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Russische Börsen erneut geschlossen


Finanzkrise in Russland  

Russische Börsen erneut geschlossen

18.09.2008, 13:15 Uhr | mfu, dpa-AFX, t-online.de

Dramatische Kursverluste: Anleger kehren Russland den Rücken (Foto: imago)Dramatische Kursverluste: Anleger kehren Russland den Rücken (Foto: imago) Das Drama an der Wall-Street hinterlässt an den Finanzplätzen weltweit seine Spuren. Vor allem die russische Börse musste zuletzt herbe Kursverluste hinnehmen, was aber nicht nur den Turbulenzen im Finanzsystem geschuldet ist. Die Lage ist mittlerweile so dramatisch, dass die russische Börse in den letzten Tagen gleich mehrfach den Handel ausgesetzt hat. Auch heute bleibt die Moskauer Börse geschlossen. Die Regierung versucht derweil mit Finanzspritzen den angeschlagenen Finanzsektor zu stabilisieren.

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Zwangspause bis Freitag

Der Aktienhandel in Russland ist auf Anordnung der Finanzbehörde bis Freitag ausgesetzt worden. Das kündigte der russische Finanzminister Alexej Kudrin am Donnerstag an, wie die Agentur Itar-Tass meldete. Der Handel an der RTS-Börse war bereits am Mittwoch nach tagelangen massiven Kursverlusten gestoppt worden. An der zweiten großen Börse des Landes, MICEX, durften am Donnerstag nur Pensionsgeschäfte abgewickelt werden.

Umfassende Finanzhilfen

Die russische Regierung will mit Finanzspritzen der Krise Herr werden: Präsident Dmitri Medwedew wies die Regierung auf einer Krisensitzung in Moskau an, über eine zusätzliche Hilfe für die Finanzmärkte in Höhe von 500 Milliarden Rubel (13,8 Milliarden Euro) zu entscheiden. Die Hälfte der Summe müsse sofort aus dem Haushalt bereitgestellt werden. "Der russische Staat hat ausreichend Mittel, um die Wirtschaftskrise zu bewältigen", sagte der Kremlchef in Moskau. Auch die russische Notenbank will in die Bresche springen: Für die Abfederung der Liquiditätskrise stehen nach Angaben von Vize-Zentralbankchef Konstantin Korischtschenko insgesamt drei Billionen Rubel (knapp 82,6 Milliarden Euro) zur Verfügung.

Börsenindex seit Mai halbiert

Wie dramatisch die Lage in Moskau ist, zeigt der Kursverfall der russischen Aktien in den letzten Wochen. An der RTS sind die Kurse seit Mai um 57 Prozent gefallen. Analysten machen neben der Finanzkrise auch die fallenden Energiepreise und den Krieg mit Georgien verantwortlich.

Kapital flüchtet aus Russland

Sorgen bereitet Beobachtern auch die Kapitalflucht: Die Zentralbank bezifferte sie im August mit fünf Milliarden US-Dollar (3,5 Milliarden Euro), doch Experten bezweifeln die Angaben und schätzen sie auf 10 bis 20 Milliarden Dollar. Überdies büßt der Rubel rapide an Wert ein, was bei einigen Ängste vor einer neuen Rubelkrise wie 1998 auslöste. "Es ist so, dass in Zeiten drohender Sanktionen gegen Russland und erhöhter politischer Risiken viele Investoren ihre Portfolios ändern und sich auf andere Wachstumsmärkte konzentrieren", erklärte der Präsident des russischen Verbandes der Industriellen und Unternehmer, Alexander Schochin, vor mehreren Tagen.

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