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Total: Russen fordern 170 Milliarden Dollar vom Ölkonzern


Rechtsstreit  

Russen fordern 170 Milliarden Dollar von Total

10.04.2008, 21:00 Uhr | dpa-AFX / T-Online, t-online.de

Tankstelle von Total (Foto: Imago)Tankstelle von Total (Foto: Imago) Die russischen Regionen Wolgograd und Saratow fordern nach Informationen der Zeitung "Le Figaro" vom französischen Ölkonzern Total bis zu 170 Milliarden US-Dollar (108,1 Milliarden Euro) wegen Vertragsbruchs. Grund der Klage vor einem französischen Gericht ist eine angebliche Vereinbarung des in Total aufgegangenen Ölkonzerns Elf zur Ausbeutung von Ölfeldern.

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Zwielichtige Angelegenheit
Antreiber des Verfahrens soll der 88-jährige Vertragsvermittler André Guelfi sein. Er verlange drei Prozent der Summe, die er mit dem Russischen Olympischen Komitee teilen wolle. Als Kläger treten dabei das Komitee selbst und die durch Guelfi vertretene Gesellschaft Blue Rapid aus Panama auf. Guelfi selbst verlangt dabei 2,5 Milliarden Euro Entschädigung.



Total wehrt sich vehement
Total-Anwalt Emmanuel Rosenfeld bezeichnete die Klage gegenüber der Nachrichtenagentur AFP als "grobe Manipulation". Dahinter stecke offenbar einzig der Geschäftsmann Guelfi, der den Vertrag mit den Russen in den 90er Jahren vermittelt hatte. Laut Guelfis Anwalt stehen dieses Verfahren und die Klage der Regionen in keinem Zusammenhang, auch wenn sie dieselbe Basis haben. Guelfi war 2005 im Berufungsprozess um die Schmiergeldgeschäfte des Ölkonzerns Elf, die zum Teil auch die Leuna-Raffinerie betrafen, zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

In den Wirren von Glasnost und Perestroika
Dem Bericht des „Figaro“ zufolge hatten die Präsidenten François Mitterrand und Boris Jelzin 1992 ein Abkommen geschlossen, das Elf den Zugang zu den Ölfeldern sicherte. Nach russischen Angaben sei 1993 vereinbart worden, dass Elf von 1994 an die Felder 50 Jahre lang ausbeuten könne und die beiden Regionen die Hälfte der Einnahmen erhielten. Im selben Jahr wechselte im Zuge der Elf-Affäre die Konzernführung. Der neue Chef Philippe Jaffré habe das Projekt dann fallengelassen.

Zeuge nahm Geheimnis mit ins Grab
Die Kläger behaupten unter Berufung auf Jaffré, die Verträge seien "einfach vernichtet" worden. Jaffré selbst kann sich dazu jedoch nicht mehr dazu äußern, da er im Jahr 2007 verstorben ist. Der Fall bleibt verworren, wird unter Umständen jedoch verhandelt. Wie "Le Figaro“ berichtet, haben die Justizbehörden in Nanterre bei Paris ein Ermittlungsverfahren eingeleitet – Ausgang offen.

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