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Börse feiert Rettung von Fannie und Freddie - MDAX und TecDAX steigen


Börsen-Rallye  

Börsen feiern Rettung von Fannie und Freddie

08.09.2008, 17:43 Uhr | sky/ mmr, dpa-AFX, t-online.de

Die Bullen sind los. (Foto: imago)Die Bullen sind los. (Foto: imago) Die Rettung der taumelnden amerikanischen Hypotheken-Versicherer Fannie Mae und Freddie Mac treibt die Aktienkurse in Frankfurt kräftig aufwärts: Der DAX stieg im frühen Handel bis auf 6356 Zähler - ein Plus von satten 3,7 Prozent im Vergleich zum Freitag. Am Nachmittag sinkt der DAX wieder unter die 6300er-Marke. Vor allem Finanzaktien zeigen sich stark. Die Nebenwerte-Indizes MDAX und TecDAX legten zeitweise um gut vier Prozent zu. Auch in den USA steigen die meisten Aktien. Die Kurse von Fannie Mae und Freddie Mac stürzten hingegen ins Bodenlose.

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Erleichterung nach Hypotheken-Banken-Rettung

"Die Übernahme von Fannie Mae und Freddie Mac durch die US-Regierung wird kurzfristig die Sorgen im Finanzsektor lindern - das treibt die Börsen deutlich an", kommentierte Heino Ruland von FrankfurtFinanz Partner. Auch nach Einschätzung der Commerzbank ist die Maßnahme prinzipiell positiv zu werten. "Mit der Regierungsaktion ist ein wesentliches Abwärtsrisiko für die US-Wirtschaft, nämlich ein möglicher Zusammenbruch von Fannie Mae und Freddie Mac, nun nahezu auszuschließen", sagte Commerzbank-Volkswirte Ralph Solveen. Wenngleich die Maßnahme aus ordnungspolitischer Sicht durchaus auch kritisch beurteilt werden könne, sei die Quasi-Übernahme ein gutes Zeichen für die Finanzmärkte und die US-Wirtschaft. Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baaderbank bezeichnete die Rettungsaktion der US-Regierung als die derzeit "beste Alternative". Nach Ansicht von Heino Ruland von FrankfurtFinanz Partner wird die Übernahme von Fannie Mae und Freddie Mac durch die US-Regierung kurzfristig die Sorgen im Finanzsektor lindern. "Das treibt die Börsen deutlich an", sagte er.



Finanzaktien haussieren, Fannie und Freddie stürzen

Vor allem die Bankenwerte reagieren mit einem Kursfeuerwerk auf die Übernahme der Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac: Gegen 10 Uhr klettern Deutsche-Bank-Aktien um rund sieben Prozent auf 60,73 Euro, für Titel der Hypo Real Estate geht es ebenfalls um sieben Prozent auf 17,11 Euro nach oben. Commerzbank-Titel gewinnen trotz der Durchführung der angekündigten Kapitalerhöhung drei Prozent auf 17,31 Euro. Die Titel der beiden Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac stürzten unterdessen nach vorübergehender Handelsaussetzung um mehr als 80 Prozent in die Tiefe.


Neues Vertrauen für den Markt

Allerdings lassen sich nicht alle Marktakteure von der neuen Euphorie anstecken: Das aktuelle Geschehen sehe eher nach einer technischen Reaktion aus, erläuterte Sebastian Reuter, Banken-Analyst bei Hauck & Aufhäuser, im Gespräch mit t-online.de/Wirtschaft. Vor allem der Banksektor sei zuletzt stark überverkauft gewesen. Durch die Rettungs-Aktion für Fannie Mae und Freddie Mach hätten die USA zunächst eine neue Vertrauensbasis geschaffen - Washington habe signalisiert, dass der Staat bereit sei, den Banken unter die Arme zu greifen.

Krise aber noch nicht vorbei

Allerdings sei damit das eigentliche Problem nicht gelöst, erläuterte Reuter weiter: Fallende Immobilienpreise und die Kreditklemme seien damit noch nicht vom Tisch. Die Banken liehen sich wie vor kein Geld, auch bei den Privat- und Firmenkunden würden die Standards angezogen. Somit könne die kurzfristige Reaktion wohl ein paar Tage anhalten – dies sei schon im Frühjahr nach dem Verkauf der Investmentbank Bear Stearns der Fall gewesen. “Eine Trendwende kann ich aber nicht erkennen“, sagte Reuter. Mittelfristig müssten die Anleger weiter mit Problemen im Finanzsektor rechnen.



Experten raten zu Realismus

Ins gleiche Horn stieß auch ein anderer Experte: "Das Kind ist in den Brunnen gefallen und nun gilt es, das Kind wieder aus dem Brunnen heraus zu holen - da ist die Verstaatlichung wohl die beste Alternative", sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baaderbank. "Die Maßnahme der US-Regierung musste erwartet werden, an dem 'status quo' ändert sich allerdings nicht viel - schließlich soll die Kreditvergabe nicht massiv ausgeweitet werden", assistierte Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse. Die starke Gegenbewegung der zuletzt deutlich unter Druck geratenen Bankaktien zeige, dass es große Ängste vor weiteren Problemen im Sektor gegeben habe, so der Experte. Die Kursreaktion dürfte aber keine Trendwende markieren, sondern sei nur ein kurzfristiger Effekt.

Verstaatlichung - US-Regierung übernimmt US-Hypothekenbanken

US-Immobilienmarkt fast vor dem Kollaps

Die US-Regierung will mit ihrer einmaligen Rettungsaktion die schwer angeschlagenen Hypothekenbanken retten und eine bedrohliche Krise des US-Finanzmarktes vermeiden. In den vergangenen Monaten hatte eine Rekordzahl von Hausbesitzern ihre Hypothekenzinsen nicht mehr bezahlen können. Die Hauspreise brachen an vielen Orten zusammen, zahlreiche Häuser mussten zwangsverkauft werden. Banken mussten aufgeben. Fannie und der kleinere Finanzierer Freddie stehen mit einem Volumen von mehr als fünf Billionen Dollar (3,4 Billionen Euro) hinter jedem zweiten US-Hauskredit. Beide Unternehmen haben in der Vergangenheit zahlreiche Immobilienkredite kleiner regionaler Banken, die in Finanzierungsnöte geraten waren, aufgekauft.

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