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Deutsche Wirtschaft umwirbt Irak


Ölboom  

Deutsche Industrie setzt auf den Irak

23.07.2008, 15:47 Uhr | sky, t-online.de

Deutsche Technik im Irak gefragt (Foto: Wintershall)Deutsche Technik im Irak gefragt (Foto: Wintershall) Im Windschatten des erwarteten irakischen Ölbooms setzt die deutsche Wirtschaft auf neue Impulse. Vor allem der Maschinenbau, aber auch Chemie- und Energiekonzerne erhoffen sich in Zukunft eine Menge Großaufträge. Deutschland und Irak waren lange Jahre gute Handelspartner - in den 80er Jahren belief sich das Handelsvolumen auf jährlich rund vier Milliarden Euro. 2007 betrug der Wert der deutschen Exporte in den Irak nur noch 319 Millionen Euro.

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Deutsche Wirtschaft umwirbt Irak

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfing am Dienstagmittag den irakischen Ministerpräsident Nuri al-Maliki im Kanzleramt in Berlin mit militärischen Ehren. Deutsche Unternehmer trafen sich ferner mit dem irakischen Regierungschef zum Essen, vor einiger Zeit besuchte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) Bagdad: Deutschland entdeckt den Irak als wichtigen Geschäftspartner ganz neu. Merkel ließ erklären, dass sie ein besonderes Interesse am Ausbau der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern hat. Und Eckart von Unger, Leiter der Afrika- und Nahost-Abteilung beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), sagte dem “Handelsblatt“, die deutsche Wirtschaft wolle in nächster Zeit “wieder an alte Zeiten anknüpfen, als das Irak-Geschäft vier Milliarden Euro ausmachte“.

Maschinenbau erhofft sich Aufträge

Der Irak verfügt über enorme Öl- und Gasreserven. Das Land steht vor der Verabschiedung des nationalen Ölgesetzes, mit dem die Bodenschätze zwischen den Regionen und der Zentralregierung verteilt und letztlich die Energieressourcen erschlossen werden sollen. Aktuell wächst das Interesse der deutschen Unternehmen an dem rohstoffreichen vorderasiatischen Land wieder - nicht zuletzt, weil im Zuge des Wiederaufbaus dort Maschinenbau und Industrieanlagen gefragt sind, Branchen also, in denen deutsche Fertigung internationales Ansehen genießt. Aber nur wenige Firmen sind tatsächlich schon aktiv geworden.

.Nachholbedarf im bilateralen Handel (Grafik: dpa)Nachholbedarf im bilateralen Handel (Grafik: dpa)

BASF-Tochter will Öl fördern

Wintershall, Tochter des Chemiekonzerns BASF, gehört dazu: Das Unternehmen will künftig im Irak Öl fördern. Nach Worten eines BDI-Sprechers lässt sich aber nicht genau beziffern, wie viele deutsche Unternehmen derzeit im Irak tätig sind. Drei große Hindernisse stehen den Unternehmern derzeit im Weg - die marode Infrastruktur, die Korruption und vor allem die massiven Sicherheitsrisiken. Die Risiken, Deutsche zur Arbeit in den Irak zu entsenden, seien noch immer sehr hoch, sagte Axel Nitschke vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag der “Passauer Neuen Presse“.

Deutsche Wirtschaft sondiert Terrain

Die Regierungen beider Länder machen sich unterdessen dafür stark, die Handelsbeziehungen wieder in Schwung zu bringen. Vor wenigen Wochen kam in Berlin erstmals seit 1987 die deutsch-irakische Wirtschaftskommission wieder zusammen - unter den Fittichen Glos' und des irakischen Industrieministers Fausi el Hariri. Mitte Juli reiste Glos dann in Begleitung einer deutschen Wirtschaftsdelegation in den Irak. Es war der erste Besuch eines deutschen Regierungsmitglieds in dem Land seit dem Einmarsch der US-Truppen 2003.

Bagdad drängt Berlin

Bagdad macht jetzt Druck auf Berlin, endlich die offizielle Warnung vor Reisen in den Irak abzuschaffen. “Das behindert die wirtschaftliche Entwicklung, die Bundesregierung sollte die deutschen Unternehmen selbst entscheiden lassen, ob sie in den Irak kommen“, kritisierte Hariri im Juni. Letztendlich führe dies nur dazu, dass den deutschen Unternehmen Aufträge in einem Land entgingen, in dem deutsche Produkte einen guten Ruf hätten - und die Iraker dann stattdessen bei der chinesischen, koreanischen oder osteuropäischen Konkurrenz kauften.

Fokus auf den sicheren Regionen

Die Unternehmen sollten zunächst in irakische Regionen gehen, in denen es relativ sicher sei - dies gelte insbesondere für den Norden des Landes, sagte CDU-Außenexperte Eckart von Klaeden am Dienstag im Norddeutschen Rundfunk. Je erfolgreicher bestimmte Regionen des Irak seien, desto mehr werde auch für die unsicheren Landesteile ein Beispiel gegeben. “Es gibt heute bereits Regionen im Irak, in denen man investieren kann und wo es von deutscher Seite ja auch schon geschieht“, hob der Politiker hervor.

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