Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Rohstoffe >

OPEC-Präsident erwartet deutlich fallende Ölpreise


Rohöl  

OPEC-Präsident erwartet deutlich fallende Ölpreise

30.07.2008, 14:29 Uhr | mmr, dpa , t-online.de

OPEC-Präsident Chakib Khelil (Foto: Reuters)OPEC-Präsident Chakib Khelil (Foto: Reuters) Der Ölpreis ist nach Einschätzung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) nach wie vor ungewöhnlich hoch. Die OPEC halte langfristig einen Ölpreis von 80 Dollar oder weniger je Barrel (159 Liter) für denkbar, sagte OPEC-Präsident Chakib Khelil am Dienstag. Voraussetzung sei aber, dass der Dollar sich weiter erhole und die geopolitischen Spannungen nachließen. "Der jetzige Preis von 123 Dollar pro Barrel ist nicht normal", sagte der algerische Ölminister.

Hintergrund - Rohstoffpreise korrigieren - aber keine Trendwende
Chronologie - Entwicklung der Spritpreise seit 1950
10 Tipps - So sparen Sie Benzin
Animierte Grafik - Benzinpreise in Europa
Spritpreise - Diskutieren Sie dieses Thema im Forum

OPEC-Präsident vor vier Wochen noch pessimistisch

Noch im Juni hatte der OPEC-Präsident ganz andere Kursziele genannt. Chakib Khelil erwartete damals, dass der Ölpreis im Sommer auf 150 bis 170 Dollar je Barrel steigen würde. Für den Fall, dass der Iran kein Öl mehr liefern könne, seien sogar Preise von "200, 300 oder 400 Dollar" pro Fass vorstellbar, so Khelil. Für einen weiter sehr hohen Ölpreis spreche unter anderem die anhaltend starke Nachfrage wie vor allem aus China und Indien. Zum Jahresende dürften die Preise aber wieder sinken, sagte er seinerzeit.

Ölpreis rutscht auf 120 Dollar

Unterdessen ist der US-Ölpreis am Dienstag zunächst wieder über die Marke von 125 Dollar gestiegen, am Nachmittag dann aber unter Druck geraten. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im September kostete zeitweise weniger als 121 Dollar. Grund waren überraschend gute US-Konjunkturzahlen. Am 11. Juli hatten die Ölpreise bei gut 147 Dollar einen Rekordstand verzeichnet. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im September fiel am Dienstagnachmittag auf 121,90 Dollar.
(Hinweis der Redaktion: Der WTI-Öl-Chart war beim Chartdaten-Lieferanten in den vergangenen Tagen gestört. Wir bitten um Entschuldigung. Der Kurs wird nun wieder aktuell angezeigt.)



Spannungen im Iran und in Nigeria

Die anhaltenden Spannungen um das Atomprogramm des Iran hielten den Ölpreis weiterhin relativ hoch, sagten Händler in Singapur. Hinzu kämen die Unruhen im afrikanischen Ölförderland Nigeria. Am Mittwoch werden die wöchentlichen Rohöllagerbestände in den USA veröffentlicht, die erneut eine rückläufige Nachfrage in den USA signalisieren sollten. Zuletzt hatten Anzeichen für einen Rückgang der Rohöl-Nachfrage in den Industriestaaten den Ölpreis merklich unter Druck gesetzt. Vor allem das sich abschwächende globale Wirtschaftswachstum dürfte die Nachfrage nach Rohöl merklich sinken lassen und mithin die Preise belasten, wird argumentiert.

Steigender US-Dollar - fallende Ölpreise

Ein weiterer Einflussfaktor für den Ölpreis sind die Devisenmärkte. "Ausschlaggebend für die deutlichen Kursverluste am Ölmarkt ist der zusehends festere Dollar", sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Der Euro rutschte am Dienstag-Nachmittag zum US-Dollar unter die Marke von 1,56 (vgl. EUR/USD-Chart). Der Dollar-Aufschwung werde von einem erwarteten Rückgang der Nachfrage vor allem in den USA und Europa gestützt.

Übersicht -
Heizöl bald billiger - Mit dem Öl-Kauf noch ein paar Wochen warten (11.07.08)


Auto-Club kritisiert Ölkonzerne

Der Auto Club Europa (ACE) warf den Mineralölkonzernen unterdessen vor, trotz der gesunkenen Ölpreise den Benzinpreis hochzuhalten. "Die Tankstellenbetreiber haben den jüngsten Preisrückgang beim Rohöl bislang noch nicht einmal zur Hälfte an ihre Kunden weitergegeben", kritisierte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. In den vergangenen drei Wochen sei der Ölpreis um 15 Prozent gefallen - davon bekämen die Autofahrer aber nur wenig mit. Laut ACE ist ein Liter Superbenzin seit Anfang Juli um 10 Cent (minus 6,5 Prozent) billiger geworden. Der Dieselpreis sei in dieser Zeit um 9 Cent und damit um 6 Prozent je Liter gesunken. Nach Angaben des Verbands liegen die Durchschnittspreise für Diesel derzeit bei knapp 1,42 Euro und für Super bei rund 1,45 Euro.

Spritpreise - Diskutieren Sie dieses Thema im Forum

Verbraucher-Verbände fordern Heizkosten-Zuschüsse

Angesichts der gestiegenen Energiekosten fordern der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) vom Staat Heizkostenzuschüsse für einkommensschwache Haushalte. Die Heizkosten 2008 würden im Schnitt voraussichtlich um 40 bis 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen, erklärte Mieterbund- Präsident Franz-Georg Rips am Dienstag mit. "Das bedeutet Mehrkosten bei einer 90 Quadratmeter großen Wohnung von fast 500 Euro im Jahr." Vor allem Haushalte mit geringen Einkünften treffe die Preisexplosion bei Öl, Gas und Strom mit voller Wucht, erläuterten Rips und der AWO-Vorsitzende Wilhelm Schmidt. "Sie müssen dringend unterstützt werden."

Mehr zum Thema:
Investition - Araber stecken Milliarden in Ölproduktion
Übersicht -
Unternehmer - Teures Öl hilft Standort Deutschland
IEA - Experten glauben nicht an günstiges Öl
Geheimstudie - Biodiesel als Preistreiber für Lebensmittel?

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal