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Finanzaktien: Fannie Mae und Freddie Mac werden zu Zockeraktien


Finanzaktien  

Fannie und Freddie werden zu Zockeraktien

09.09.2008, 15:06 Uhr | sky, t-online.de

Jo-Jo an der Börse: Fan und Fred mit wilden Kurssprüngen (Foto: Reuters)Jo-Jo an der Börse: Fan und Fred mit wilden Kurssprüngen (Foto: Reuters) Fannie Mae und Freddie Mac sind zu Penny Stocks für Zocker mit starken Nerven verkommen: Beide Titel sprangen am Dienstag im Frankfurter Handel zwischenzeitlich wieder um rund ein Drittel nach oben. Die Anteile der Baufinanzierer waren am Montag kräftig herunter geprügelt worden: Fannie war um 90 Prozent auf 73 Cent eingebrochen, Freddie rutschte um 83 Prozent auf 88 Cent ab. Die aktuelle kräftige Kurserholung könnte nur ein Strohfeuer sein - denn die Altaktionäre sind mit der Verstaatlichung quasi enteignet worden.

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Vom Blue Chip zum Penny Stock

Die Erholung vom Dienstag ist nur ein schwacher Trost für die Anleger: Die beiden Titel waren einst Top-Aktien für konservative Depots. Der Höchstkurs von Fannie Mae hatte bei 87 US-Dollar gelegen, Freddie Mac hatte einst 73 Dollar erreicht. Dass diese Kurse je wieder erzielt werden, ist mehr als fraglich. Der Grund liegt in den bisher bekannten Details der von Washington angekündigten Verstaatlichung - wie es aussieht, wird der Staat werthaltige Aktien erhalten, für die bisherigen Eigner bleiben nur weitgehend wertlose Scheine übrig.

Enteignung der Anleger

"Faktisch sind die Aktionäre enteignet worden", sagte Ralf Burmeister, Leiter Kredit-Analyse für Banken bei der Landesbank Baden-Württemberg, im Gespräch mit t-online.de/wirtschaft. Der amerikanische Staat gebe für die Kapitalerhöhung besonderes Eigenkapital aus - vorrangige Titel, die sich in etwa mit Besserungsscheinen vergleichen ließen. Damit genehmige sich Washington in Zukunft eine zehnprozentige Verzinsung, falls Fannie und Freddie zu einem späteren Zeitpunkt wieder entsprechend Gewinn machen. Doch die Altaktionäre sollen leer ausgehen, die normale Dividende wurde gestrichen.

Bond-Holder vor Aktionär

Die Rettung gehe damit eindeutig zulasten der bisherigen Eigner. Dem US-Staat gehe es zunächst einmal darum, größeren Schaden an der Volkswirtschaft zu verhindern und den Hypotheken-Markt zu retten sowie die Anleihe-Investoren zufrieden zu stellen - Fannie und Freddie schulterten derzeit Bonds für rund 5 Billionen Dollar.

Innerer Wert von Null?

"Bei der ganzen Aktion herrsche noch eine Menge Unsicherheit, erläuterte auch Bastian Hepperle, Volkswirt bei der WestLB im Gespräch mit t-online/wirtschaft.de. Letztlich dürften die Ansprüche der Aktionäre schwinden, beispielsweise werde künftig keine Dividende mehr gezahlt. Die Frage sei, ob die Aktie überhaupt noch einen Wert besitze.

Verwässerung belastet

Vor allem die Verwässerung setze der Aktie zu: Der Staat habe durch die Kapitalerhöhung schon Milliarden in jedes der beiden Institute gepumpt und werde wohl auch in Zukunft neues Geld bereitstellen. Bis zu 100 Milliarden pro Institut seien angedacht. Dadurch werde sich die Zahl der Aktien erhöhen. Bislang hat sich Washington das Recht auf knapp 80 Prozent der neuen Stammaktien gesichert. In dieser Hinsicht herrsche eine enorme Unsicherheit, wie es mit den beiden Firmen weiter gehe: Niemand wisse, wann neue Staatsaktien heraus kämen und zu welchem Kurs der Staat kaufe.

Das Geschäft soll schrumpfen

Ferner spiele die Politik eine Rolle: Wegen der Präsidentschafts-Wahl sei nicht klar, wie eine künftige Administration das Thema angehe. Zweifellos müssten Fannie und Freddie auch in Zukunft günstige Finanzierungs-Konditionen für den US-Immobilienmarkt bereitstellen. Allerdings werde das Geschäft stark eingeschränkt: Das aktuelle Hypotheken-Volumen der Firmen soll von derzeit rund 950 Milliarden Dollar in den nächsten Jahren auf 250 Milliarden Dollar schrumpfen.

Delisting für Fan und Fred

Und auch von anderer Seite droht Aktionären Ungemach: Die New York Stock Exchange (NYSE) wird US-Medienberichten zufolge beide Aktien in Kürze vom Kurszettel nehmen. Aktien, die auf absehbare Zeit unter einem Dollar notieren, müssen in den außerbörslichen grauen Handel weichen - kein institutioneller Investor wird sich dann aber mit diesen Titeln im “Over-the-Counter“-Markt eindecken. Ferner teilte der Indexanbieter Dow Jones mit, dass beide Aktien von Donnerstag ab aus dem Dow Jones Financial Services Titans 30 Index entfernt werden. Fondsmanager, die diesen Index nachbilden, werden künftig beide Aktien nicht mehr kaufen.

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