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Russen interessieren sich für Infineon


Chiphersteller  

Russen interessieren sich für Infineon

15.05.2008, 14:54 Uhr | dpa / T-Online

Infineon (Foto: dpa)Infineon (Foto: dpa) Es wäre eine Sensation. Der russische Mischkonzern Sistema hat offenbar Interesse an dem krisengeschüttelten Chiphersteller Infineon. "Für uns ist Infineon ein sehr interessantes Ziel - vor allem der Bereich Forschung und Entwicklung", sagte Sistema-Chef Alexander Gontscharuk dem "Handelsblatt". Hier seien die Münchner hervorragend. Infineon steht derzeit vor der Neuausrichtung durch die Trennung von der DRAM-Sparte.

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Größter russischer Mischkonzern
Sistema ist dem Bericht zufolge der größte Mischkonzern in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Der politisch gut verdrahtete Mehrheitsaktionär Wladimir Jewtuschenko zähle zu den reichsten Russen. Anders als die meisten russischen Großkonzerne verdiene das in London und Moskau gelistete Unternehmen sein Geld - im vergangenen Jahr bei 13 Milliarden Dollar Umsatz ein Reingewinn von 1,5 Milliarden Dollar - nicht mit Rohstoffen, sondern mit Telekommunikation, HighTech und im Dienstleistungssektor.

Schlechter Zeitpunkt?
Eine Beteiligung eines russischen Investors an einem DAX-Konzern hat es noch nicht gegeben. Jedoch versuchte Sistema schon einmal in Deutschland Fuß zu fassen: Der Versuch bei der Deutschen Telekom einzusteigen scheiterte aber an politischen Widerständen. Auch im Fall von Infineon sieht Gontscharuk politische Hürden: Der Konzern sei "ein Flaggschiff der deutschen Industrie", es gehe daher nicht nur "um das Geschäft". Für den Kauf nur eines Teiles des Konzerns sieht er derzeit wenig Möglichkeiten. Eine vollständige Übernahme macht in seinen Augen keinen Sinn: Mit Blick auf den Kostennachteil einer Produktion in Westeuropa und den Konkurrenzdruck aus Asien sei "der Zeitpunkt nicht gut".

Infineon-Aufsichtsrat bereits kontaktiert
Spekulationen zu Folge hat Sistema dem Bericht nach aber bereits den Infineon-Aufsichtsrat kontaktiert. Nach Einschätzung von Moskauer Analysten verfüge der Konzern auch über die nötigen finanziellen Mittel um eine größere Übernahme im Ausland zu stemmen. CEO Gontscharuk weist konkrete Schritte aber weit von sich: "Wir sind nicht aktiv, wir beobachten, wie sich die Situation bei Infineon entwickelt".

Tritt Infineon-Chef zurück?
Bei Infineon rumort es im Gebälk. Der Chef des Halbleiter-Konzerns, Wolfgang Ziebart, steht nach einem Pressebericht kurz vor dem Rücktritt. Grund sei das Zerwürfnis zwischen Ziebart und dem Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley, schrieb die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Konzernmanager. Die Infineon-Spitze streitet derzeit Über die strategische Neuausrichtung des Konzerns. Ein Infineon-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Fusionsdruck nimmt zu
Wenn Ziebart gehe, werde eine Fusion zwischen Infineon und einem anderen Chipkonzern wahrscheinlicher, schrieb die Zeitung weiter. Kley habe bereits Gespräche mit dem Besitzer des niederländischen Wettbewerbers NXP aufgenommen, dem Finanzinvestor KKR. Ziebart gilt als Kritiker des Vorhabens. Im vergangenen Herbst hatte der Infineon-Chef eine Fusion als "sinnlos" bezeichnet. Die europäischen Hersteller NXP, ST Microelectronics und Infineon hätten viel zu wenig Berührungspunkte. Nach Informationen aus Branchenkreisen gab es im vergangenen Jahr zwar Kontakte zwischen NXP und Infineon, damals seien aber eher die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit als einer Fusion ausgelotet worden.

Infineon in der Krise
Infineon steckt derzeit in einer schweren Krise und steht vor der strategischen Neuausrichtung. Unter anderem will das Münchner Unternehmen sich von seiner verlustreichen Speicherchip-Tochter Qimonda trennen. Allein im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bescherte Qimonda dem Gesamtkonzern einen Verlust von rund 1,4 Milliarden Euro. Durch die Abspaltung der Speicherchip-Tochter könnte Infineon für Investoren interessanter werden.

Aktie steigt wieder
Auch an der Börse scheint ein Zusammenschluss oder eine Übernahme denkbar. Seit dem Rekordtief bei 4,20 Euro Ende März 2008 haben Infineon-Aktien auf nun fast 7 Euro zugelegt - gut 60 Prozent Kursgewinn in knapp zwei Monaten.

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