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Nahrungsmittel: Rohstoffpreise sorgen weltweit für Konflikte


Ernährung  

Teure Lebensmittel werden weltweit zum Sprengsatz

11.04.2008, 18:50 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Haiti: Unruhen wegen hoher Lebensmittelpreise (Foto: dpa)Haiti: Unruhen wegen hoher Lebensmittelpreise (Foto: dpa) Plünderungen in Haiti, tödliche Schlägereien um Brot in Ägypten, Proteste von Vietnam bis Bolivien: Auf der ganzen Welt werden die explodierenden Preise für Nahrung immer mehr zum sozialen Sprengsatz. Grund: Vor allem die Armen wissen kaum noch, wie sie ihre Familien ernähren sollen. Verzweiflung bricht sich Bahn, die Weltbank spricht inzwischen offen von einer Lebensmittelkrise - und schlägt Alarm. "Es geht nicht nur um eine ausgefallene Mahlzeit oder Unruhen. Es geht auch um den Verzicht auf Bildung für Kinder und Erwachsene, um Verkrüppelung, intellektuell wie auch körperlich", mahnt der Chef der Entwicklungshilfeorganisation in Washington, Robert Zoellick.

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Weizenpreis hat sich mehr als verdoppelt
Aktuelle Daten lassen keinen Zweifel daran, wie brenzlig die Lage ist: Der Preis für Weizen schoss alleine in den vergangenen zwölf Monaten um 120 Prozent in die Höhe. "Die Armen im Jemen geben inzwischen mehr als ein Viertel ihres Einkommens nur für Brot aus", berichtet Zoellick. Ausgaben für Kindernahrung, Gesundheit oder Unterkunft müssen hinten anstehen. In Bangladesch verschlingt ein Zwei-Kilo-Sack Reis mittlerweile fast die Hälfte des täglichen Familieneinkommens. "Weil sie nirgendwo sonst sparen können, bedeutet das - weniger Mahlzeiten", so Zoellick.

Biotreibstoffe spielen beim Hunger eine Rolle
Es ist ein teuflisches Zusammenspiel einer ganzen Reihe von Faktoren, das weltweit Hunger und Gewalt schürt. Ernährungsgewohnheiten in aufstrebenden Ländern wie China sind im Umbruch - immer mehr Menschen können sich Fleisch leisten, was eine größere Nachfrage nach Futtermitteln nach sich zieht. In den reichen Staaten versuchen Regierungen - wie in den USA - die Abhängigkeit vom Öl zu verringern und setzen auf Biotreibstoffe. Ergebnis: Maisernten etwa gehen zum immer größeren Teil in die Produktion von Öko-Sprit ein, und wo einmal Weizen wuchs, pflanzen Bauern profitabel nun an, was sich später in Autotanks füllen lässt.



Jede Menge Übel: Spekulanten, Dürren, Inflation
Damit nicht genug: Spekulanten, die Rohstoffe als gewinnbringende Anlageklasse entdeckt haben, treiben die Preise zusätzlich in die Höhe, genau wie der derzeit schwache US-Dollar und das teure Öl. Und zu allem Überfluss kommen noch ausgedehnte Dürren in wichtigen Produzentenländern wie etwa Australien hinzu. Der rasante Preisanstieg für Rohstoffe und Nahrungsmittel bringt häufig die Zentralbanken in eine Zwickmühle: Eigentlich müssten sie angesichts der Konjunkturflaute vor allem in den Industrieländern die Zinsschraube kräftig lockern, um die Wirtschaft anzuschieben. Aber der steigende Inflationsdruck zwingt sie zur Zurückhaltung.

Weltbank verliert Zeit im Kampf gegen Armut
Die Weltbank befürchtet einen massiven Rückschlag bei ihrer wichtigsten Aufgabe: Dem Kampf gegen die Armut. "Wir schätzen, dass die Auswirkungen dieser Ernährungskrise gleichbedeutend sind mit ungefähr sieben verlorenen Jahren bei unseren Bemühungen, die Armut zu verringern", räumte Zoellick jetzt ein.



Landwirtschaft muss ausgebaut werden
Die Weltgemeinschaft soll jetzt schnell handeln und zusätzliches Geld für die Lebensmittelhilfe spenden. Langfristig, da sind sich die Experten einig, gibt es aber nur ein Mittel, um eklatante Nahrungsmittel-Engpässe wie derzeit gar nicht erst entstehen zu lassen: Der Boden muss mehr hergeben und die Anbauflächen müssen größer werden. Auch hier greift die internationale Hilfe nach Auffassung der Weltbank viel zu kurz. Nur vier Prozent der weltweiten Entwicklungshilfe fließt derzeit nach Angaben der Organisation in die Landwirtschaft.

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