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"Das ist einen Schweinerei"


Privatisierung  

"Das ist einen Schweinerei"

15.05.2008, 13:20 Uhr | dpa

Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn AG Norbert Hansen (Foto: dpa)Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn AG Norbert Hansen (Foto: dpa)Die Bahn will laut "Bild am Sonntag" bis zu 30 regionale Tochtergesell- schaften gründen, um damit rund 9000 Beschäftigten auszugliedern. Betraut mit dieser Aufgabe wurde der ehemalige Chef der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, der in seiner neuen Position als Arbeitsdirektor der Bahn nun bereits heftige Kritik einstecken muss.

Umstrukturierung bereits seit Februar geplant
Die Pläne zur Auslagerung habe der Vorstand des Konzerns bereits Mitte Februar beschlossen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf interne Unterlagen der Bahn. Vorbild für die Ausgründungen soll demnach die Regionalgesellschaft "DB Heidekraut GmbH" sein, die nicht unter den Tarifvertrag fällt und mit der der Konzern die Ausschreibung für den Regionalexpress zwischen Aachen und Siegen gewann. Die Gewerkschaft Verdi fürchtet "Lohndrückerei" in den neuen Gesellschaften. SPD-Politiker und Gewerkschafter kochen vor Wut.

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"Das ist eine Schweinerei"
Ver.di-Bundesfachgruppenleiter Stefan Heimlich sagte der Zeitung: "Das ist eine Schweinerei, wenn ein öffentliches Unternehmen Wettbewerb ausschließlich über die Lohnkosten austragen will. Ich warne die Bahn ausdrücklich davor, diesen Weg zu gehen." Ver.di habe die Erfahrung machen müssen, dass DB-Regionaltöchter wie die Heidekrautbahn zum Zweck der Lohndrückerei gegründet würden. Auch die GDL kritisiert die Pläne von Norbert Hansen aufs Schärfste: "Wer als Arbeitnehmervertreter das Feld bestellt, um als Arbeitgebervertreter die Ernte einzufahren, der verdient nicht das Vertrauen seiner Mitglieder", sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky.



Hansen versucht die Gemüter zu beruhigen
Hansen erklärte gegenüber "Bild am Sonntag", im gültigen Tarifvertrag sei vereinbart, dass die Bahn keine Auslagerungen mit dem Ziel der Tarifflucht betreiben dürfe. "Es wird unter meiner Verantwortung keine Tarifflucht geben", erklärte Hansen. Bei der vergangenen Aufsichtsratssitzung habe er die Zusage erhalten, "dass in den neuen Tochtergesellschaften keine Tarif- und Arbeitsbedingungen eingeführt werden ohne das Einvernehmen mit den Tarifpartnern und Betriebsräten". Dazu sagte Heimlich, "tarifliche Zusagen der DB sind nicht immer besonders viel wert".

Den eigenen Karriereweg gepflastert?
Norbert Hansen war vergangene Woche von der Spitze der Transnet zurück getreten, um die Position als Arbeitsdirektor bei der Deutschen Bahn AG anzunehmen. Nun werden Vorwürfe laut, nach denen sich Hansen bereits in den vergangenen Jahre nur für die Teilprivatisierung der Bahn eingesetzt habe, um die eigene Karriere voran zu treiben. Hansen selber wies diese Vorwürfe als "aberwitzig" zurück.

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