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Klima-Auflagen für Fluggesellschaften beschlossen


Emissionshandel  

Klima-Auflagen für Fluggesellschaften beschlossen

10.07.2008, 14:25 Uhr | oca, AFP, t-online.de

Airlines die sich an Auflagen halten werden belohnt. (Bild: Imago)Airlines die sich an Auflagen halten werden belohnt. (Bild: Imago) Lufthansa, KLM-Air France, Ryanair und andere Luftfahrtgesellschaften werden künftig beim Klimaschutz stärker in die Pflicht genommen. Das Europaparlament billigte abschließend einen Kompromiss, der die Einbeziehung der Airlines in den Emissionshandel ab 2012 vorsieht. Demnach sollen die Fluggesellschaften 85 Prozent der Verschmutzungsrechte zugeteilt bekommen. Den Rest müssen sie bei Versteigerungen erwerben. Umweltkommissar Stavros Dimas sprach von einem "ganz wichtigen Signal". Die EU-Kommission werde sich nun für ein internationales Abkommen einsetzen. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen kritisierte den europäischen Alleingang.

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Effizientere Maschinen werden belohnt

Ab 2012 werden Emissionsrechte für 97 Prozent der CO2-Menge ausgegeben, die zwischen 2004 und 2006 von den Fluggesellschaften ausgestoßen wurde. Ab 2013 wird die Obergrenze auf 95 Prozent reduziert. Damit werden erstmals für den Flugverkehr Obergrenzen festgelegt, wie sie schon seit drei Jahren für die Industrie gelten. Besonders umweltfreundliche Luftlinien könnten von dem Handel profitieren, sagte der EU-Parlamentarier Peter Liese (CDU). Wer hingegen die Auflagen nicht erfülle, müsse Emissionszertifikate dazukaufen. Vergeben werden die Zertifikate Liese zufolge an die Airlines gemäß ihrem Passagier- und Frachtaufkommen. Die Auflagen gelten auch für Luftlinien aus Drittländern wie die USA, deren Flugzeuge in der EU landen und starten.

Einigung mit den USA ohne Bush einfacher

Der Luftverkehr steht nach Berechnungen der EU-Kommission für rund drei Prozent der Treibhausgase - bei stark steigender Tendenz: Seit 1990 hätten sich die CO2-Emissionen durch Flugzeuge mehr als verdoppelt, betonte Liese. Zwei Drittel dieses Ausstoßes stammten aus Interkontinental-Flügen. Der nun erreichte Kompromiss sei daher "überfällig" gewesen. Warnungen vor einem Handelskrieg mit den USA wies Liese als übertrieben zurück. Nach Ende der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush werde es einfacher sein, mit Washington eine Einigung zu erzielen.

Airlines warnen vor Milliardenbelastung

Die Vereinigung der Europäischen Fluglinien (AEA) der Unternehmen wie British Airways, KLM-Air-France und die Lufthansa angehören, hatte die Pläne bereits Ende Juni kritisiert. Dies werde die europäische Luftfahrt mit 4,8 Milliadren Euro pro Jahr belasten, warnte AEA-Sprecherin Françoise Humbert. Die Gewinne hätten sich im vergangenen Jahr hingegen nur auf 3,7 Milliarden Euro belaufen und das laufende Jahr sei wegen der explodierenden Kerosinpreise "sehr schwierig".

Unterbrecher 70-Tage

Flüge werden teurer

Letztlich dürften die zusätzlichen Kosten auf die Fluggäste abgewälzt werden: Ein Ticket von Frankfurt nach Mallorca wird sich nach Lieses Berechnungen um gut sechs Euro verteuern. Bei Langstreckenflügen könnte der Aufschlag rund 40 Euro betragen. Die Einnahmen sollen zweckgebunden für den Klimaschutz verwendet werden - etwa den Ausbau umweltfreundlicher öffentlicher Verkehrsmittel oder den Kampf gegen die Abholzung in der Dritten Welt.

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