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Luftfahrt: Einigung im Tarifstreit bei Lufthansa


Luftfahrt  

Einigung im Tarifstreit bei Lufthansa

01.08.2008, 17:59 Uhr | oca, AFP

Einigung fürs Boden- und Kabinenpersonal. (Foto: dpa)Einigung fürs Boden- und Kabinenpersonal. (Foto: dpa) Nach tagelangem Streik haben die Lufthansa und die Gewerkschaft Ver.di einen Durchbruch in ihrem Tarifstreit erzielt. Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer erklärte, es sei für beide Tarifpartner "kein Abschluss im schmerzfreien Bereich". Das Lufthansa-Personal am Boden erhält eine Lohnerhöhung von 5,1 Prozent rückwirkend zum 1. Juli, wie der Konzern mitteilte. 2009 soll es ein weiteres Lohnplus geben. Für das Kabinenpersonal ist vorläufig nur eine Einmalzahlung vereinbart worden. Der seit Montag anhaltende Ausstand endet nach Konzernangaben Samstag früh um 06.00 Uhr. Der Flugplan werde sich binnen zwei Wochen normalisieren.

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Insgesamt 4,2 Prozent mehr Geld

Ab Juli 2009 steigen die Gehälter des Bodenpersonals nach Konzernangaben um weitere 2,3 Prozent. Hinzu kommt demnach eine Einmalzahlung inklusive einer ergebnisabhängigen Komponente je nach Geschäftsfeld von bis zu 2,4 Prozent eines Jahresgehalts. Der Tarifvertrag läuft bis Ende Februar 2010, wie die Lufthansa weiter mitteilte. Umgerechnet auf je zwölf Monate erhöhte der Konzern die individuelle Vergütung seiner Mitarbeiter damit um 4,2 Prozent.



Gleiches Volumen für das Kabinenpersonal

Für das Kabinenpersonal gebe es einen Abschluss im gleichen Volumen mit "kabinenspezifischer Ausgestaltung", erklärte Lufthansa weiter. Dieser stehe jedoch unter Vorbehalt weiterer Tarifverhandlungen des Unternehmens mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO ab Anfang 2009. Es müsse sich zeigen, ob UFO den mit Ver.di erzielten Tarifabschluss für die Flugbegleiter akzeptiere, sagte ein Konzernsprecher: "Wir unterliegen dem Gebot der Tarifeinheitlichkeit für all unsere Mitarbeiter." Das Kabinenpersonal erhalte deswegen bis zu einer Einigung zwischen Konzern und beiden Gewerkschaften nur die Einmalzahlung von bis zu 2,4 Prozent.

UFO fordert 15 Prozent mehr Lohn

Der Tarifvertrag mit UFO läuft erst zum Jahresende aus. Bei der Fachgewerkschaft herrscht bis zum 31. Dezember noch Friedenspflicht. Wie es in Konzernkreisen hieß, hatte Lauer UFO zur Teilnahme an den Tarifverhandlungen mit Ver.di eingeladen. Die Gewerkschaft habe "sich jedoch persönlich nicht in der Lage gefühlt", an den Verhandlungen teilzunehmen. UFO fordert für das Kabinenpersonal insgesamt 15 Prozent mehr Lohn. Die Gewerkschaft hatte in dieser Woche bereits Streikbereitschaft ab Anfang 2009 signalisiert.



Mehr Produktivität soll höhere Kosten auffangen

Lauer zufolge belastet der Tarifkompromiss das Unternehmen angesichts der Streiktage erheblich: Er sei nur vertretbar wegen der langen Laufzeit und der ergebnisbezogenen Einmalzahlungen. Die höheren Kosten müssten jetzt über mehr Produktivität aufgefangen werden. Von Ver.di gab es zunächst keine Reaktionen zum erzielten Tarifabschluss.

Flugplan braucht zwei Wochen zur Normalisierung

Wegen der jetzt notwendigen Wartungsarbeiten an den Flugzeugen werde sich der Flugplan voraussichtlich erst innerhalb der kommenden beiden Wochen normalisieren, sagte Konzernsprecher Peter Schneckenleitner. Der Sonderflugplan des Konzerns bleibe noch bis Anfang kommender Woche in Kraft. Bis Montag werde die Kranich-Airline deswegen täglich 130 Flüge streichen. Dabei handle es sich um 100 Verbindungen innerhalb Europas und 30 Interkontinentalflüge. Unterdessen wollen die streikenden Mitarbeiter des Boden- und Kabinenpersonals bei der Lufthansa nach Konzernangaben am Samstagmorgen zur Frühschicht um 06.00 Uhr wieder zur Arbeit kommen.

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