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Siemens: Löscher will massiven Stellenabbau ohne Kündigungen


Stellenabbau  

Siemens will ohne Kündigungen schrumpfen

31.08.2008, 14:34 Uhr | bv, dpa-AFX, t-online.de

Siemens-Chef Peter Löscher (Foto: imago)Siemens-Chef Peter Löscher (Foto: imago) Siemens-Chef Peter Löscher erwartet, dass der Mischkonzern seinen geplanten massiven Stellenabbau weitestgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen abwickeln kann. Dabei rechnet Löscher nach eigener Aussage mit einer raschen Zustimmung der Arbeitnehmerseite. Er sei "zuversichtlich, dass das verhandelte Ergebnis offiziell genehmigt wird", sagte Peter Löscher im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten.

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Abbau von 16.750 Stellen

Löscher erklärte außerdem: "Es gibt voraussichtlich keine betriebsbedingten Kündigungen. Am Dienstag und Mittwoch berät der Gesamtbetriebsrat über den Abbau von weltweit 16.750 Stellen, davon 5250 in Deutschland. Löscher bereits für Mittwoch mit einer Entscheidung.

Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro jährlich angestrebt

Vor allem im Siemens-Vertrieb und in der Verwaltung sollen die Arbeitsplätze gestrichen werden. Damit will der Konzern 1,2 Milliarden Euro jährlich einsparen. Der Abbau ist laut Löscher notwendig, weil die Weltkonjunktur abflache und das auch nicht spurlos an Siemens vorbeigehen werde. Wegen langfristiger Infrastrukturgeschäfte werde das Unternehmen aber glimpflich davonkommen.

Wachstums- und Ertragsziele bleiben

Am Ziel, doppelt so stark zu wachsen wie die Weltwirtschaft, hielt Löscher unbeirrt fest. Auch die Gewinnerwartungen bestätigte er. Der seit gut einem Jahr amtierende Konzernchef hat jedem einzelnen Geschäftsbereich genaue Vorgaben gemacht, wie hoch die Rendite bis zum Jahr 2010 ausfallen soll. Nur bei einer "vollkommen anormalen weltwirtschaftlichen Entwicklung" sei es möglich, dass diese Vorgaben nicht erfüllt würden, sagte er.

Jahr der Transformation für Siemens

Aktuell vordringlichste Aufgabe ist für ihn aber das Durchbringen des Stellenabbaus, um die Kosten noch im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September verbuchen zu können. "Der Wunsch wäre es natürlich", sagte Löscher. 2007/2008 ist vom Vorstand als Jahr der Transformation ausgerufen worden. Der Konzernneuordnung in die drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit folgte die Trennung von problematischen Randsparten wie dem Telefonanlagen-Bau SEN oder dem Telefonhersteller SHC. All dies wird Siemens wohl einen Milliardenbetrag kosten.

"Breite Masse ist hochmotiviert"

Darüber hinaus droht eine hohe Strafe der US-Börsenaufsicht SEC im Schmiergeld-Skandal. Spekulationen über eine Entscheidung noch in den kommenden Wochen wollte Löscher aber nicht kommentieren: "Wir sind nicht Herr des Verfahrens." Löscher betonte, die Stimmung bei Siemens sei trotz der Umwälzungen gut. Dies habe er bei seinen Werksbesuchen in den vergangenen Tagen erfahren können. "Die breite Masse ist hoch motiviert. Die trägt die Veränderungen mit."

Entscheidung nach eineinhalb Monaten

Der Rekord-Auftragseingang beruhige die Mitarbeiter. Auch den Arbeitnehmervertretern stellte Löscher angesichts der schnellen Fortschritte bei den Verhandlungen um den Stellenabbau ein gutes Zeugnis aus. Erst Anfang Juli hatte der Konzern seine Pläne im Detail verkündet. Anderthalb Monate später nun wird die Entscheidung des Gesamtbetriebsrats erwartet.

Keine Werksschließungen in Deutschland

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen gilt als sicher, dass eine Transfergesellschaft für bis zu zwei Jahre eingerichtet wird. Ferner sind demnach Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen, Altersteilzeitmodelle, konzerninterne Bewerbungen und Aufhebungsverträge vereinbart worden. Der Verkauf der Industriemontage-Sparte ist dagegen vom Tisch; auch Werksschließungen in Deutschland wird es nicht geben. Außerdem ist der Stellenabbau in der IT-Sparte SIS erst einmal zurückgestellt worden.

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