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VW ist jetzt praktisch eine Porsche-Tochter


Übernahme  

VW ist jetzt praktisch eine Porsche-Tochter

17.09.2008, 12:35 Uhr | bv, dpa, AFP, t-online.de

Porsche und VW: Mutter und Tochter (Foto: ddp)Porsche und VW: Mutter und Tochter (Foto: ddp) Porsche hat seinen Anteil an Volkswagen weiter erhöht. Nach Porsche-Angaben ist VW jetzt faktisch eine Tochter des Sportwagenbauers. Derweil ist Porsche im Machtkampf bei VW weiter auf Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch angewiesen. Er hat auch in dem Gremium eine Doppelstimme, das bei VW über die Zusammenarbeit von Audi und Porsche entscheiden muss.

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Porsche übernimmt Mehrheit bei VW

Porsche hatte am Mittag mitgeteilt, dass man jetzt 35,14 Prozent der Volkswagen-Anteile besitze. Damit habe Porsche die faktische Mehrheit in der Hauptversammlung bei VW. Nach dem Wertpapierübernahmegesetz sei VW jetzt ein Tochterunternehmen der Porsche Automobil Holding SE. "Das Ziel bleibt weiterhin, unseren Anteil an Volkswagen auf über 50 Prozent zu erhöhen. Der heutige Schritt ist ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg", sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.

Auf die Zweitstimme kommt es an

Derweil ist Porsche offenbar allen Querelen zum Trotz weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch angewiesen. In einem neu eingerichteten VW-Konzernausschuss, der über Geschäfte zwischen der VW-Tochter Audi und Porsche entscheide, habe die Arbeitgeberseite nur bei Zustimmung Piëchs eine Mehrheit. Das berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Das neue Gremium wurde demnach gegen das Votum von VW-Großaktionär Porsche eingerichtet. Herrsche in dem mit je drei Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite aus dem Aufsichtsrat besetzten Ausschuss ein Patt, sei Piëchs Zweitstimme ausschlaggebend.

Piëch spielte mit Enthaltung der Arbeiternehmerseite in die Arme

Den umstrittenen Antrag zur Einrichtung des neuen Kontroll-Ausschusses hatte die Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat eingebracht. Weil Piëch der Sitzung ferngeblieben war und sich der Stimme enthalten hatte, konnten sich die Arbeitnehmer gegen Porsche durchsetzen. Piëchs Verhalten führte zum Eklat im Aufsichtsrat und zum Streit mit seinem Cousin Wolfgang Porsche. Der Autobauer Porsche erwartet sich bei der Übernahme von Volkswagen vor allem Synergien bei der Zusammenarbeit mit Audi.

Grünes Licht von der EU

Porsche hatte bereits Mitte Juni bekanntgegeben, Verträge für den Kauf der knapp fünf Prozent VW-Stammaktien geschlossen zu haben, die jetzt für den Mehrheitssprung auf über 35 Prozent sorgten. Diesen Nachweis hatte die EU-Kommission zur Bedingung gemacht, um überhaupt über die geplante Mehrheitsübernahme von Porsche bei VW zu entscheiden. Die Behörde hat dem Sportwagenbauer mittlerweile grünes Licht für die Mehrheitsübernahme gegeben. Die Zustimmung von weiteren Kartellbehörden steht noch aus.

Porsche muss Pflichtangebot für Audi-Aktionäre unterbreiten

Gleichzeitig wird Porsche der VW-Tochter Audi ein formales Pflichtangebot zum gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis unterbreiten, das innerhalb der nächsten vier Wochen bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungen (Bafin) vorgelegt werden muss. Das Angebot soll bei rund 487 Euro je Aktie liegen. Wiedeking betonte jedoch: "Wir sehen Audi als integralen Bestandteil des Volkswagen-Konzerns und haben kein Interesse daran, das Unternehmen aus dem Verbund herauszulösen." Porsche sei gesetzlich zu diesem Schritt gezwungen.

Volkswagen wird keine Audi-Aktien abgeben

VW habe bereits erklärt, das Angebot für seine 99,14 Prozent der Audi-Aktien nicht anzunehmen. Praktisch bleibe damit für das Pflichtangebot nur ein Streubesitz von 0,86 Prozent der Aktien, erklärte der Manager. Das entspreche rund 370.000 Wertpapieren. Basierend auf dem Schlusskurs von vergangenem Montag liege der Wert des Paketes bei rund 170 Millionen Euro. Porsche habe nicht vor, Audi-Aktien außerhalb des Pflichtangebots zu kaufen.

Porsche kauft weiter VW-Aktien

Porsche will bis zum November über 50 Prozent der Anteile an Volkswagen übernehmen. Trotz des Eklats im VW-Kontrollgremium um den VW-Patriarchen und Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch wird der Sportwagenbauer nach eigenen Angaben an diesem Übernahmekurs festhalten.

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