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Abgeltungsteuer: Vor- und Nachteile von Dachfonds


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Abgeltungsteuer: Vor- und Nachteile von Dachfonds

18.02.2010, 14:43 Uhr | dpa/tmn /t-online.de, t-online.de

Kalkulation (Bild: Archiv)Kalkulation (Bild: Archiv) Wenn es nach der Finanzbranche geht, beginnt 2009 für Wertpapier-Anleger ein Zeitalter des Grauens. Anders als bisher hält der Fiskus im Zuge der neuen Abgeltungsteuer immer dann die Hand auf, wenn Kunden ihr Depot umschichten und dabei Kursgewinne einstreichen. Steuerfrei und flexibel bleibe aber, wer noch in diesem Jahr in Dachfonds und ähnliche Produkte investiert - damit werben die Anbieter derzeit. Denn Fonds, die ein breites Anlagespektrum haben, also ähnlich wie eine Vermögensverwaltung arbeiten, eignen sich deshalb besonders für Langfrist-Investments - z.B. zur Altersvorsorge.

Einmal kaufen - bis zur Rente halten

Dachfonds bieten nach Ansicht von Fachleuten unter der Herrschaft der neuen Abgeltungsteuer einige Vorteile. Das ist vor allem beim Kauf vor Ende 2008 der Fall. Der Anleger kann die Dachfonds praktisch bis zum Rentenalter halten. Die Veräußerungsgewinne sind nach geltendem Recht dann steuerfrei.

Abgeltungsteuer reduziert Gewinne

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, sich jetzt über seine Anlagestrategie Gedanken zu machen. Wer vom kommenden Jahr an Aktien oder Fonds kauft und wieder verkauft, muss ein Viertel der Einnahmen an das Finanzamt zahlen. "Das ist ein herber Einschnitt für Sparer, die mit Aktienfonds eine Altersvorsorge aufbauen möchten", sagt Finanzexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Bisher waren Kursgewinne steuerfrei, wenn Anleger ihre Wertpapiere mindestens zwölf Monate behalten haben. Diese Regelung gilt auch noch für Aktien oder Fonds, die bis Ende des Jahres gekauft werden.



Verbraucherschützer kritisieren Dachfonds

Das ist eine Vorlage für Banken und Broker, ihre Kunden zur Eile zu drängen. Sie werben daher gezielt für Dachfonds. Das sind Produkte, die wiederum in einzelne Aktien- oder Rentenfonds investieren - manchmal mischen sie auch mehrere Fondskategorien. Das Besondere daran ist, dass der Fiskus dabei leer ausgeht. Denn wann und wie oft der Dachfonds-Manager die Pferde wechselt, wird nicht von der Steuer erfasst. Dennoch stehen die Fonds bei Verbraucherschützern nicht hoch im Kurs, fallen für Dachfonds doch recht hohe Gebühren an.

Hohe jährliche Gebühren

"Die Konzepte sind überteuert", findet Nauhauser. Auswahl und Kauf von Wertpapieren verursachen Mühe und Kosten - und bei Dachfonds ist das gleich auf mehreren Ebenen der Fall. Denn vergütet wird nicht nur das Management und die Verwaltung des Dachfonds, sondern auch auf der Ebene der einzelnen Unterfonds. Das schlägt sich in den jährlichen Gebühren nieder. "In ungünstigen Fällen gehen bei Dachfonds jährlich drei Prozent ab."

Einzelfonds oft günstiger

Das klingt nicht nach viel, macht sich aber langfristig bemerkbar. Das Sparen mit einzelnen Aktienfonds kann um einiges günstiger sein. "Wegen der höheren Kosten ist es für einen Dachfonds schwieriger, einen Einzelfonds mit vergleichbarem Schwerpunkt zu schlagen", sagt Simon Nöth, Fondsanalyst der Ratingagentur Morningstar in München. Auch mit der Flexibilität der Dachfonds sei es nicht so weit her, wie oft behauptet wird. "Das Argument ist Augenwischerei. Schließlich entscheidet das Fondsmanagement, was es auswählt. Darauf haben Kunden keinerlei Einfluss", sagt Karin Baur, Fondsexpertin bei der Stiftung Warentest in Berlin.
Zudem neigen große Muttergesellschaften von Dachfonds dazu, überwiegend Fonds aus dem eigenen Haus zu kaufen. "Und keine Fondsgesellschaft hat nur gute Produkte", lautet die Erfahrung von Simon Nöth.

Gute Fonds, schlechte Fonds

Außerdem ist nicht garantiert, dass der Dachfonds-Manager auch immer die richtigen Fonds zum richtigen Zeitpunkt kauft oder verkauft. "Letztlich verlässt sich der Anleger bei einem Dachfonds auf die Güte eines einzigen Produkts", sagt Baur. Wie bei anderen Fondskonzepten gebe es auch bei Dachfonds über- und unterdurchschnittlich abschneidende Produkte. Einen Anlass, Dachfonds pauschal zu verdammen, gebe es deshalb nicht. "Wenn sie etwas leisten, dürfen sie auch etwas kosten." Dennoch sollten Sparer genau vergleichen, ob sie nicht mit einzelnen Fonds besser fahren.

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Steuerargument allein ist schlechter Ratgeber bei Fondsauswahl

Eine miese Geldanlage in Kauf zu nehmen, nur um dem Finanzamt ein Schnippchen zu schlagen, sei keine gute Idee. "Das Steuerargument allein ist ein schlechter Ratgeber bei der Fondsauswahl. Der Erfolg der Anlagestrategie ist wichtiger", sagt auch Simon Nöth. Anleger sollten daher auch künftig ihr Fondsdepot einmal im Jahr überprüfen, rät Baur. Und Produkte, die vergleichsweise schlecht abgeschnitten haben, werden halt ausgetauscht.



Greife lieber zu ETFs

Wer häufige Depotchecks scheut, sein Geld aber langfristig kostengünstig anlegen möchte, greift am besten zu börsengehandelten Indexfonds. Sie bilden laut Nauhauser einen Index ab und kosten daher weniger als ein Produkt, bei dem ein Manager aktiv Wertpapiere auswählt. Und wer vom Dachfonds-Konzept überzeugt ist, kann laut Nöth mittlerweile sogar beides verbinden: Denn es gibt bereits eine kleine, aber wachsende Zahl von Produkten, die in ETFs investieren.

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