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Rohöl: Saudi-Arabien erlöst eine Milliarde Dollar täglich


Sprudelnde Ölmilliarden  

Saudi-Arabien erlöst eine Milliarde Dollar täglich

22.06.2008, 13:51 Uhr | AFP / t-online.de, t-online.de

Während die Bürger in den Industrieländern unter dem explodierenden Ölpreis ächzen, stehen die arabischen Golfstaaten vor schwierigen Entscheidungen bei der Verwendung der Ölmilliarden. Die Einnahmezuwächse der sechs Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrates (GCC) haben zu einer hemmungslosen Ausgabenfreude der Regierungen geführt. Doch obwohl die Scheichs nun anders als beim Ölboom in den 70er Jahren in sinnvolle Infrastrukturprojekte investieren, hat die Spendierlaune eine Kehrseite: Die Ausgaben heizen die Inflation an, die in den Ölförderländern Saudi-Arabien, Emirate, Katar und Kuwait inzwischen zweistellige Werte erreicht.

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350 Milliarden Dollar Öleinnahmen

Zusammen mit Oman und Bahrain bilden diese Länder den GCC und haben nach verschiedenen Schätzungen im vergangenen Jahr Öleinnahmen von 350 Milliarden Dollar verzeichnet. Wenn der seither massiv gestiegene Ölpreis sich weiter in der Umgebung von 140 Dollar pro Barrel (159 Liter) bewegt, dürften die Einnahmen in diesem Jahr eine halbe Billion Dollar übersteigen. "Wir schätzen, dass Saudi-Arabien täglich eine Milliarde Dollar verdient, solange der Ölpreis für Light Sweet Crude über 115 Dollar pro Barrel liegt", erklärt die saudische Firma Saudi Dschadwa Investment.



Ökonom: Einnahmen werden sinnvoll investiert

"Die Öleinnahmen der GCC-Staaten sind beispiellos - genau wie der Anstieg der staatlichen Ausgaben, die sich in den vergangenen fünf bis sechs Jahren verdoppelt haben", sagt der saudische Ökonom Abdulwahab Abu Dahesch. Anders als in der 70er Jahren werde aber diesmal sinnvoll investiert, fügt der Experte hinzu. "Die staatlichen Ausgaben konzentrieren sich auf riesige Infrastrukturprojekte in der Öl- und petrochemischen Industrie, Häfen, Eisenbahnen etcetera", sagt Abu Dahesch.

Auslandsvermögen steigt und steigt

Was nicht ausgegeben wird, legen die Golfstaaten an, meist im Ausland. Saudi-Arabien wird Dschadwa Investment zufolge bis Ende des Jahres über 475 Milliarden Dollar Vermögen im Ausland verfügen. Die sechs Golfstaaten zusammen verfügten bereits Ende 2007 gemeinsam über 1,8 acht Billionen Dollar Auslandsvermögen, wie das Internationale Finanzinstitut (IIF), ein weltweiter Bankenverband schätzt. In diesem Jahr dürfte diese Zahl zwei Billionen überschreiten.

Unterbrecher 70-Tage

Gigantische Projekte entstehen

Die sprudelnden Öleinnahmen haben die Golfstaaten zu Entwicklungsprojekten im Umfang von Dutzenden Milliarden Dollar in den Bereichen Energie, Immobilien, Industrie und Tourismus angespornt. Neben gigantischen Energieprojekten stampft Saudi-Arabien sechs "Wirtschaftsstädte" für mehr als 100 Milliarden Dollar aus dem Wüstenboden. Auch die Emirate, Katar und Kuwait investieren in Riesenprojekte. Das IIF erwartet Investitionen in Höhe von einer Billion Dollar in den GCC-Staaten in den kommenden Jahren.

Ausgaben heizen Inflation an

"Die steigenden Ausgaben haben einen raschen Anstieg der Inflation angeheizt, aber im Widerspruch zu ökonomischen Theorien bleibt die Arbeitslosigkeit der Bürger hoch, da die meisten Jobs an ausländische Arbeitskräfte vergeben werden", stellt Abu Dahesch fest. "Die Inflation frisst die Einkommen der Menschen auf, die realen Einkommen sind gesunken." Um die Auswirkung der Inflation abzufedern, haben die meisten Länder die Gehälter ihrer eigenen Bürger angehoben, manche auch für die ausländischen Angestellten.

Schwacher Dollar und hohe Inflation bedrohen Wirtschaftsboom
Doch die Inflation bleibt bedenklich, 10,6 Prozent gibt Saudi-Arabien an, Kuwait nennt 10,14 Prozent, die VAE 11,1 Prozent. In Katar wird die Teuerungsrate auf mehr als 13 Prozent geschätzt. Der schwache Dollar, an den bis auf Kuwait alle GCC-Staaten ihre Währungen gekoppelt haben, und die Inflation bedrohten den Wirtschaftsboom in den Golfstaaten, fürchtet das IIF. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ruft diese Länder auf, ihre öffentlichen Ausgaben im Zaum zu halten. Das Geld sei besser in langfristigen Projekten oder Kapitalinvestitionen angelegt, rät IWF-Nahost- und Zentralasiendirektor Mohsen Khan.

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