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Türkei: Wasser statt Raki


Türkei: Wasser statt Raki

19.05.2008, 18:31 Uhr | Financial Times Deutschland , t-online.de

Gute Fonds-Aussichten am Bosporus? (Foto: dpa)Gute Fonds-Aussichten am Bosporus? (Foto: dpa) Seit Jahresbeginn ist die Türkei vor allem durch zahlreiche schlechte Nachrichten in die Schlagzeilen geraten: Da ist zum einen die Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung im Nordirak, da sind die Massenproteste gegen die Aufhebung des Kopftuchverbots an den Universitäten oder das Verbotsverfahren gegen die regierende Partei AKP, der der Generalstaatsanwalt "Aktivitäten gegen den säkularen Staat" vorwirft. Und als wären die innenpolitischen Querelen nicht schon schlimm genug, hat das Land auch noch mit den Folgen der weltweiten Finanzkrise zu kämpfen.

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Schwache Produkte aus der Türkei
Die schlechte Stimmungslage hat sich am Aktienmarkt entladen. Die türkischen Börsenindizes brachen von Januar bis März um rund 30 Prozent ein. Für Anleger aus dem Euro-Raum kam es noch bitterer: Durch den Wertverlust der türkischen Lira erhöhten sich ihre Verluste noch auf weit über 40 Prozent. Als die Fondsratingagentur Lipper jüngst die größten Wertvernichter unter den deutschen Fonds im ersten Quartal 2008 herausfilterte, fanden sich unter den zehn schwächsten Produkten acht mit dem Anlageschwerpunkt Türkei. Das bislang schlechte Börsenjahr verhagelte die Bilanz. Die hohen zweistelligen Renditen, welche die Produkte noch Ende 2007 auswiesen, schrumpften erheblich zusammen. Über einen Zeitraum von drei Jahren erzielten die Fonds jährlich zwischen 6 und 8,5 Prozent - da wären selbst Geldanlagen in Europa lukrativer gewesen.

Großteil des Aktienkapitals kommt aus dem Ausland
Auch wenn der Markt im April ein wenig zur Ruhe gekommen ist, sind Investitionen in der Türkei Anlegern mit schwachen Nerven nicht zu empfehlen. Denn der Markt geht so schnell und heftig auf und ab wie kaum ein zweiter in der Welt. Manfred Zourek, Manager des ESPA-Stock-Istanbul-Fonds der österreichischen Gesellschaft Sparinvest, ist über die enormen Ausschläge nicht verwundert: "Die Türkei ist weltweit als sehr liquider Schwellenländermarkt bekannt", sagt der Marktkenner. "Dadurch fließt immer wieder viel spekulatives Kapital in die Region und wird ebenso schnell wieder abgezogen." Rund 70 Prozent des Aktienkapitals an der türkischen Leitbörse kommen aus dem Ausland.



Unsicherheit über politische Zukunft belastet Aktienmarkt
Seit sich neben der Aktienbörse noch ein veritabler Terminmarkt entwickelt hat, ist das Interesse von Spekulanten weiter gestiegen. Und diese haben im März in kurzer Folge Hunderte Millionen Euro abgezogen, sodass Türkeifonds innerhalb weniger Wochen durchweg ein Viertel ihres Vermögens verloren. "Das größte Problem für den türkischen Aktienmarkt ist das laufende Verbotsverfahren gegen die regierende Partei AKP", sagt Alexander Gerz von der Ceros Vermögensverwaltung. Und die Unsicherheit über die politische Zukunft des Landes könne noch bis Ende des Jahres anhalten, warnt er.

"Damoklesschwert über dem Markt"
Davon geht auch ESPA-Manager Zourek aus: "Die politische Diskussion wird in den kommenden sechs bis zwölf Monaten als Damoklesschwert über dem Markt hängen." An der Börse sei das Thema nach den enormen Rückschlägen im Frühjahr zwar weitgehend "eingepreist". Zu den stärksten Märkten werde die Türkei unter diesen Voraussetzungen aber in der Zwischenzeit kaum zählen.

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Gute Einstiegskurse
Wer darauf baut, dass es nun wieder aufwärtsgeht, kann sich indes über äußerst gute Einstiegskurse freuen. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGVs) der türkischen Standardwerte liegen derzeit bei unter acht. Selbst Dax-Werte sind mit einem KGV von durchschnittlich elf höher bewertet. Und das, obwohl die türkische Wirtschaft weitaus schneller wächst.

Türkei bleibt als Markt interessant
Das macht den Markt auch mittelfristig als Beimischung für Aktienportfolios attraktiv. "Fundamental bleibt die Türkei über die kommenden Jahre oder gar Jahrzehnte interessant", sagt Zourek. Das Land wachse regelmäßig um zwei bis drei Prozentpunkte schneller als Europa. Seit 2002 verbucht die Türkei ein Wirtschaftswachstum von 5,8 bis 8,9 Prozent pro Jahr. Solche Zahlen wären in Westeuropa undenkbar. "Das Wachstum steigert die Unternehmensgewinne und die Kaufkraft der Bevölkerung", sagt Zourek.



Günstige Bevölkerungsstruktur sorgt für Optimismus
Grund für den ungebrochenen Optimismus ist vor allem die günstige Bevölkerungsstruktur der Türkei. Der Anteil junger Menschen ist besonders hoch, und sie gelten als besonders konsumfreudig. Anleger haben deshalb Grund zu der Annahme, dass die Zeit des starken Wirtschaftswachstums noch nicht zu Ende ist - und die Gewinne der Unternehmen weiter zulegen.

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