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Kampf ums Internet: Yahoo bricht Gespräche mit Microsoft ab


Übernahme-Kampf  

Yahoo bricht Gespräche mit Microsoft ab

13.06.2008, 12:23 Uhr | dpa-AFX / T-Online, t-online.de

Fusion gescheitert: Yahoo-Aktie stürzt ab. (Foto: imago)Fusion gescheitert: Yahoo-Aktie stürzt ab. (Foto: imago) Der Internetkonzern Yahoo wird vom Softwarekonzern Microsoft weder übernommen, noch verkauft er sein Suchmaschinen-Geschäft. Stattdessen wurde eine Partnerschaft im Werbegeschäft mit Google vereinbart. Die Gespräche zwischen dem Internetkonzern Yahoo und dem Software-Riesen Microsoft über mögliche Transaktionen seien beendet, teilte Yahoo mit. Microsoft erklärte nur wenig später in einer Mitteilung, dass eine als Alternative zu einer Übernahme diskutierte Transaktionen den Yahoo-Aktionären mehr als 33 US-Dollar je Anteilsschein gebracht hätte. Diese Summe hatte Microsoft bei ihrem Übernahmeangebot zuletzt je Yahoo-Aktie zahlen wollen. Die von Microsoft nicht weiter erläuterte Alternative könne aber weiterhin diskutiert werden. Yahoo-Aktien brachen am Donnerstag ein, Microsoft legten dagegen zu.

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Partnerschaft mit Google geplant

Nach etlichen Treffen von Firmenvertretern beider Seiten habe sich ergeben, dass Microsoft kein weiteres Interesse an einer Gesamtübernahme habe. Gegen einen Verkauf des Suchmaschinen-Geschäfts habe sich der Yahoo-Verwaltungsrat ausgesprochen, weil dieser Bereich für die Zukunft des Unternehmens von entscheidender Bedeutung sei. Ein Verkauf sei daher nicht im Sinne der Aktionäre, hieß es in der Yahoo-Mitteilung weiter. Einem Pressebericht zufolge steht statt dessen die Ankündigung einer Partnerschaft mit Google bevor.



Kartellamt muss prüfen

Zunächst muss die Partnerschaft jedoch kartellrechtlich geprüft werden, daher wollen Yahoo und Google dreieinhalb Monate mit dem offiziellen Start ihrer Zusammenarbeit warten. Kartellrechtliche Bedenken bestehen, da Yahoo und Google mit mehr als 50 Prozent Marktanteil die Großverdiener auf dem weltweiten Online-Werbemarkt sind. Der Markt hatte 2007 ein Volumen von rund 40 Milliarden Dollar und dürfte nach Schätzungen bis 2010 auf 75 Milliarden anwachsen. Bereits heute laufen über beide Suchmaschinen 75 Prozent der Online-Recherchen. Google beherrscht den Online-Werbemarkt, gefolgt von Yahoo und Microsoft.

Yahoo will Icahn-Angriff abwehren

Google-Chef Eric Schmidt erklärte am Donnerstag, die Unternehmensallianz werde dazu beitragen, die Dynamik und der Wettbewerb auf dem Online-Werbemarkt zu wahren. Yahoo hofft, mit der Partnerschaft weitere Vorstöße des US-Milliardärs Carl Icahn zum Verkauf des Unternehmens an Microsoft zu verhindern.

Unterbrecher 70-Tage

Yahoo bittet Aktionäre um Unterstützung

Erst am vergangenen Montag hatte Yahoo seine Aktionäre in einem Schreiben zur Hauptversammlung um Unterstützung gebeten. In dem Brief rief das Unternehmen die Anteilseigner dazu auf, den bisherigen Aufsichtsrat wieder zu wählen und damit die von Multimilliardär und Yahoo-Großaktionär Carl Icahn aufgestellten Kandidaten abzulehnen. Die Wahl des Aufsichtsrats bei der Hauptversammlung am 1. August sei die entscheidendste für die Aktionäre in der Geschichte des Unternehmens.

Icahn strebt Verkauf von Yahoo an

In der Woche zuvor hatte sich der streitbare Icahn zu Wort gemeldet und angekündigt, er werde den Verwaltungsrat auffordern, das Unternehmen freiwillig an Microsoft zu verkaufen, sollte er die Kontrolle bei Yahoo übernehmen. Er hatte dem aktuellen Yahoo-Verwaltungsratschef Roy Bostock einen Preis von 34,375 Dollar je Aktie als angemessen vorgeschlagen. Bei dem im Mai abgeblasenen Übernahmeangriff von Microsoft hatte der Softwarekonzern zum Schluss 33 Dollar je Aktie geboten. Yahoo hatte dem Windows-Konzern zufolge mindestens 37 Dollar gefordert.


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