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Einfach, kostengünstig und breit investieren


Börsengehandelte Indexfonds  

Einfach, kostengünstig und breit investieren

01.08.2008, 16:08 Uhr | Morningstar

Die Deutsche Börse (Foto: dpa)Die Deutsche Börse (Foto: dpa) Mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) können Privatanleger einfach und kostengünstig breit diversifiziert investieren. Die ETFs der zweiten Generation appellieren jedoch auch an Anlegerinstinkte, mit denen Fondssparer sich leicht die Finger verbrennen können. Die Vorteile passiver Investments sind mittlerweile allgemein bekannt: Sie bieten einen einfachen, transparenten und kostengünstigen Zugang zu verschiedenen Anlageklassen. Daher verwundert es nicht, dass passive Anlagevehikel und dabei insbesondere börsengehandelte Indexfonds (ETFs) von immer mehr Investoren genutzt werden.

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Fundamentale Indexierung im Anmarsch

ETFs sonnen sich in ihrem positiven Image. Doch sie sind nicht ohne Nachteile, insbesondere wenn man die jüngsten Produkttrends in der ETF-Welt betrachtet. Hier sind nämlich ähnliche Entwicklungen zu beobachten wie bei traditionellen, aktiv gemanagten Fonds. Neu auf den Markt kommende ETFs zeichnen sich durch eine immer größere Spezialisierung aus. Für fast alle erdenklichen Länder, Branchen, Stile und Anlageklassen gibt es mittlerweile den passenden ETF. Die fundamentale Indexierung hält Einzug auf dem deutschen ETF-Markt. Auch sind die Zeiten des klassischen Long-Only-Investments vorüber. So genannte Strategie-ETFs ermöglichen es Anlegern nun etwa, auf fallende Kurse zu setzen, mit einem Hebel zu investieren oder Indizes mit Absicherungsmechanismen (z.B. Covered Call, Protective Put) zu erwerben.



Viele kaufen, wenn es eigentlich zu spät ist

Woher die neue Vielfalt? Den ETF-Anbietern ist natürlich daran gelegen, sich weitere Geschäftsfelder zu erschließen. Sie werben zudem mit den erweiterten Handlungspielräumen und neuen Diversifizierungsmöglichkeiten, die sich aus der verstärkten Spezialisierung ergeben. Indem sich ETFs von ihrem angestammten Terrain, den breiten Standardindizes entfernen, werden sie allerdings tendenziell immer volatiler. Nun zeigt die Erfahrung, dass viele Anleger mit Volatilität nicht besonders gut umgehen können. Sie kaufen gerne dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist und die Kurse überhitzen. Ob sie dabei nun ETFs oder konventionelle Fonds einsetzen, macht für das Ergebnis letztendlich keinen Unterschied.

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Lösungen aus einer Hand wären sinnvoll

Viele ETF-Anbieter werben auch damit, dass (aufgeklärte) Anleger mit börsengehandelten Indexfonds schnell in Märkte ein- und wieder aussteigen können. Doch gilt nicht dies als einer der häufigsten Anlegerfehler, nach dem Motto "Hin und her macht Taschen leer"? Während sich manche Investoren also über das erweiterte Instrumentarium durchaus freuen dürften, ist anderen damit nicht unbedingt gedient. Viele Anleger suchen letztendlich ein Produkt, das ihnen bestimmte Entscheidungen abnimmt (z.B. über Märkte, Branchen, Stile). Es hilft ihnen nicht weiter, wenn sie sich aus einem Baukasten passende Investment selbst zusammenstellen müssen, was ja gleichzeitig eine Markteinschätzung etwa über Russland, Wasser-Aktien oder Dividendenstrategien impliziert. Für viele Privatanleger sind eher vermögensverwaltende Ansätze gefragt, wie sie auch in der traditionellen Fondsbranche zunehmend angeboten werden. Ein Beispiel dafür wäre ein Lebenszyklusfonds auf Basis von ETFs. Die Uhr lässt sich in der ETF-Welt zwar nicht zurückdrehen, aber neben zusätzlicher Spezialisierung sollte auch für Anlagekonzepte Platz sein, die Lösungen aus einer Hand bieten – zumal ETFs hier mit ihren geringen Kosten punkten könnten.

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Fundamentale Indizes im Kommen

Als Antwort darauf ist seit geraumer Zeit die so genannte fundamentale Indexierung im Gespräch. Nicht mehr die Marktkapitalisierung soll das Kriterium für die Indexzusammenstellung sein, sondern fundamentale Bewertungskennzahlen, die sich auf Gewinne, Umsätze, Dividenden usw. beziehen. Als eine Spielart davon lassen sich die hierzulande verfügbaren Dividenden-ETFs nennen. Befürworter dieses Ansatzes weichen von der These vollkommen effizienter Märkte ab: Aktienkurse können sich weit vom fairen Wert des Unternehmens entfernen. Andererseits ist es schwierig zu bestimmen, welche Aktien (zu Unrecht) billig sind und wie lange die Unterbewertung anhält. Daher umfassen fundamentale Indizes alle Aktien, die den jeweiligen Kriterien genügen. Sie versuchen nicht herauszufinden, ob die niedrige Bewertung fundamental gerechtfertigt ist oder nicht, bieten in den Augen ihrer Anhänger aber dennoch ein besseres Risiko-Rendite-Profil als traditionelle, marktkapitalisierungsgewichtete Indizes.

Kosten minimieren

Dies ist Wasser auf den Mühlen der Anhänger von Value-Strategien. Allerdings verwischen hier auch die Grenzen zum aktiven, quantitativen Management. Quantitative Manager suchen nach Aktiencharakteristika, die in der Vergangenheit zu einer Outperformance führten – unter der Annahme, dass diese auch in Zukunft ihre Geltung behalten. Diese Charakteristika werden mit Hilfe von computergestützten Modellen verarbeitet und liefern Kauf- und Verkaufssignale. Wie auch bei der Indexierung wird auf eine fundamentale Aktienanalyse (größtenteils) verzichtet. Beschränkungen kann es aus Kostengründen bei der Anzahl der Titel geben, die letztendlich ins Portfolio aufgenommen werden. Die Kosten sind allerdings auch bei der Nachbildung von Indizes ein wichtiger Faktor, den es zu minimieren gilt. Auf eine kostengünstige Ausführung kommt es daher an. Und darauf, dass es auch in Zukunft eine Prämie für Value gibt.

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