einen Verkauf der Antriebstechnologie nach China zurückgewiesen.

Beckstein weist Kritik aus eigenen Reihen zurück
Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) wies unterdessen Kritik aus der eigenen Partei am Aus für den Transrapid zurück. So hatte Ramsauer Beckstein eine "Hals-über-Kopf-Entscheidung" vorgehalten. "Peter Ramsauer hat mir keine andere Lösung vorgeschlagen. Es hätte niemand mehr den Umschwung geschafft", sagte Beckstein der "Welt am Sonntag". Nachteile für die CSU fürchte er nicht. "Ich glaube nicht, dass es uns extrem schadet. Zumal es ja Menschen gibt, die das Projekt kritisch gesehen haben."

Transrapid-Konsortium wegen Kostenexplosion in der Kritik
Der Ministerpräsident bekräftigte seine Kritik an den beteiligten Unternehmen: "Dass die Kosten jetzt explodiert sind, ist äußerst unerfreulich. Wenn ich mir ansehe, wer die Realisierungsvereinbarung unterzeichnet hat, dann sind das Manager, die hohe Verantwortung in und für ihre Firmen tragen. Dass sie innerhalb von sechs Monaten ihre Preisangaben fast verdoppeln, enttäuscht mich sehr", sagte Beckstein.

CSU greift Münchener Oberbürgermeister an
Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber griff in der "Passauer Neuen Presse" den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) scharf an. Dieser habe alles getan, um für eine bessere Anbindung des Flughafens die schnellstmögliche Option kaputt zu machen, und damit dem Wirtschaftsraum München schwer geschadet. Eine Alternative sei nicht unter zehn bis 15 Jahren zu realisieren. Huber räumte allerdings auch ein: "Wenn jetzt die Wirtschaft so weit über die Kostenschätzungen hinausgeht, dann ist es in Tat der öffentlichen Hand nicht zuzumuten, dies zu finanzieren."

Wollen Sie mehr über die Vorgeschichte und Technik des Transrapids erfahren? Mit einem Doppelklick auf das Wort "Transrapid" öffnet sich ein kleines Fenster. Mit einem Klick auf "Wikipedia" finden Sie weitere Informationen zur Magnetschwebebahn aus der Online-Enzyklopädie.

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