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Infineon streicht 3000 Stellen - erneut Millionenverluste


Infineon  

Infineon streicht 3000 Stellen - erneut Millionenverluste

25.07.2008, 16:56 Uhr | mfu, dpa, t-online.de

Infineon baut weltweit rund 3000 Stellen ab (Foto: ddp) Der Halbleiterhersteller Infineon reagiert mit einem drastischen Stellenabbau auf seine anhaltende Krise. Wie das Unternehmen in München mitteilte, sollen im Zuge des bereits angekündigten Sparprogramms weltweit 3000 Stellen wegfallen. Dies entspräche einem Zehntel der Arbeitsplätze bei Infineon. Der Aktienkurs von Infineon legt derweil zu.

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Infineon schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus

Allein in Deutschland sollen rund 2000 Stellen wegfallen. Das betrifft vor allem das Werk in Regensburg sowie die Konzernzentrale in München. Dabei setzt Infineon auf das Entgegenkommen seiner Mitarbeiter und hofft auf die freiwillige Kündigung der Beschäftigten. "Ich kann aber nicht ausschließen, dass wir an einigen Standorten auch betriebsbedingte Kündigungen haben werden", sagte Konzernchef Peter Bauer. Wer freiwillig geht, bekomme aber eine Prämie.

Hohe Abschreibungen auf Speichertochter Qimonda

Mit dem Sparprogramm will Infineon bis zum Ende des Geschäftsjahres 2009 die Kosten um jährlich mehr als 200 Millionen Euro drücken. Der Halbleiter-Hersteller reagiert damit auf die anhaltende Misere einiger Geschäftsbereiche. Allein im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 hatte Infineon weitere 411 Millionen Euro auf seine Speicherchip-Tochter Qimonda abgeschrieben. Der Konzernverlust reduzierte sich zwar von 1,371 Milliarden Euro im Vorquartal auf 592 Millionen Euro, an der Börse war jedoch mit einer deutlicheren Erholung gerechnet worden.

Düstere Zukunft

Immerhin hat Infineon im dritten Geschäftsquartal in seinem Kerngeschäft leicht über den Erwartungen abgeschlossen. Doch auch die Zukunft sehen die Münchener nun düsterer: Infineon stellte fest, "dass die Marktrisiken generell eher steigen und dass die anhaltende Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro den normalen Preisverfall in den Absatzmärkten verstärkt".

Infineon: Keine Fusion mit Wettbewerber

Weltweit beschäftigt der Infineon-Konzern rund 43.000 Mitarbeiter, ohne Qimonda sind es 30.000. Der erst Anfang Juni angetretene Unternehmenschef Peter Bauer hat bereits mit dem Konzernumbau begonnen. Aus zwei Sparten werden fünf. Er will weitere Teile der Produktion ins Ausland verlagern, die Materialkosten drücken und sich von unrentablen Produktgruppen trennen. Angesichts der Krise von Infineon gab es zuletzt Gerüchte über eine Fusion des Konzerns mit einem Mitbewerber, wie zum Beispiel NXP oder dem US-Konkurrenten Freescale. Doch derlei Spekulation erteilte Konzernchef Peter Bauer eine Absage: "Ich dachte, wir hätten dieses Thema abgehakt", sagte Bauer in einer Telefonkonferenz.

Infineon-Aktie legt zu

Die Börse quittierte die jüngsten Meldungen über den Stellenabbau mit deutlichen Kursgewinnen. Zeitweise notierte die Infineon-Aktie mit über drei Prozent Kursgewinnen bei 5,11 Euro. Grund für den Anstieg war laut Alexander Rummler, Analyst der BayernLB, unter anderem der immer noch hohe Buchwert von Qimoda. "Der Markt war erleichtert, dass Infineon Qimonda noch mit einem Wert von 2,80 Dollar in den Büchern stehen hat und ein Großteil der Abschreibungen somit schon eingeflossen ist."

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