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Finanzkrise: Greenspan sieht Immobilienkrise als Jahrhundertereignis


Finanzmarktdesaster  

Greenspan: Immobilienkrise ist Jahrhundertereignis

05.08.2008, 13:26 Uhr | bv, AFP, dpa-AFX, t-online.de

Der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan (Foto: Reuters)Der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan (Foto: Reuters) Der ehemalige Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, hat vor weiteren Bankenpleiten im Zuge der Finanzkrise gewarnt. "Es kann sein, dass eine Reihe von Banken und Finanzinstitutionen am Rande der Zahlungsunfähigkeit von den Regierungen gerettet werden", schrieb Greenspan in einem Beitrag für die "Financial Times". Der frühere Währungshüter bezeichnete die Kreditkrise als "ein Ereignis, wie es ein- oder zweimal pro Jahrhundert vorkommt".

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Greenspan gegen staatliche Regulierung

Gleichzeitig sprach sich Greenspan aber auch gegen mehr staatliche Regulierung aus, um die Finanzkrise zu beenden oder ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Regulierung sei noch nie ein erfolgreiches Mittel bei der Bekämpfung von Krisen gewesen, schrieb er. Außerdem werde dadurch letztlich die Globalisierung zurückgedreht, der Preis dafür sei "horrend".

Immobilienmarkt muss sich beruhigen

Laut Greenspan wird die Finanzkrise erst dann ein Ende finden, wenn sich die Häuserpreise in den USA stabilisieren und damit die entsprechenden forderungsbesicherten Wertpapiere gestützt werden. Der Wert des privaten Wohneigentums dürfte sich aber erst dann erholen, wenn sich der immense Angebotsüberhang an Einfamilienhäusern infolge des Immobilienbooms weiter abbaue. Der US-Häusermarkt gilt als Ausgangspunkt der Hypothekenkrise und damit der internationalen Finanzkrise.

Überrascht über Wachstum

Greenspan zeigte sich nicht darüber überrascht, dass das Wachstum der Weltwirtschaft in letzter Zeit gesunken sei, sondern darüber, dass es überhaupt noch Wachstum gebe. Er verglich die Finanzkrise mit anderen Liquiditätskrisen. Sie sei aber anders, ein Ereignis das ein oder zwei Mal in einem Jahrhundert vorkomme, und das tiefe Ängste über die Zahlungsunfähigkeit großer Finanzinstitutionen wecke.

Aktienkurse trotz Krise noch relativ hoch

Abseits des Finanzsektors habe sich die Wirtschaft erstaunlich gut entwickelt, schrieb Greenspan weiter. Die Gewinne dieser Unternehmen hätten die gestressten Aktienmärkte gestützt. Zwar seien die Aktienkursniveaus um ein Fünftel niedriger als die Höchststände vom Oktober 2007, lägen aber immer noch auf der Höhe von 2006, als es deutlich weniger Probleme gegeben habe als gegenwärtig.

Politik des billigen Geldes

Unter der Leitung von Greenspan hatte die US-Zentralbank Fed nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 eine Politik des billigen Geldes betrieben. Im Juni 2003 erreichte der Leitzinssatz das Rekordtief von 1,0 Prozent. Schuldenmachen, wie etwa die Aufnahme von Krediten auch von Hauskäufern mit nur geringem Einkommen, wurde damit immer billiger. Kritikern von Greenspan zufolge war dies ein Auslöser für die aktuelle Finanzkrise.

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