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Dramatischer Kurseinbruch an Tokios Aktienbörse


Finanzkrise  

Dramatischer Kurseinbruch an Tokios Aktienbörse

16.09.2008, 18:14 Uhr | mfu, AFP , dpa-AFX , dpa , t-online.de

Dramatischer Kurseinsturz des Nikkei schockt Japans Händler (Foto: Reuters)Dramatischer Kurseinsturz des Nikkei schockt Japans Händler (Foto: Reuters) Gestern erschütterte die Meldung über die Insolvenz der viertgrößten US-Investmentbank Lehman Brothers die Börsen: Die Wall Street verzeichnete die größten Kursverluste seit dem 11. September 2001. Der Dow-Jones-Index sank auf 10.918 Punkte, ein Minus von 504 Punkten bzw. 4,4 Prozent. Und heute setzt sich das Debakel an den internationalen Finanzmärkten weiter fort: Die am Montag geschlossene Börse Tokio verzeichnet einen dramatischen Kurseinbruch. Mit bangen Blicken verfolgen die Börsianer die Ereignisse rund um den angeschlagenen US-Versicherer AIG. Rating-Agenturen stuften die Kreditwürdigkeit des Versicherungsriesen herab.

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Nikkei verliert fünf Prozent

Mit massiven Kursstürzen hat Tokios Aktienbörse am Dienstag nach einem Feiertag auf die schweren Bankenkrise in den USA reagiert. Der 225 führende Werte umfassende Nikkei sackte deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten. Zum Handelsende notierte das Börsenbarometer einen heftigen Abschlag von 605 Punkten oder fünf Prozent bei 11.609 Punkten und erreichte damit ein neues Drei-Jahres-Tief. Der breiter gefasste TOPIX Index verlor 5,7 Prozent auf 1110 Punkte. Der KOSPI in Südkorea rutschte um 5,3 Prozent. Der ST-Index in Singapur eröffnete gut drei Prozent schwächer.

Geldspritze von Japans Notenbank soll Börsen beruhigen

Angesichts der Hiobsbotschaften von den Aktienmärkten pumpte Japans Notenbank zunächst 1,5 Billionen Yen (10 Milliarden Euro) in den Geldmarkt. Später hat die Bank dann den Betrag auf 2500 Milliarden Yen erhöht. Notenbankgouverneur Masaaki Shirakawa erklärte, sein Institut werde sich weiterhin bemühen, die Märkte zu stabilisieren. Am Vortag hatten bereits die Europäische Zentralbank 30 Milliarden Euro und die Britische Zentralbank umgerechnet 6,3 Milliarden Euro sowie die US-Zentralbank ("Fed") 70 Milliarden Dollar (knapp 50 Milliarden Euro) in den Markt gepumpt, um den Abwärtstrend zu stoppen.

Video - Heftige Reaktionen an den Börsen

Bange Blicke in die USA

Derweil setzt sich die Finanzkrise in den USA weiter fort. Nach dem gestrigen Debakel blickt die Finanzwelt mit Bangen auf den angeschlagenen Versicherer AIG. Allein gestern verlor die Aktie von AIG rund 60 Prozent auf 4,76 Dollar. Die Rating-Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch stuften gestern Abend die Kreditwürdigkeit von AIG herab. Die Behörden des Staates New York erteilten inzwischen eine Sondergenehmigung, um AIG zusätzliche Liquidität im Umfang von 20 Milliarden Dollar zu verschaffen. Laut Medien benötig der Konzern schnell zwischen 40 und 75 Milliarden Dollar.

Finanzkrise erreicht US-Wahlkampf

Auch im US-Präsidentschaftswahlkampf spielt die Finanzkrise zusehends eine Rolle. Während sich der demokratische Kandidat Barack Obama für eine Intervention des Staates einsetzte, begrüßte sein republikanischer Rivale John McCain, dass keine Steuergelder zur Rettung von Lehman Brothers ausgegeben würden. Die "fundamentalen" Daten der Wirtschaft in den USA seien "solide", sagte McCain, die Krise sei auf "Partikularinteressen, Raffgier, Verantwortungslosigkeit und Korruption" zurückzuführen. Obama erklärte hingegen, die Krise sei die Quittung für "acht Jahre Politik, die den Verbraucherschutz durchlöchert" habe. Während die Spitzenmanager hohe Einkommen kassierten, sei "die Mittelklasse" vernachlässigt worden. Dies habe "die schlimmste Finanzkrise seit der Großen Depression" von 1929 heraufbeschworen.

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