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Deutsche Banken drohen MasterCard


Abrechnungsgebühren  

Deutsche Banken drohen MasterCard

16.06.2008, 13:44 Uhr | Financial Times Deutschland / T-Online, t-online.de

MasterCard hatte sich der EU gebeugt. (Foto: imago)MasterCard hatte sich der EU gebeugt. (Foto: imago) Um einer Kartellstrafe der EU zu entgehen, hat der Kreditkartenanbieter seine Interbankenentgelte inzwischen ausgesetzt. Doch die Institute fürchten um ihre Einnahmen - und könnten ihre Dienste ganz einstellen.

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Deutsche Banken verlangen weiterhin Gebühren

Nach der Aussetzung wettbewerbsrechtlich umstrittener Gebühren durch MasterCard verlangen die deutschen Banken von der Kreditkartenorganisation weiter eine Bezahlung ihrer Dienstleistungen. Es geht dabei um grenzüberschreitende EC-Karten-Zahlungen unter dem Maestro-Logo.



Banken drohen mit Einstellung ihrer Dienste

Anderenfalls droht der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) MasterCard in einem Schreiben damit, dass die Banken ihre Dienste einstellen. Dies erfuhr die "Financial Times Deutschland" (FTD) aus Bankenkreisen. Ohne ausreichende Kompensation würden sie weder die Kartenzahlungen autorisieren noch die Zahlungsgarantie für Transaktionen mit Karte und Pin übernehmen, wie sie dies derzeit tun. Leidtragende wären Verbraucher und Handel, wenn die Karten nicht genutzt werden können.

Geldinstitute fürchten um ihre Gebühren

Die Banken reagieren auf die Entscheidung MasterCards, vorübergehend auf die multilateralen Interbankenentgelte (Interchange-Fees) für grenzüberschreitende Zahlungen zu verzichten. MasterCard will mit dem Schritt Kartellstrafen der EU-Kommission entgehen, die Verhandlungen mit den Wettbewerbshütern aber fortsetzen. Die Banken fürchten nun um ihre Gebühren.

Unterschiedliche Gebühren bei Kreditkartenzahlungen

Multilaterale Interchange-Gebühren fließen bei grenzüberschreitenden Zahlungen zwischen den Banken der Einzelhändler, die Kartenzahlungen annehmen, und den kartenausgebenden Instituten. Sie werden umsatzabhängig oder pauschal erhoben, teilweise auch als eine Mischung aus beidem. Visa verlangt bei grenzüberschreitenden Zahlungen 0,7 Prozent der Transaktionssumme. MasterCard berechnet für Kreditkartenzahlungen 0,8 bis 1,2 Prozent.

Unterbrecher 70-Tage

Umstrittene Gebührenpraxis

Die Kommission hatte im Dezember 2007 entschieden, dass MasterCard gegen Wettbewerbsrecht verstößt, und eine Frist bis zum 21. Juni gesetzt, ein neues Gebührenmodell vorzustellen. Dies betrifft Zahlungen mit MasterCard-Kreditkarten und Debitkarten mit dem Maestro-Logo sowie nationale Zahlungen in acht Mitgliedsstaaten. MasterCard hat dagegen vor dem Europäischen Gerichtshof geklagt. Hätte MasterCard die Gebühren über den 21. Juni hinaus verlangt, hätten tägliche Geldbußen von 3,5 Prozent des weltweiten Tagesumsatzes gedroht.

Alternative Vorschläge für EU nicht ausreichend

Nach Angaben aus EU-Kreisen hat MasterCard der Kommission erst vor zwei Wochen eine Reihe alternativer Vorschläge für modifizierte Gebührensätze präsentiert. "Keiner davon aber war aus Sicht der Kommission gerechtfertigt", hieß es aus Kreisen der Behörde. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes unterstrich, dass sie nicht von MasterCard verlangt habe, die Gebühren auszusetzen. Das neue Entgeltmodell müsse aber effiziente Zahlungen und Vorteile für Handel und Verbraucher bringen.

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Eurocommerce: ein Cent pro Transaktion

Auf Visa hat der Schritt MasterCards zunächst keine Auswirkungen. Europachef Peter Ayliffe setzt in Brüssel auf eine Verhandlungslösung. Er argumentiert, Interchange-Gebühren seien gerechtfertigt, um Investitionen in neue Kartendienste und die Zahlungssicherheit zu finanzieren. "Der Satz von 0,7 Prozent ist verhandelbar", sagte er. Die europäische Vereinigung der Groß- und Einzelhändler Eurocommerce wirbt für eine pauschale Gebühr von ein Cent pro Transaktion. "Das lässt den Banken noch eine auskömmliche Gewinnmarge", sagte Generalsekretär Xavier Durieu.

Kartellbehörden beobachten Ausgang

Eine Verhandlungslösung hätte Signalwirkung für den gesamten Kartenmarkt in Europa. Die nationalen Kartellbehörden in Deutschland, Ungarn, Polen und Portugal haben die Interchange-Gebühr im Visier, warten aber die Entscheidungen in Brüssel ab.

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