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Gratisflug-Affäre: Transparency International fordert Verzicht auf Sondervergünstigungen


Gratisflug-Affäre  

Aufsichtsräte sollen auf Vergünstigungen verzichten

07.08.2008, 09:33 Uhr | bv, dpa, AFP, t-online.de

Gratisflug-Affäre: Aufsichtsräte sollten auf Extras verzichten (Foto: ddp)Gratisflug-Affäre: Aufsichtsräte sollten auf Extras verzichten (Foto: ddp) Die Anti-Korruptionseinheit Transparency International hat gefordert, Aufsichtsratsmitgliedern Sonderleistungen wie Freiflüge oder Rabatte beim Autokauf zu streichen. Es müsse klar sein, was die Aufsichtsräte konkret für ihre Tätigkeit erhielten, sagte der stellvertretende Transparency-Vorsitzende Peter von Blomberg der "Frankfurter Rundschau". Vertreter von Union, SPD und Linken kritisierten die Extras für Aufsichtsräte. Die Lufthansa erklärte unterdessen, ihre Aufsichtsräte hätten von Freiflügen kaum Gebrauch gemacht.


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Besser nur Geldleistungen für Aufsichtsräte

Blomberg sagte, die Entlohnung der Aufsichtsräte nur mit Geld würde dem Transparenz-Gebot genügen: "Wer darauf verzichtet, persönliche Vergünstigungen zu gewähren, vermeidet Missverständnisse und alle Spekulationen über Interessenskonflikte." Die Diskussion über Privilegien von Aufsichtsräten hatte sich am jüngsten Urlaubsflug von Ver.di-Chef Frank Bsirske entzündet. Er will den Gratisflug, den er als Lufthansa-Aufsichtsrat für sich und seine Frau in Anspruch genommen hat, jetzt nachträglich bezahlen.

Lufthansa-Aufsichtsräte bei Gratisflügen offenbar sparsam

Die Lufthansa erklärte unterdessen, die Aufsichtsräte hätten von der Gratisflug-Möglichkeit bisher nur in geringem Ausmaß Gebrauch gemacht, obwohl die Flüge im Umfang nicht begrenzt seien. Ein Unternehmenssprecher sagte den "Stuttgarter Nachrichten", 2007 hätten 20 Aufsichtsratsmitglieder zusammen 89.000 Euro an Zusatzbezügen bekommen. Dabei habe es sich überwiegend um Sitzungsgelder und zu einem kleineren Teil um sogenannte Beförderungsvergünstigungen gehandelt.

Politiker fordern Überprüfung

Nicht nur Managergehälter, auch die Maßstäbe für die Besoldung von Aufsichtsräten gehörten auf den Prüfstand, sagte der finanzpolitische Sprecher der Union, Otto Bernhardt, der "Financial Times Deutschland": "Wir müssen uns nicht nur die Vorstände, sondern auch die Aufsichtsräte vorknöpfen." Der SPD-Vizefraktionschef im Bundestag, Joachim Poß, forderte in der Zeitung, die Regeln müssten überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden.

Linke für Abschaffung

"Der Fehler liegt nicht in der Inanspruchnahme der Sonderleistungen, sondern in deren Existenz", erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Die Linke, Herbert Schui. Die Extras gehörten daher abgeschafft. Schui: "Wer Unternehmen kontrolliert, darf nicht mit Annehmlichkeiten geködert werden, sonst besteht die Gefahr, dass die Kontrolle leidet."

"Taktisch nicht sehr geschickt"

Der Experte in der Regierungskommission Corporate Governance Codex (etwa: Leitlinien zur Unternehmensführung), Christian Strenger, sagte im Deutschlandradio, an Gratisflügen für Aufsichtsräte sei grundsätzlich nichts auszusetzen. Sie müssten aber angemessen sein. "Es war zumindest taktisch nicht sehr geschickt, anlässlich dieses Streiks gerade das Recht in Anspruch zu nehmen, den längsten Flug der Lufthansa in die Südsee zu nutzen", sagte Strenger, der selbst im Aufsichtsrat der DWS-Investment GmbH sitzt.

Probleme für Bsirske noch nicht vorbei

Nach seiner Einschätzung dürfte der Verdi-Chef künftig Probleme haben, beide Ämter weiter auszuführen: "Ich könnte mir vorstellen, dass es sehr schwer für Bsirske wird, die Kollegen von der Richtigkeit des Amtes im Aufsichtsrat zu überzeugen."

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