Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Rotterdam: Europas größter Hafen wächst weiter in die Nordsee


Megaprojekt: Hafen Rotterdam rüstet auf

01.09.2008, 19:35 Uhr | lgs/bab, t-online.de, dpa

Das neue Hafenareal in einer Computersimulation (Foto: i.e. Port of Rotterdam, Maasvlakte 2)Das neue Hafenareal in einer Computersimulation (Foto: i.e. Port of Rotterdam, Maasvlakte 2) Nach jahrelangen Verzögerungen ist in Rotterdam ein Megaprojekt zur Ausdehnung des größten Hafens Europas bis weit in die Nordsee offiziell in Gang gesetzt worden. Durch die Anspülung und Festigung von Zig-Millionen Tonnen Sand soll dem Meer in den nächsten Jahren eine Fläche von 2000 Hektar abgerungen werden. Dadurch werden die Niederlande, die eine uralte Tradition der Landgewinnung aus der Nordsee haben, "wieder ein Stückchen größer und unsere Wirtschaft wird ein Stückchen stärker", wie die Zeitung "AD" schrieb.

Artikel-Show - Die wichtigsten Export-Partner 2007
Artikel-Show - Die wichtigsten Import-Partner 2007

Umschlagkapazitäten erhöhen sich deutlich

Mit dem Projekt wird das bereits 1973 fertig gestellte Hafen- und Industriegebiet Maasvlakte im Mündungsgebiet der Maas um rund 20 Prozent auf gut 6000 Hektar erweitert. An den Kais der Maasvlakte 2 sollen mehrere der weltgrößten Containerschiffe zugleich abgefertigt werden können. Nach der für 2013 geplanten Fertigstellung werde sich die Umschlagskapazität von derzeit rund elf Millionen Containern (TEU) auf 18 Millionen erhöhen, teilten die Rotterdamer Hafenbetriebe (HbR) mit. Die Gesamtkosten werden auf drei Milliarden Euro geschätzt.



Chinesische Konkurrenz trotzdem noch vorne

Mit der immensen Erweiterung baut Rotterdam seinen Spitzenplatz in Europa aus, kann sich auf internationaler Ebene jedoch weiterhin nicht mit den asiatischen Häfen messen. Asien führt die Liste der größten Häfen deutlich an. Den Spitzenplatz belegt dabei der Hafen von Singapur, gefolgt von den Häfen in Hongkong und Shanghai. Hier werden weltweit die größten Mengen an Containern umgeschlagen. Danach folgt Shenzhen, das nur durch einen Fluss von Hongkong getrennt ist und als eine der bedeutendsten Städte für ausländische Investitionen gilt. Den fünften Platz belegt der Hafen von Pusan, der zweitgrößten Stadt Südkoreas. Danach folgen die Häfen Rotterdam, Dubai, Kaohsiung, Hamburg und Qingdao.

PlatzHafenContainerumschlag 2003Containerumschlag 2007Plus in %
1. SINGAPUR18,4 27,951,6%
2. SHANGHAI11,226,1133,0%
3. HONGKONG20,423,816,0%
4. SHENZHEN10,621,098,0%
5. PUSAN10,413,226,9%
6. ROTTERDAM7,110,750,7%
7. DUBAI5,110,6107,0%
8. KAOHSIUNG8,810,215,9%
9. HAMBURG6,19,860,6%
10. QINGDAO4,2 9,4123,0%


Weltweiter Containerumschlag verdreifacht

Die Ausbaumaßnahmen in Rotterdam sind Ergebnis des weltweit zunehmenden Umschlags von Containern. Innerhalb der letzten Dekade hat sich die Menge nahezu verdreifacht. Wurden im Jahr 1998 noch knapp 200 Millionen Standardcontainer-Einheiten (TEU) verschifft, sind es 2008 laut Statistik des Hamburger Hafens bereits 544 Millionen. Tendenz weiter steigend. Der Ausbau der großen Häfen wird deshalb weltweit vorangetrieben. Als Motor erweist sich dabei wie so oft China. In Shenzhen sollen die Kapazitäten bis 2020 verdoppelt werden, dazu ist laut eines Berichts des Bundeswirtschaftsministeriums eine 30 km lange Y-förmige Brücke in Planung, die Macau und Zhuhai mit Hongkong verbinden soll.

Rotterdam wird europäische Hafenwirtschaft dominieren

Ganz so gigantisch ist das Projekt der Holländer nicht, dennoch hat es gewaltige Ausmaße. In der ersten Bauphase wird vor der Maasmündung ein 14 Kilometer langer Deich in Form einer Riesenbanane aufgeschüttet. Der Megadeich soll 2010 fertig sein. Neben Hafen- und Dienstleistungsbetrieben wollen auf Maasvlakte 2 auch Industrieunternehmen tätig werden. 40 Prozent der Verträge sind laut HbR bereits unter Dach und Fach. Das Großprojekt werde die dominierende Rolle von Rotterdam in der europäischen Hafenwirtschaft noch stärken, sagte Hafenökonom Bart Kuipers von der Erasmus-Universität. Da Maasvlakte 2 praktisch in der Nordsee liege, könnten dort selbst die größten Containerschiffe der Zukunft anlegen.

Mehr Themen:
Erzeugerpreise -
Konjunkturprogramm - Wirtschaftsweiser fordert Steuerrückzahlung
EZB-Umfrage - Inflationserwartungen deutlich gestiegen
Konjunktur - Düstere Aussichten für deutsche Wirtschaft

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal