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Karstadt: Presse berichtet von massivem Stellenabbau


Arcandor  

Massiver Stellenabbau in der Karstadt-Zentrale

03.09.2008, 10:19 Uhr | sky, AFP , dpa , t-online.de

Karstadt in Essen (Foto: imago)Karstadt in Essen (Foto: imago) Der Arcandor-Konzern hat Konsequenzen aus der schlechten Lage der Warenhaustochter Karstadt gezogen und einen massiven Stellenabbau in der Essener Zentrale angekündigt. 400 bis 450 der 2000 Verwaltungs- und Leitungsstellen sollen gestrichen werden. "Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen", bestätigte Karstadt-Sprecher Michael Scheibe am Dienstag. Die Beschäftigten waren am Montag über die Pläne informiert worden.

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Betriebsrat will kämpfen

Der Betriebsrat will die Streichungen teilweise verhindern. Die Arbeitnehmer hätten dazu eine Liste für Sacheinsparungen vorgelegt, sagte der Landes-Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Günter Isemeyer, in Düsseldorf. "Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern." Der Betriebsrat stehe bereits in Gesprächen mit der Geschäftsführung. Dabei geht es auch um Interessensausgleiche und einen Sozialplan.

Klarheit bis Jahresende

Karstadt will nicht nur die Zahl der Verwaltungsangestellten verkleinern. Es seien auch bereits 16 der 42 Managerstellen der zweiten Ebene abgebaut worden, sagte Karstadt-Sprecher Michael Scheibe. Wer von den insgesamt mehr als 400 Beschäftigten gehen muss, soll bis Jahresende feststehen. Stellen sollen über Altersteilzeit, Vorruhestand, Umsetzungen oder auch betriebsbedingte Kündigungen verringert werden. Die Kaufhäuser selbst seien nicht von Stellenabbau betroffen. Ver.di forderte die Geschäftsführung auf, mit den betroffenen Beschäftigten "wertschätzend umzugehen". Es seien die Mitarbeiter gewesen, die zu weiten Teilen zur früheren Sanierung beigetragen hätten.

Aus der Verwaltung zum Kunden...

Nach den Vorstellungen in der Chef-Etage könnten etliche der rund 2000 Mitarbeiter aus der Hauptverwaltung demnächst auch im Verkauf eingesetzt werden, hatte zuvor die "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" berichtet. Karstadt wolle einem Teil der Belegschaft vorschlagen, künftig nicht mehr am Schreibtisch, sondern in den Warenhäusern des Unternehmens zu arbeiten. Bereits vor Jahren waren demnach Verwaltungsangestellte während des Weihnachtsgeschäfts als Aushilfen im Verkauf tätig.

... oder in die Arbeitslosigkeit

Für die Mitarbeiter, die nicht aus der Zentrale hinter die Ladentheke eines der 90 Warenhäuser wechseln können oder wollen, solle es im Rahmen des Stellenabbaus sozialverträgliche Lösungen, etwa Vorruhestandsregelungen, geben, hieß es in dem Bericht weiter. Allerdings schließe die Geschäftsleitung auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Arcandor mit schlechten Zahlen

Der Arcandor-Konzern hatte im August schwache Geschäftszahlen der Warenhaus GmbH bekanntgegeben und Konsequenzen angekündigt. Das Warenhausgeschäft war im dritten Quartal stark unter Druck geraten: Das operative Ergebnis verschlechterte sich um 42,5 Millionen auf minus 50,9 Millionen Euro. Der Umsatz ging von April bis Ende Juni um 1,9 Prozent auf 886,9 Millionen Euro zurück. Der Konzern macht wie ver.di auch das schwache Konsumklima für die Lage verantwortlich.

Personalabbau zur Sanierung

Ver.di sieht aber auch Fehler des Managements. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hatte Konzern-Chef Thomas Middelhoff nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen im August vorgeworfen, seit drei Jahren kein schlüssiges Konzept zu haben. Entscheidend sei, dass die Warenhaussparte allein nicht erfolgreich sein könne, hatte die Vereinigung im August mit Blick auf eine mögliche Allianz mit dem Konkurrenten Kaufhof erklärt. Middelhoff hatte als Konsequenz ein erneutes Kostensenkungsprogramm für die Kaufhaustochter angekündigt, das nach Erklärung von Finanzchef Peter Diesch auch einen Personalabbau unter den noch rund 23.000 Karstadt-Mitarbeitern enthalten sollte. Zuvor hatte der Spitzen-Manager der Warenhaustochter, Peter Wolf, seinen Platz räumen müssen.

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