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Finanzkrise: Morgan Stanley verhandelt mit Wachovia über Fusion


Finanzkrise  

Morgan Stanley verhandelt über Fusion

19.09.2008, 11:35 Uhr | bv, dpa, t-online.de

Morgan Stanley - auf der Suche nach einem Übernahmepartner (Foto: dpa)Morgan Stanley - auf der Suche nach einem Übernahmepartner (Foto: dpa) Nach einem dramatischen Kurssturz ist nun auch die Unabhängigkeit der vorletzten großen US-Investmentbank Morgan Stanley gefährdet. Das traditionsreiche Investmenthaus habe Fusionsverhandlungen mit dem viertgrößten US-Finanzkonzern Wachovia gestartet, berichtete der US-Wirtschaftssender CNBC am Donnerstag. Auch Branchenprimus Goldman Sachs kommt wegen des Kursverfalls immer stärker unter Druck. Die durch die Kreditkrise angeschlagene größte US-Sparkasse Washington Mutual stellte sich zudem Berichten zufolge ebenfalls zum Verkauf und begann bereits Gespräche.

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Gespräche um Morgan Stanley "fortgeschritten"

Wachovia und Morgan Stanley führten bereits "fortgeschrittene Gespräche" über einen Zusammenschluss, berichtete CNBC. Es seien Fusionsteams gebildet und Treffen anberaumt worden. Als weitere potenzielle Partner für Morgan Stanley gelten laut Medien die britische Bank HSBC sowie der chinesische Staatsfonds CIC. Die amerikanische Citigroup soll bereits abgelehnt haben.

Nur noch zwei Investmentbanken übrig

Der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge steht Morgan Stanley kurz vor einer möglichen Kapitalspritze eines asiatischen Investors. Dies könnte die Bank vorerst vor einem Verkauf bewahren. Goldman Sachs und Morgan Stanley sind die letzten verbliebenen unabhängigen US-Investmentbanken von einst fünf Häusern. Lehman Brothers stürzte erst zu Wochenbeginn am "schwarzen Montag" der US-Finanzbranche in die Insolvenz. Merrill Lynch rettete sich am selben Tag durch eine Übernahme in die Arme der Bank of America.

Morgan Stanley gibt Spekulanten die Schuld

Morgan-Stanley-Chef John Mack hatte einen Verkauf seines 73 Jahre alten Traditionshauses erst in dieser Woche noch ausgeschlossen. Mit scharfen Attacken gab er Spekulanten die Schuld am Absturz von Morgan Stanley an der Börse. Die US-Börsenaufsicht SEC verschärfte erst am Mittwoch die Vorschriften für Wetten auf fallende Kurse drastisch. Auch sie macht bestimmte extreme Praktiken von Spekulanten für die Kursstürze verantwortlich.

Vier Interessenten für angeschlagene Sparkasse

Bei der US-Sparkasse Washington Mutual (WaMu) zählen Berichten zufolge ebenfalls HSBC sowie die US-Häuser Citigroup, JPMorgan Chase und Wells Fargo zu den möglichen Käufern. J.P. Morgan Chase hatte vor einigen Monaten schon einmal ein Übernahmeangebot abgegeben, war aber abgeblitzt.

Spekulationen über Verkauf

Über einen Verkauf war bereits mehrfach spekuliert worden. WaMu hatte dies aber stets als nicht nötig zurückgewiesen. Die Sparkasse steht angesichts ihrer Milliardenverluste seit gut einer Woche unter verschärfter Kontrolle der Aufsichtsbehörden. Sie wechselte außerdem ihren Chef aus. Die Übernahmespekulationen trieben den WaMu-Kurs am Donnerstag zum Börsenauftakt um knapp zwölf Prozent nach oben. In den Vortagen hatte WaMu ebenfalls drastisch an Wert verloren, was die Probleme der Sparkasse nochmals verschärfte.

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