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Letzte Schicht im Bochumer Werk


Nokia  

Letzte Schicht im Bochumer Werk

16.05.2008, 19:17 Uhr | dpa/ T-Online

Tränen vor dem Nokia-Werk in Bochum. (Foto: dpa)Tränen vor dem Nokia-Werk in Bochum. (Foto: dpa) Bochums Nokia-Beschäftigte haben den weltweit beachteten Kampf um ihre Jobs endgültig verloren. Die Mehrzahl der 2300 Mitarbeiter in der Ruhrgebietsstadt durchquerte am Freitag zum letzten Mal das Werkstor. "Im Januar ist das Werk gestorben, und heute war die Beerdigung", sagte die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach mit Tränen in den Augen. Die meisten Angestellten erhielten ein Freistellungsschreiben. Eine offizielle Verabschiedung oder etwas ähnliches habe es nicht gegeben. Allerdings hätten sich viele der bisher in Teams zusammen arbeitenden Mitarbeiter noch auf einen Kaffee zusammen gesetzt, bevor sie ihren bisherigen Arbeitsplatz endgültig verließen. Nokia verlagert die Handy- Produktion aus Kostengründen nach Komárom (Ungarn) und in ein neu errichtetes Werk in Cluj (Rumänien).

Chronologie - Vier Monate vergeblicher Kampf

Heftige Proteste zu Beginn des Jahres
Der Handy-Hersteller hatte Mitte Januar angekündigt, sein Bochumer Werk zu schließen und die Produktion nach Rumänien zu verlagern. Daraufhin war es zu bundesweiten Protesten gekommen. Angeführt von der IG Metall gingen in Bochum tausende Menschen auf die Straße. Das Land Nordrhein-Westfalen forderte außerdem von Nokia Subventionen zurück. Alle Versuche, die Produktion doch noch in NRW zu halten, blieben aber erfolglos. Am Ende der Verhandlungen sagte Nokia für einen Sozialplan 200 Millionen Euro zu, von denen 185 Millionen Euro auf Abfindungen und andere Kosten sowie 15 Millionen Euro auf eine Transfergesellschaft entfallen.

Produktion war schon früher eingestellt worden
Wie die Nokia-Sprecherin weiter sagte, wird ein Teil der bisherigen Beschäftigten noch bis zur endgültigen Schließung des Werks am 30. Juni zur Abwicklung gebraucht. Die Produktion ruht demnach bereits seit Mittwoch. Eine genaue Zahl der vorläufig weiter Beschäftigten konnte die Sprecherin nicht nennen. Diese könne sich in den kommenden Wochen auch täglich verändern: Falls jemand einen anderen Job finde, könne er von einem auf den anderen Tag gehen.



Hoffnung für Ex-Nokia-Mitarbeiter?
Bei einer Betriebsversammlung soll am 8. Juni die Transfergesellschaft für die Beschäftigten vorgestellt werden. "Das darf keine Gesellschaft sein, die nur wartet und nichts tut", sagte Achenbach, "neben der Suche nach Investoren für das Werksgelände sollen die Kollegen für neue Jobs weitergebildet werden." Laut Betriebsrat Frank Schubert haben bisher rund 120 Mitarbeiter neue Jobs gefunden, unter ihnen vor allem besser bezahlte Spezialisten.

Offizielles Aus im Juni
Am 15. Januar war das Aus für das Werk bekanntgeworden. Im April hatten sich der Betriebsrat und das Nokia-Management auf einen Sozialplan geeinigt, der unter anderem Abfindungen über 185 Millionen Euro beinhaltet. Der offizielle Schließungstermin für das Werk ist der 30. Juni.

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