Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

E.ON: Energiekonzern streicht 1800 Stellen


Sparprogramm  

E.ON streicht Stellen - ganze Servicestandorte betroffen

28.08.2008, 15:15 Uhr | lgs

Rund zehn Prozent der Stellen sollen im Vertrieb wegfallen. (Foto: dpa)Rund zehn Prozent der Stellen sollen im Vertrieb wegfallen. (Foto: dpa) Trotz satter Gewinne will der Energiekonzern E.On fast 2000 Stellen im deutschen Vertrieb streichen. Wie der Vorstandschef der für Deutschland zuständigen Konzerntochter E.On Energie, Klaus-Dieter Maubach, in mehreren Zeitungsinterviews ankündigte, sollen im Zuge einer Neustrukturierung des Vertriebs sechs der sieben E.On-Regionalgesellschaften gebündelt werden. 40 der bislang 60 Service-Standorte in Deutschland würden geschlossen. Kündigungen will Deutschlands größter Energieversorger zwar nicht aussprechen, hunderte Angestellte müssen aber kurzfristig umziehen. Die Grünen forderten angesichts des Jobabbaus eine Konzentration auf Erneuerbare Energien.

Serviceleistung - Die besten Stromanbieter
Vertragskonditionen - Die besten Stromanbieter
Wechsel lohnt sich - Stromrechner
Testen Sie Ihr Wissen - Wie hießen E.On, Tognum und Co. früher?

Kein Interesse die Angestellten aus dem Unternehmen zu drängen

"Niemand wird gekündigt", sagte Maubach der "Welt". Das Unternehmen setze beim Stellenabbau unter anderem auf Altersteilzeit. Freie Stellen würden zudem nicht neu besetzt. Von vielen verbleibenden Mitarbeitern fordert E.On Flexibilität: "Die Zahl derer, die ihren Lebensmittelpunkt wegen eines Umzugs an einen anderen Standort verlegen müssen, wird bis zum 1. September etwa 500 betragen", sagte Maubach dem "Münchner Merkur". Es könnten aber auch noch mehr werden. Betroffenen stünden Zuschüsse für Umzug und längere Fahrtkosten zu. In Härtefällen soll Mitarbeitern ein anderer Job am bisherigen Standort angeboten werden. "Wir haben kein Interesse daran, jemanden aus dem Unternehmen zu drängen", sagte Maubach.



Netz- und Vertriebsgeschäft klar voneinander trennen

Die Planungen zum Konzernumbau hatten bereits vor rund zwei Jahren unter dem Namen "Regi.On" begonnen. Ziel des Energieversorgers ist es, die Kosten drücken und sich besser für den härter werdenden Wettbewerb auf dem Energiemarkt zu rüsten. Ziel des Konzernumbaus ist es dem E.On-Energie-Vorstandschef zufolge, den Gewinn um mehrere hundert Millionen Euro zu steigern. Auch will E.On nach eigenen Angaben das Netz- und Vertriebsgeschäft klar voneinander trennen.

Stellen werden sozialverträglich gestrichen

Umgesetzt wird die neue Struktur ab 1. September für die Regionalversorger E.On Avacon in Niedersachsen, E.On Bayern, E.On edis in Brandenburg, E.On Hanse, E.On Mitte in Nordhessen und E.On Westfalen Weser. "Von den heute über 60 Standorten sollen in Zukunft nur noch bis zu 20 erhalten bleiben", sagte Maubach der "Welt". Bis zu 1800 Stellen von rund 15.000 Stellen würden dabei sozialverträglich gestrichen.



Übergreifende Serviceaktivitäten sollen gebündelt werden

Die Regionalversorgungsunternehmen, die auch weiter unter ihren hergebrachten Marken existieren sollen, werden künftig vor allem für Aufgaben rund um die regionalen Strom- und Gasnetze verantwortlich sein, wie E.On mitteilte. Die Steuerung des Vertriebs in Deutschland und übergreifende Serviceaktivitäten wie etwa Abrechnung oder Kundenkontaktmanagement sollen hingegen in gemeinsamen Gesellschaften in München sowie Hamburg und Landshut gebündelt werden.

Unannehmbare Forderungen der Kommunen

Auf diese Weise könne E.On schneller neue Angebote entwickeln, sagte Maubach. Auch sei es einfacher, auf Konkurrenten in den Regionalmärkten zu reagieren. Bislang wurden die Stromtarife in jeder Gesellschaft eigenständig entwickelt. So konnte es Monate dauern, bis ein neues Angebot auf den Markt kam. Bis Ende 2012 soll der Konzernumbau abgeschlossen sein. Nicht beteiligt an der neuen Struktur ist die E.On-Regionalgesellschaft in Thüringen. Dort hätten die beteiligten Kommunen unannehmbare Forderungen gestellt, teilte E.On mit.

Verlust konnte deutlich kompensiert werden

Höhere Preise für Strom und Gas hatten den Gewinn bei E.On im vergangenen Jahr um mehr als neun Prozent steigen lassen. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg auf rund 5,1 Milliarden Euro. Nach Angaben der "Welt" verlor Eon jedoch in den vergangenen Monaten im klassischen Geschäft rund 600.000 Kunden. Durch die Internet-Tochter E-wie-einfach habe man diesen Verlust aber "deutlich überkompensieren" können, sagte Maubach der Zeitung.

Mehr Themen:
Teures Öl und Gas - Alternative Heizungen rechnen sich
Energiepreise - Diskutieren Sie dieses Thema im Forum
Rekord - Deutschland exportiert mehr Strom als je zuvor
Heizöl deutlich billiger - jetzt bestellen?
Übersicht -

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal