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Lehman-Insolvenz erfasst Genossenschaftsbanken


Finanzkrise  

Lehman-Insolvenz erfasst Genossenschaftsbanken

25.09.2008, 14:07 Uhr | mfu/ mmr, t-online.de, dpa

Finanzkrise hinterlässt Spuren. (Foto: imago)Finanzkrise hinterlässt Spuren. (Foto: imago) Die Finanzkrise und die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers haben im deutschen Bankenwesen tiefe Spuren hinterlassen. Allein auf die deutschen Landesbanken kommen weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe zu. Doch jetzt erfasst die Krise auch die Genossenschaftsbanken, die bisher vergleichsweise glimpflich weggekommen sind. Laut einem Bericht im "Handelsblatt" verfügen die Banken über Lehman-Papiere im Wert von rund einer Milliarde Euro, die sie wohl abschreiben müssen. Sparer müssen sich aber keine Sorgen machen.

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Volksbanken sitzen auf Papieren im Wert von bis zu 700 Mio. Euro

Den Angaben der Zeitung zufolge sollen dabei allein zwischen 500 und 700 Millionen Euro auf die rund 1230 Volks- und Raiffeisenbanken und andere genossenschaftlich organisierte Kreditinstitute entfallen. Das Frankfurter Spitzeninstitut DZ-Bank und ihre Töchter verfügen über Papiere im Wert von rund 300 Millionen Euro.

Belastung nicht existenzbedrohend

Die DZ Bank, die sich derzeit in Fusionsverhandlungen mit der Düsseldorfer WGZ-Bank befindet, wollte sich laut "Handelsblatt" zu den Informationen nicht äußern. Nach den Schätzungen eines betroffenen Volksbank-Vorstandes bewege sich das Volumen der Lehman-Papiere bei den meisten genossenschaftlichen Ortsbanken im einstelligen Millionenbereich. In Hessen, Thüringen, Sachsen und dem Saarland belaufe sich das Volumen der Lehman-Papiere nach Informationen aus Finanzkreisen auf rund 50 Millionen Euro. Existenzbedrohend für die einzelnen Institute seien diese Größenordnungen aber nicht, sagten Insider.

Sparkassen weniger stark von Finanzkrise betroffen

Ganz anders sieht die Situation dagegen bei den Landesbanken aus: Laut "Handelsblatt" kommen auf diese Banken Belastungen von rund 1,7 Milliarden Euro zu. Neben der HSH Nordbank trifft die Krise vor allem die Landesbank Baden-Württemberg und die BayernLB. Vergleichsweise glimpflich kommen dagegen die Sparkassen weg. Die rund 450 Institute müssen nur Belastungen in einem „niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“ schultern.

Regionale Sparkassen erweisen sich als stabilisierender Faktor

Deutschlands oberster Sparkassen-Angestellter, Heinrich Haasis, sieht das Modell der Sparkassen und Volksbanken bestätigt: "Wir sind der Realwirtschaft verpflichtet, nah am Kunden, sammeln Geld ein in der Region, leihen es dort wieder aus an Menschen, die wir kennen. Bei denen wir auch die Risiken beurteilen können. Das ist das Zukunftsmodell“, sagte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbands in der ARD-Sendung "PlusMinus". Ausgerechnet die bis vor kurzem als "unsexy" gescholtenen Sparkassen erweisen sich in der Bankenkrise als stabilisierender Faktor unserer Wirtschaft.

"Wir bekommen neue Kunden hinzu"

Zwar melden sich auch bei den örtlichen Geldinstituten viele besorgte Kunden, die um ihre Einlagen fürchten, doch vor allem die Sparkassen und Volksbanken sehen sich gut aufgestellt. Sie scheinen sogar von der Finanzkrise zu profitieren. "Wir bekommen neue Kunden dazu", wird Ralf Rotsch, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Stade vom "Stader Tageblatt" zitiert. Den Grund sieht er in der Verunsicherung der Kunden wegen der Finanzkrise und dem Sicherungssystem der Sparkassen. Das Geld sei sicher. Anders als die internationalen Großbanken hätten die Sparkassen Liquidität.

Sparkassen-Kunden wissen, was sie tun

Auch Mathias Schröder, Vertriebsmanager bei der Sparkasse Stade-Altes-Land sieht bei den Kunden eine gewisse Verunsicherung wegen der Finanzkrise. Doch gerade die persönliche Beratung biete den Kunden Sicherheit. Schröder: „Die Kunden wissen, was sie tun.“ Sie streuten ihr Vermögen möglichst breit und blieben ruhig, auch wenn es in einem Bereich einmal nicht so gut laufe.

Regierungserklärung - Weltfinanzsystem wird sich radikal verändern

Deutsche Bankensystem hat sich bewährt

Auch Peer Steinbrück beruhigte. In seiner Regierungserklärung vor dem Bundestag am Donnerstag betonte der Finanzminister, dass sich das deutsche Drei-Säulen-Bankensystem aus privaten, öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Instituten im internationalen Vergleich relativ robust zeige. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin sei sich zudem sicher, dass die Institute die Verluste ausgleichen und die Sicherheit privater Ersparnisse gewährleisten könnten.

USA werden Führungsstatus im Weltfinanzsystem verlieren

Die Finanzkrise in Deutschland werde nicht die Dimensionen Amerikas erreichen, wo das Bankensystem versagt habe, prognostizierte Steinbrück. "Die Welt wird nicht wieder so werden wie vor der Krise", betonte er in seiner Regierungserklärung. Er sprach zugleich von einem Erdbeben, in dessen Folge die USA ihren Status als "Supermacht des Weltfinanzsystems" verlieren würden.

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