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Ölförderung: Heißer Streit um den Ölpreis


Ölpreis  

Heißer Streit um den Ölpreis

19.06.2008, 20:12 Uhr | dpa / t-online.de, t-online.de

Russland schmiedet Bündnis mit der OPEC. (Foto: Imago)Russland schmiedet Bündnis mit der OPEC. (Foto: Imago) Saudi-Arabien hat für diesen Sonntag alle zum Krisengipfel nach Dschidda eingeladen, die im internationalen Ölgeschäft die Strippen ziehen: Staatschefs, Minister, Konzernvorstände, Investmentbanker und nicht zuletzt die Vertreter der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Gemeinsam will man die Schuldigen für den scheinbar unaufhaltsamen Anstieg des Ölpreises auf dem Weltmarkt finden und möglichst auch noch Wege aus der Krise aufzeigen.

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Keine Erhöhung der Förderung

Doch schon bevor in der schwülheißen Hafenstadt der erste Gipfelteilnehmer aus seiner klimatisierten Limousine gestiegen ist, um in dem herunter gekühlten Konferenzsaal Platz zu nehmen, steht für die arabischen Öl-Experten fest: Weitere Produktionssteigerungen, wie sie neulich von Saudi-Arabien gegenüber UN-Generalsekretär Ban Ki-moon angekündigt worden waren, sind nicht zu erwarten.



Beschwichtigungsversuche

Nach Einschätzung arabischer Öl-Experten wird es bei dem Treffen vor allem darum gehen, beschwichtigende Reden zu halten, um die Spekulationsblase vielleicht doch noch zum Platzen zu bringen. «Wir schließen eine Produktionssteigerung momentan aus, weil das Angebot derzeit um 500.000 Barrel pro Tag größer ist als die Nachfrage», erklärt der amtierende Präsident der OPEC, Algeriens Energieminister Schakib Chalil. Die OPEC werde über ihre Förderquoten nicht in Dschidda, sondern erst wieder bei der nächsten regulären Konferenz am 9. September entscheiden.

Öldurst in Indien und China

"Wenn es einen tatsächlichen Mangel geben würde, dann wären wir auch bereit, die Produktion zu steigern, aber momentan übersteigt das Angebot sogar die Nachfrage", erklärt der Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bei der OPEC, Ali al-Jabhuni. Im Laufe der kommenden zehn Jahre werde sich dies aber sicher ändern, räumt er ein, auch aufgrund der steigenden Nachfrage aus Ländern wie Indien und China. Wegen dieser Prognose und schrumpfender Ölreserven setzen inzwischen auch große Öl-Nationen wie Katar und die Emirate auf den massiven Ausbau ihrer Gasförderung und auf erneuerbare Energien.

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Spekulanten sollen Schuld haben

"Betrachtet man die Marktdaten und die Produktionskosten, so müsste der Ölpreis derzeit eigentlich zwischen 60 und 80 Dollar liegen", erklärt Ramzi Salman, ein Berater des Energieministeriums von Katar. Der rasante Anstieg der vergangenen Monate sei in erster Linie das Ergebnis von "Zockern" aus dem Investment-Sektor, die auf noch höhere Preise spekulierten. Alleine in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien mit Öl-Termingeschäften rund 70 Milliarden US- Dollar (rund 45 Mrd Euro) umgesetzt worden.

Hoher Preis sorgt für sozialen Sprengstoff


Zwar spült der Preisanstieg nicht nur erfolgreichen Spekulanten sondern auch den Konzernen und Export-Nationen viel Geld in die Kassen. Doch Saudi-Arabien und auch andere OPEC-Staaten können sich an dem Petrodollarsegen, den ihnen der Anstieg auf zeitweise fast 140 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) beschert, nicht wirklich erfreuen. Schließlich führen die aus dem Preisanstieg resultierenden höheren Kosten für andere energieintensive Wirtschaftssektoren zusammen mit dem schwachen US-Dollar auch in ihren Ländern zu einer Inflation, die für sozialen Sprengstoff sorgt. Die Dollar-Schwäche trifft die Golfstaaten gleich zweifach, denn erstens wird ihnen Öl in Dollar bezahlt und zweitens sind ihre eigenen Währungen an den Dollar gekoppelt.

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