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Einigung auf Nokia-Sozialplan mit 200 Millionen Euro


Werksschliessung  

Einigung auf Nokia-Sozialplan mit 200 Millionen Euro

08.04.2008, 20:57 Uhr | dpa / T-Online

Bei Nokia in Bochum gehen bald die Lichter aus (Foto: ddp) Für das Bochumer Werk des finnischen Handy-Herstellers Nokia sind Eckpunkte eines Sozialplans vereinbart worden. Vertreter des Unternehmens und der Arbeitnehmer einigten sich auf ein Volumen von 200 Millionen Euro. Die Zukunft des Werks ist damit besiegelt: Es wird am 30. Juni 2008 offiziell geschlossen. Die knapp 2300 Mitarbeiter sollen zum 1. Mai freigestellt werden.

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Rund 80.000 Euro pro Mitarbeiter
Erst vor gut drei Monaten waren die Schließungspläne bekannt geworden. Das Gesamtpaket von 200 Millionen Euro beinhaltet 15 Millionen für eine Transfergesellschaft. Die restlichen 185 Millionen Euro sind für Abfindungen vorgesehen. Im Durchschnitt bekäme jeder Mitarbeiter damit mehr als 80.000 Euro. Die genaue Verteilung muss aber noch geklärt werden. Die jeweiligen Kündigungsfristen sollen mit der Werksschließung beginnen. Sie belaufen sich auf bis zu sieben Monate. Danach gehen die Beschäftigten für maximal zwölf Monate in eine Transfergesellschaft.

IG-Metall lobt Ergebnis
Vertreter von Nokia und von der IG Metall zeigten sich mit dem Ergebnis der Verhandlungen zufrieden. "Die Kuh ist vom Eis", sagte Kleinebrahm vor rund 250 Beschäftigten, die sich vor der Düsseldorfer Deutschlandzentrale des finnischen Handy-Konzerns versammelt hatten. "Wir haben unser Ziel erreicht, eine zufriedenstellende Einigung für unsere Belegschaft herbeizuführen, die sich in die besten bisher getroffenen Vereinbarungen in Deutschland einreiht", sagte die Bochumer Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach. Die besondere Situation von Familien und Schwerbehinderten werde durch zusätzliche Zahlungen berücksichtigt.

Einigung nach sechs Verhandlungsrunden
Zum Durchbruch bei den Verhandlungen um einen Interessenausgleich und einen Sozialplan war es in der sechsten Verhandlungsrunde gekommen. Zuvor hatte das Nokia-Angebot für den Sozialplan noch bei einem Volumen von 70 Millionen Euro gelegen.

Fertigung geht nach Rumänien
Der finnische Handy-Weltmarktführer hatte im Januar angekündigt, die Fertigung aus Bochum ins rumänische Cluj zu verlagern, und damit bei Beschäftigten und in der Politik heftigen Protest und eine Diskussion um Subventionen ausgelöst. Über die Rückforderungen von Subventionen durch die nordrhein-westfälische Landesregierung sei man noch in Verhandlungen, sagte der Aufsichtsratschef von Nokia Deutschland, Veli Sundbäck. Eine Vereinbarung erwarte er aber in einigen Tagen.

300 Jobs könnten übrig bleiben
Zwei Teilbereiche des Werks mit insgesamt 300 Beschäftigten sollen an zwei Firmen verkauft werden. Diese Beschäftigten sollen trotzdem eine Abfindung erhalten. Weitere Investoren werden gesucht. "Wir führen Gespräche mit mehreren Firmen", sagte Arbeitsdirektor Klaus Goll. In den nächsten drei Monaten werde jedoch noch nicht mit einem Ergebnis gerechnet. Die IG Metall-Bevollmächtigte Bochum, Ulrike Kleinebrahm, äußerte sich zuversichtlich, dass möglichst viele Beschäftigte übernommen werden.

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