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Gazprom sieht Ölpreis bald bei 250 Dollar


Neuer Preisschock  

Gazprom sieht Ölpreis bald bei 250 Dollar

10.06.2008, 20:25 Uhr | dpa-AFX / t-online - sky, t-online.de

Gazprom-Chef Alexei Miller (Foto: dpa)Gazprom-Chef Alexei Miller (Foto: dpa) Autofahrer müssen sich wohl auf weitere Preisschocks an der Tankstelle einstellen: Der russische Öl- und Gaskonzern Gazprom erwartet in naher Zukunft einen Ölpreis von 250 Dollar je Barrel (159 Liter). Das wäre fast eine Verdoppelung des aktuellen Preises. Die jüngsten Schwankungen beim Ölpreis seien durchaus teilweise auf Spekulationen zurückzuführen, erklärte Konzernchef Alexei Miller, der sich am Dienstag auf einer Messe im französischen Badeort Deauville befand. Allerdings definierten diese Finanzgeschäfte nicht den darunter liegenden Trend - die Preise würden sich auf einem “radikal neuen Niveau“ einpendeln, erklärte Miller. Der hohe Ölpreis dürfte dem russischen Öl- und Gaskonzern bei seiner Expansion durchaus gelegen kommen: Gazprom will zum größten Unternehmen der Welt aufsteigen.

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Bald größter Konzern der Welt

Gazprom wolle innerhalb der nächsten sieben bis zehn Jahre zum Konzern Nummer eins auf dem Globus werden, sagte Miller bei der Vorstellung der Firmenstrategie auf einer Messe. Die Marktkapitalisierung solle in diesem Zeitraum eine Billion US-Dollar erreichen – das sind derzeit rund 645 Milliarden Euro. Damit müsste sich der Aktienkurs mehr als verdoppeln, denn bisher rangiert Gazprom mit einer Marktkapitalisierung von 345,6 Milliarden Dollar oder 223 Millionen Euro auf Rang drei nach den beiden Ölkonzernen Exxon Mobil und PetroChina.

Neue Vorkommen im Visier

Gazprom wolle in Zukunft seine Produktionskapazitäten ausbauen, um die steigende Nachfrage zu bedienen, sagte Miller weiter. Vor allem die Förderung in bislang unerschlossenen Regionen wie etwa im östlichen Teil von Sibirien solle forciert werden. Bis Ende 2008 will Gazprom rund 30 Milliarden Dollar investieren, diese Summe soll bis 2010 weiter ansteigen. Die Ölförderung werde von momentan 80 Millionen Tonnen bis 2020 auf 100 Millionen Tonnen steigen, kündigte der Gazprom-Chef weiter an. Gazprom übernahm im Sommer 2005 den russischen Ölkonzern Sibneft vom Oligarchen Roman Abramowitsch; diese Firma firmiert jetzt als Gazpromneft und hat ihren Firmensitz in Sankt Petersburg.

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Bekenntnis zu Europa

Wichtigster Markt für Gazprom bleibe Europa, erläuterte Miller. Aber auch das Geschäft in Asien und in den USA solle vorangetrieben werden. Im Bezug auf Europa sagte der Gazprom-Chef, die Gesellschaft könne Nordeuropa inklusive Belgien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien jährlich mit 550 Milliarden Kubikmeter Gas versorgen. Der Konzern bereitet derzeit den Bau einer Gaspipeline auf dem Grund der Ostsee vor. Diese Leitung namens North-Stream soll von der nordwestlichen russischen Region Leningrad bis nach Greifswald reichen. Partner dieses Projekts sind BASF/Wintershall, E.ON und die niederländische Gasunie.

Expansion in Südeuropa

Seit die Nachfrage nach Gas in Europa so schnell wachse, sei die eigene South-Stream-Pipeline keine Bedrohung mehr für die Nabucco-Pipeline, durch die die EU mit Gas vom Kaspischen Meer unter Umgehung Russlands versorgt werden soll. Gazprom will gemeinsam mit dem italienischen Energieversorger Eni bis zum Jahr 2013 eine neue Pipeline zwischen Russland und Italien in Betrieb nehmen. Diese South-Stream-Leitung soll von Russland durch das Schwarze Meer nach Bulgarien und weiter in zwei Strängen nach Süd- und Norditalien führen. An dem Projekt könnten auch Slowenien und Österreich teilnehmen, sagte Miller. Österreich und Slowenien hatten zunächst befürchtet, dass die Pipeline vor ihrer Staatsgrenze abbiegen könnte.

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