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Daimler: Der Kleinwagen Smart ist inzwischen ein Erfolgsmodell (1)


Smart  

Später Triumph eines Totgeglaubten (1)

03.09.2008, 14:19 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Der Smart wird zehn. (Foto: Imago)Der Smart wird zehn. (Foto: Imago) Der Smart galt als gigantische Fehlinvestition - doch jetzt zum Zehnjährigen macht Daimler mit dem Kleinstwagen erstmals Gewinn. Dank Klimadebatte und Rekord-Spritpreisen ist der Zweisitzer plötzlich Auto-Avantgarde: Weltweit wächst der Absatz, die Konkurrenz entwickelt Nachahmer.

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Pünktlich zum Jubiläum

Die Zahl könnte gut eine Vorgabe der PR-Strategen sein. Pünktlich zum zehnten Jahrestag des Kleinstwagens läuft im französischen Hambach der millionste Smart vom Band. Daimler-Chef Dieter Zetsche lässt es sich nicht nehmen, den Monteuren persönlich zu gratulieren. Für die Smart-Werker dürfte es seit dem Einweihungsfest die erste Party sein, die sie in wirklich gelöster Stimmung feiern.

Schwere Phase

Die vergangenen zehn Jahre waren nicht gerade einfach. Die Kleinwagen Marke von Mercedes entwickelt sich erst seit dem Modellwechsel im vergangenen Jahr zum Hoffnungsträger, ganz langsam - und das eigentlich auch nur, weil die ursprünglich formulierten Stückzahl-Wünsche inzwischen in den Schubladen der Konzernarchive verschwunden sind.



Passt in jede Lücke

Als der Swatch-Uhren-Erfinder Nicolas G. Hayek Mercedes-Chef Werner Niefer seinerzeit von der Idee eines sparsamen, umweltfreundlichen Zweisitzers begeisterte, hatten die Manger noch von Avantgarde geschwärmt, von einem ganz neuen "urbanen Mobilitätskonzept". Der Erfolg schien programmiert, schließlich saßen in Deutschland im Schnitt nur 1,2 Personen in jedem Auto. Sie legten täglich lediglich 30 Kilometer darin zurück und verbrachten den Großteil der Fahrzeit auf der Suche nach einem Parkplatz. Wieso also nicht ein Auto bauen, das in jede Lücke passt, zur Not sogar quer? Für den Einkauf im Supermarkt sollte der einen Wasserkasten fassende Kofferraum locker ausreichen.

Der Elefantenrollschuh

Allein - der Start wollte nicht recht gelingen. Journalisten kolportierten den spitzen Kommentar von Ferdinand Piëch, der Hayeks Miniauto als Elefantenrollschuh bezeichnet hatte. Später formulierte der VW-Boss etwas diplomatischer: "Ich konnte ihm nur sagen, dass ich keine Uhr bauen will und kein Auto von ihm brauche." Schwerer wogen die Probleme bei der Entwicklung des Winzlings. Kurz vor dem Start fiel die A-Klasse von Daimler, die wie der Smart einen hohen Schwerpunkt hat, beim Elch-Ausweichtest durch. Sie kippte einfach auf die Seite. Es blieb dann dem Smart vorbehalten, diese spektakuläre Pleite noch zu toppen. Bei Bremsversuchen auf Glatteis verlor auch der Zweisitzer das Gleichgewicht und blieb wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegen. Marketingexperten waren sich damals einig, dass eine Schlappe wie diese kaum wettzumachen ist. Umso erstaunlicher, dass es der Smart inzwischen offensichtlich geschafft hat.

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20.315 Autos in den ersten sieben Monaten

Immerhin schreibt die Daimler-Tochter im zehnten Jahr zum ersten Mal schwarze Zahlen. Von der Neuauflage des Smart setzte Daimler in den ersten sieben Monaten dieses Jahres allein in Deutschland 20.315 Autos ab - ein Plus von 31,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Smart ging damit auch besser weg als der Panda von Fiat oder der Ka von Ford. Auch Renault Twingo, Toyota Aygo und VW Polo rangieren in der Zulassungsstatistik hinter dem Winzling.

Nachfrage wird weiter steigen

Das Werk in Hambach arbeitet inzwischen mit einer laut Zetsche mehr als zufriedenstellenden Auslastung. Und das Marktforschungsinstitut CSM Worldwide erwartet, dass die Nachfrage im kommenden Jahr noch einmal kräftig anziehen wird, um mehr als 20 Prozent auf dann 160.000 Stück.

Teil 2: China soll Nachfrage beflügeln

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