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Erderwärmung: Energiebedarf für Kälte verschärft Klimawandel


Klima  

Bedarf nach Kälte verschärft Klima- und Energieproblem

10.07.2008, 19:12 Uhr | oca, dpa, t-online.de

Energiebedarf für Kälte seit 1998 um 100 Prozent gestiegen.  (Foto: Imago)Energiebedarf für Kälte seit 1998 um 100 Prozent gestiegen. (Foto: Imago) Die Erde wird wärmer. Die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland vervierfacht; 25 Grad werden doppelt so oft erreicht. Steigende Temperaturen erfordern mehr Kühlung für Nahrungsmittel, Büros und Rechenzentren. 14 Prozent des deutschen Energieverbrauchs werden schon heute für Kälte benötigt - auch um den Klimawandel herunterzukühlen. Seit 1998 ist der Energiebedarf für Kälte um 100 Prozent gestiegen. Der so verursachte Energiehunger lässt wiederum den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 in die Höhe schnellen. Ein Teufelskreis: Die Erderwärmung wird angeheizt.

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Mega-Energiebedarf allein für Hamburg

In Hamburg hat sich seit kurzem ein Netzwerk aus Politik und Wirtschaft zusammengefunden, das Kälteeffizienz durchsetzen will. 1,8 Terawattstunden Strom werden allein in der Hansestadt pro Jahr zum Kühlen gebraucht - dafür müsste ein Atomkraftwerk zweieinhalb Monate ununterbrochen laufen. Während die Diskussion um Biosprit voll im Gange ist und sich die G8-Staatenlenker im japanischen Toyako auf CO2-Einsparziele von 50 Prozent bis 2050 verständigten, gibt es nach Meinung des Hamburger Umweltstaatsrats Christian Maaß (Grüne) zu wenig Einsparversuche bei der Kältetechnik. "Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und der Notwendigkeit des Klimaschutzes müssen wir hier dringend handeln." Ende Juni wurde vom Haushaltsausschuss des Bundestages als erster Schritt eine neue Förderrichtlinie verabschiedet, um Anreize zu geben, zur Kühlung neueste Technologien zu nutzen.



Nahrungsmittel größter Energiefresser

Während Heizkosten dank des Temperaturanstiegs zurückgehen können, erwarten Experten, dass Kältetechnik bald schon weit mehr als 20 Prozent des deutschen Stroms auffressen wird. Dabei entfallen derzeit nach einer Analyse des Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Vereins (DKV) 67 Prozent der Kälteenergie auf die Kühlung von Nahrungsmitteln, 22 Prozent auf die Klimatisierung von Wohnungen, Büroräumen und Computeranlagen und neun Prozent auf Industriekälte, wie zum Beispiel für Verflüssigungen.

Neue Technologien für Effizienz erforderlich

"Nicht die Klimaanlagen in Büros sind die größten Verbraucher, sondern die Kühlanlagen in der Nahrungsmittelindustrie und den fast 50.000 Rechenzentren in Deutschland", sagt Jörn Schwarz, Vorstand des Kompetenzzentrums Energieeffizienz Kälte- und Klimatechnik (kekk). "irgendwann stellt sich die Frage, ob wir mit derartig hohem energetischen Aufwand überall und ständig mit Informationen aus dem Internet versorgt werden müssen." Jedes Jahr steige derzeit die Anzahl der Rechenzentren um 45 Prozent. Um den Verbrauch von Kälte- und Klimaanlagen zu senken, seien oft nur eine modernere Temperaturregelung und effizientere Technologien erforderlich.

Kühlen doppelt so teuer wie heizen

In einer Fleischerei in Brandenburg, wo 3600 Tonnen Fleisch pro Jahr verarbeitet werden, wurde unter Mitarbeit von kekk die mehrere Jahrzehnte alte Kühlanlage modernisiert. Der Elektroenergieverbrauch sank von einer Millionen Kilowattstunden auf 400.000 - eine Ersparnis von 60 Prozent. Mehr Effizienz könnte in Zukunft deshalb nicht nur das Klima schonen, sondern dürfte sich zum wichtigen Kostenfaktor entwickeln - Kühlen ist ungefähr doppelt so teuer wie Heizen.

Unterbrecher 70-Tage

Ingenieurgesellschaft: Bedarf nach Kälte wird zunehmen

"Ohne große Anstrengungen für mehr Kälteeffizienz sind die Klimaziele der Bundesregierung, die eine Reduzierung der Emissionen bis 2020 um 40 Prozent vorsehen, nicht zu erreichen", sagt Jörg Probst von der Essener Ingenieurgesellschaft Gertec. "Der Bedarf nach Kälte wird auch am Arbeitsplatz noch weiter zunehmen." Analysen hätten ergeben, dass ein Unternehmen mit einer Fläche von 1000 Quadratmetern und 100 Mitarbeitern infolge der zunehmenden Hitze im Sommer 250.000 Euro pro Jahr verliert, weil die Angestellten weniger leisten können.

Besser Kühlen mit innovativer-Technik

Probst kann ein ganzes Bündel an Möglichkeiten nennen, um im Büro oder daheim mehr Kälteeffizienz zu erreichen. Seine Zauberwort lauten "intelligente Baustoffe" und "intelligente Architektur". Zum Beispiel Glasfassaden mit Lamellen abdecken. Oder unterschiedliche Fassaden wählen: Geschlossene zur Seite, wo die Sonne untergeht, offene Seiten dorthin, wo die Sonne aufgeht. Und er preist die Renaissance eines alten Stoffes. "Lehmputze können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und damit wunderbar kühlen." Gut sei auch Wasserkühlung. Per Brunnen kann kaltes Grundwasser in Häuser gepumpt werden, das Wasser läuft durch Rohre, die in den Betondecken versenkt sind und sorgt für natürliche Kühlung - ohne ein Gramm Kohlendioxid auszustoßen.


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