Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

Börsenwetten: SEC und FSA verbieten Short-Selling


SEC  

US-Finanzaufsicht verbietet Börsenwetten

19.09.2008, 17:53 Uhr | bab, dpa , t-online.de

Londoner Börse: Short-Selling bis Januar verboten (Foto: imago)Londoner Börse: Short-Selling bis Januar verboten (Foto: imago) Angesichts anhaltender Turbulenzen auf dem Finanzmarkt haben die britische Finanzaufsicht (FSA) und die US-Finanzaufsicht SEC Börsenwetten auf fallende Kurse einen Riegel vorgeschoben. In Großbritannien sind Leerverkäufe auf Finanztitel – das sogenannte Short Selling – bis Januar verboten. Die FSA hofft, durch dieses Verbot die Abwärtsspirale bei den Bankenaktien aufzuhalten.

Übersicht - Die großen Banken der Wallstreet
Überblick - Wichtige Begriffe zur Finanzkrise
Hintergrund - Schwarze Tage an der Börse
Quiz - Was wissen Sie über die großen Finanzkrisen?

Nichts für schwache Nerven

Bei Leerverkäufen verkaufen Investoren Aktien, die sie gar nicht besitzen, sondern sich von Dritten gegen Gebühr ausleihen. Sie hoffen auf fallende Kurse, um die Titel billiger zurückzuerwerben und die Forderung des Ausleihers bedienen zu können. Die Differenz zwischen den Preisen streichen sie als Gewinn ein, operieren jedoch auch mit einem hohen Verlustrisiko.

US-Verbot nur bis Oktober

Die SEC untersagte ab sofort die umstrittenen Aktiengeschäfte, sogenannte Leerverkäufe, für knapp 800 Titel der Finanzbranche. "Die SEC ist fest entschlossen, jede Waffe in ihrem Arsenal zu nutzen, um gegen Marktmanipulationen vorzugehen", sagte SEC-Chef Christopher Cox laut einer Mitteilung. Das US-Verbot soll zunächst bis einschließlich 2. Oktober gelten und könne um zehn Tage ausgedehnt werden.



Leerverkäufe auf Rekordniveau

Das Verbot trifft besonders Hedge Fonds und andere Börsenspekulanten. Sie verdienten bisher mit den fallenden Kursen enorme Summen. Die Leerverkäufe stellen ein immenses Milliardenvolumen dar. Wetten der Spekulanten werden von Kritikern für die zuletzt dramatischen Kursstürze mit verantwortlich gemacht. Das Volumen dieser Leerverkäufe liegt derzeit an den Börsen auf Rekordniveau.

Abwärtsspirale soll gestoppt werden

Mit der nun beschlossenen Maßnahme will die SEC die Abwärtsspirale bei Bankaktien aufhalten. Nach Ansicht vieler Börsenexperten waren die Kurswetten mit Schuld an der jüngsten Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und an der lebensbedrohlichen Krise des vom Staat vorerst geretteten US-Versicherers AIG. Befürworter der legalen Spekulationsgeschäfte sagen, die Aktienkurse würden nur die tatsächliche Lage des Unternehmens widerspiegeln.



Politik lobt Entscheidung

Britische Politiker begrüßten deshalb die Entscheidung. Der Beschluss sei nach reiflicher Überlegung gefallen, um den Markt vor weiterer Instabilität zu bewahren, sagte FSA-Chef Hector Sants. Experten sehen solche Geschäfte als einen Grund für den Niedergang der Hypothekenbank Halifax Bank of Scotland (HBOS), die vom Finanzkonzern Lloyds übernommen wird.

Mehr Themen:
Banker in Panik - "Stoppt diesen Irrsinn"
Finanzkrise - US-Regierung feilt an Mega-Rettungsplan
Hintergrund - AIG: Rettungsaktion der US-Regierung umstritten
Lehmann-Pleite - Neue Milliardenbelastung für Landesbanken

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal