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Seehofer wirft Nahrungsindustrie Erpressung vor


Lebensmittelkrise  

Seehofer wirft Nahrungsindustrie Erpressung vor

21.04.2008, 10:33 Uhr | AFP / dpa / T-Online, AFP, dpa

Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (Foto: ddp) Angesichts der aktuellen Nahrungsmittelkrise hat Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) massive Kritik an der internationalen Nahrungs- und Futtermittelindustrie geübt. "Denen geht es in erster Linie doch um eine Gewinnmaximierung und nicht um die Versorgung der Menschen", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". "Es kann doch nicht sein, dass in den USA im wesentlichen nur noch ein Konzern Saatgut anbietet. Die Landwirte dort werden doch erpresst und die Entwicklungsländer auch."

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Futtermittel-Preise könnten um 600 Prozent steigen
Seehofer sagte wörtlich: "Die großen Konzerne und Finanzanleger beherrschen die Szene und denen muss man in die Parade fahren. Wir brauchen hier keine industrielle, sondern eine bäuerliche Landwirtschaft." Der Minister verwies auf Prognosen, nach denen die Preise für Futtermittel "um 600 Prozent steigen, weil es Futtermittelknappheit gibt. Dahinter steht das Interesse der Konzerne, ihren genveränderten Sojamais zu verkaufen".

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Kürzung von EU-Agrarsubventionen?
Seehofer riet Verbrauchern, ihre Macht zu nutzen. "Generell gibt es im Lebensmittel-Bereich nach wie vor einen sehr scharfen Wettbewerb", sagte er. "Ich gehe daher davon aus, dass sich das Preisniveau bei den Lebensmitteln in absehbarer Zeit wieder einpendeln wird." Das Bundesfinanzministerium fordert einem "Spiegel"-Bericht zufolge angesichts der höheren Nahrungsmittelpreise den Abbau von EU-Agrarsubventionen. Die Direktzahlungen hätten nun ihre Legitimation "vollständig verloren", zitiert das Magazin aus einem Papier von Ministeriumsbeamten. Das Finanzministerium konnte dies nicht bestätigen. Seehofer warnte vor einer Kürzung von Subventionen: "Es nützt nichts, die Starken zu schwächen."

Klimaschutzziele nur mit Bioenergie zu erreichen
Zugleich verteidigte Seehofer die Nutzung von Bioenergie. "Wir haben aus Gründen des Klimaschutzes in Europa eine stärkere Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen beschlossen", sagte er der "BamS". Anders seien die Klimaschutzziele nicht zu erreichen. Der Minister wies darauf hin, dass es weltweit 42 Millionen Quadratkilometer landwirtschaftlicher Nutzfläche gebe. Es würden aber nur 15 Millionen Quadratkilometer tatsächlich genutzt, davon ein Prozent für Biosprit. "Er kann also nicht für die aktuellen Probleme verantwortlich gemacht werden." Seehofer äußerte sich allerdings besorgt über die Vernichtung von Regenwäldern für Biosprit und forderte dazu eine klare eine Regelung der EU.

Grünen-Politikerin fordert mehr Investitionen in Agrarforschung
Die grüne Außenpolitikerin Uschi Eid hat zur Bekämpfung der weltweiten Nahrungsmittelkrise mehr Investitionen in die Agrarforschung gefordert. "Die Forschung über neue Nutzpflanzen, Schädlingsbekämpfung oder effizientere Anbaumethoden ist in vielen Ländern und auch den internationalen Organisationen zurückgefahren worden", sagte Eid. So sei in Westafrika beispielsweise eine neue Reissorte entwickelt worden, die gleichzeitig schadstoffresistent und äußerst proteinreich sei. Dadurch konnten in Guinea laut Eid die Ausgaben für den Reisimport um 13 Millionen US-Dollar gesenkt werden. "Hier gibt es ein riesiges Potenzial", sagte die ehemalige parlamentarische Staatsekretärin im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Wissen der Entwicklungsländer einbinden
Lokales Wissen in den Entwicklungsländern, sei es traditionell oder durch wissenschaftliche Forschung erworben, müsse ernster genommen werden, sagte Eid, die seit 1985 im Bundestag sitzt. Als Beispiel für innovative Ideen für die Erschließung neuer Lebensmittel nannte sie die Nutzung traditioneller Baumfrüchte und Pflanzen, die auch in Salzwasser gedeihen. Hier sei Israel Vorreiter.

Klimawandel und Nahrungsmittel zusammenführen
Dass weltweit die Lebensmittelpreise stiegen, komme nicht unerwartet, kritisierte Eid. Bereits vor anderthalb Jahren habe es erste Berichte gegeben, dass die Preise sich erhöhten. Eid warf der internationalen Politik vor, versagt zu haben. Es sei ein Fehler, die Probleme des Klimawandels und der Lebensmittelkrise isoliert voneinander zu betrachten. "Die Klima- und Ernährungsdebatte zusammenzuführen ist die große Herausforderung der Politik." Als Sofortmaßnahmen nannte Eid neue Ernährungsprogramme für Kleinkinder von armen Familien, insbesondere in den städtischen Ballungszentren.

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