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ProSiebenSat.1 schwächelt im 1.Quartal


Medien-Unternehmen  

ProSieben mit schwachem ersten Quartal - Aktie stürzt

25.04.2008, 17:50 Uhr | dpa-AFX / T-Online, t-online.de

Im 1.Quartal schwächelt die ProSiebenSat.1 Media (Foto: ddp) Deutschlands größter Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 Media hat mit der Nachricht von einem schwachen ersten Quartal die Märkte geschockt. Sinkende Werbeeinnahmen und schwache Quoten auf dem Heimatmarkt ließen das operative Ergebnis um ein Viertel einbrechen, wie ProSiebenSat.1 am späten Donnerstagabend mitteilte. Auch der Umsatz ging zurück. Wenig Hoffnung machte der Konzern für das laufende Quartal und rechnet erst in der zweiten Jahreshälfte wieder mit einer Aufhellung. Die Börse reagierte auf die Nachricht mit massiven Verkäufen der ProSieben-Aktie. Zeitweise verlor der MDAX-Wert fast 30 Prozent.

Personelle Konsequenzen angekündigt
"Wir hatten im deutschen TV-Markt ein schwieriges erstes Quartal aufgrund der Einführung eines neuen Werbezeiten-Verkaufsmodells und der Auswirkungen der Quotenschwäche von Sat.1 im Jahr 2007", sagte Vorstandschef Guillaume de Posch und kündigte weitere Maßnahmen an. Um 70 Millionen Euro will der Konzern-Chef die Kosten drücken und vor allem bei den Vertriebs- und Verwaltungskosten sparen. Ob es zu einem Stellenabbau kommt, wollte de Posch nicht ausschließen. "Wir werden bemüht sein, den Schaden zu limitieren", sagte er während einer Telefonkonferenz. Als erste Konsequenz trennt sich ProSiebenSat.1 von seinem Marketing- und Vertriebsvorstand Peter Christmann. Der Vorstand wird Ende Juni das Unternehmen verlassen. Im Januar hatte bereits Finanzvorstand Lothar Lanz überraschend seinen Rücktritt angekündigt.



Free-TV-Geschäft schwach
Das erste Quartal wurde besonders durch das Geschäft mit dem freiempfangbaren Fernsehen beeinflusst. In Deutschland ging der Umsatz des Free-TV um 4,9 Prozent auf 417,1 Millionen Euro zurück und das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (recurring EBITDA) um 18,4 Prozent auf 57,6 Millionen Euro. Auch im Segment Diversifikation lief es nicht rund. Zwar konnte die Sparte beim Umsatz zulegen, aber geringere Call-TV-Erlöse bei 9Live in Deutschland sowie höhere Kosten für den Ausbau des Bezahlfernsehens und Video-on-Demand lasteten auf dem Ergebnis.

In die roten Zahlen gerutscht
Konzernweit sank so das vergleichbare EBITDA um 25 Prozent auf 88,5 Millionen Euro. Vor Steuern rutschte ProSiebenSat.1 in die roten Zahlen und verbuchte einen Verlust von 8,5 Millionen Euro nach einem Plus von 41,7 Millionen im Jahr zuvor. Der Umsatz ging um 2 Prozent auf 729 Millionen Euro zurück. Mit veranschlagt wurde in den vorläufigen Zahlen die im vergangenen Jahr übernommene Sendergruppe SBS.

Börsianer extrem enttäuscht
"Das sind nicht die Nachrichten, die Aktionäre hören wollen", kommentierte ein Börsianer das Zahlenwerk. Auch die Commerzbank bezeichnete das Quartal in einer ersten Einschätzung als "enttäuschend". Frank Neumann vom Bankhaus Lampe bezweifelte, dass sich das Sparprogramm langfristig positiv auf den Wert der Gesellschaft auswirken wird: "Nach Jahren der Kosteneinsparungen, die die Gesellschaft bereits hinter sich hat, ist unseres Erachtens gerade in der Verwaltung sowie im Vertrieb kaum noch Luft für Einsparungen vorhanden."

Unsicherheiten auch im zweiten Quartal
ProSiebenSat.1 hatte im vergangenen Jahr auf Druck des Kartellamtes seinen Werbeverkauf umstellen müssen und war von den Wettbewerbshütern zur Zahlung einer Kartellstrafe in Höhe von 120 Millionen Euro verdonnert worden. Die Unsicherheiten wegen des neuen Werbezeiten-Verkaufsmodells sollen dem Konzern zufolge auch noch im zweiten Quartal anhalten und für einen rückläufigen Umsatz sorgen. Im zweiten Halbjahr will der Konzern dann aber wieder Marktanteile zurückgewinnen. Auf Gesamtjahressicht rechnet ProSieben.Sat 1 mit einem höheren Ergebnis als im Vorjahr.

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