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Nahrungsmittelkrise: Biosprit ist angeblich laut Weltbank die Ursache


Biosprit  

Geheimstudie sieht Biosprit als Preistreiber

04.07.2008, 15:35 Uhr | oca / bv, dpa, t-online.de

Raps: Biodiesel schuld an hohen Agrarpreisen? (Foto: imago)Raps: Biodiesel schuld an hohen Agrarpreisen? (Foto: imago) In einer angeblich geheimen Studie der Weltbank wird nach britischen Medienangaben die massenweise Erzeugung von Biokraftstoff maßgeblich für das Ansteigen der Nahrungsmittelpreise verantwortlich gemacht. Bis zu 75 Prozent der Preissteigerungen seien danach auf den Verbrauch von Agrarprodukten und -flächen für die Herstellung von sogenanntem Biodiesel zurückzuführen, berichtete die Zeitung "The Guardian".

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Weltbank wollte Bush-Regierung nicht brüskieren

Der bereits im April fertig gestellte Weltbank-Bericht werde nach Überzeugung von Entwicklungshilfe-Experten unter Verschluss gehalten, um die Regierung von US-Präsident George W. Bush nicht zu brüskieren. Die Einschätzungen der Weltbank-Studie stünden im Gegensatz zu Behauptungen der US-Regierung, wonach die Erzeugung pflanzlicher Kraftstoffe lediglich zu weniger als drei Prozent an den Agrarpreissteigerungen beteiligt sei.

Studie könnte Regierungen unter Druck setzen

Die neuen Erkenntnisse würden Regierungen in den USA und Europa unter Druck setzen, die eine verstärkte Biokraftstoff-Verwendung zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen sowie der Abhängigkeit vom Erdöl befürworten, meint die Zeitung. Die Agrarpreissteigerungen gehören zu den Themen des G8-Gipfels in der kommenden Woche in Japan. Befürworter eines weltweiten Moratoriums für die Erzeugung pflanzlicher Kraftstoffe könnten sich auf die Weltbank-Studie berufen, die dem "Guardian" nach eigenen Angaben vorliegt.

Widerspruch zur Schwellenländer-These

Darin werde der Position widersprochen, wonach das Steigen der Nahrungsmittelpreise auf die höhere Nachfrage in Ländern wie China und Indien zurückzuführen sei. In der Studie werde dazu festgestellt: "Eine erhebliche Steigerung des Einkommens in Entwicklungsländern hat nicht zu einer großen Erhöhung des weltweiten Verbrauchs von Getreide geführt und ist kein wichtiger Faktor für die starken Preissteigerungen."

Unterbrecher 70-Tage

Wer gewinnt bei "Tank gegen Teller"?

Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit - das sind die wachsenden Felder für Biosprit für den indischen Finanzminister Palaniappan Chidambaram. Wenn die Bauern weltweit mehr Raps, Mais oder andere Pflanzen für Biokraftstoffe anbauen, geht Fläche für den Anbau von Nahrungsmitteln verloren und die Preise steigen. Der Wettstreit "Tank gegen Teller" ist nicht der einzige Grund, weshalb Biosprit zunehmend ins Kreuzfeuer gerät. Dem Klimaschutz zuliebe soll die Beimischung von Biosprit in Benzin und Diesel EU-weit gesteigert werden - bis 2020 auf zehn Prozent. Das alarmiert Umweltschützer, denn der Import von Palmöl aus dem Ausland kann Regenwald gefährden.

Stillgelegte Flächen könnten reaktiviert werden

In Deutschland werden auf 17 Prozent der Ackerfläche nachwachsende Rohstoffe angebaut - Tendenz steigend. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner sieht die Nahrungsmittelproduktion in Deutschland nicht in Gefahr. Er kritisierte schon vor einiger Zeit: "Wir dürfen nicht vergessen, dass auch viele Flächen brach liegen" und nannte Afrika, Ukraine und Russland als Beispiele. In der EU gibt es derzeit keine Pflicht zur Flächenstilllegung und damit auch keine Prämien. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) setzt für Deutschland auf Biosprit mit Augenmaß und sagt: "Das Hauptziel der Politik ist, dass wir eine sichere, hochwertige und bezahlbare Nahrungsmittelversorgung in unserem Land sicherstellen." Doch er weiß auch: Das gilt nur für Deutschland.

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