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Devisen: Trotz Finanzkrise stieg der US-Dollarkurs


Devisen  

Devisenpapiere: Kurzfristige Probleme

26.09.2008, 19:17 Uhr | ZertifikateJournal, t-online.de

Der US-Dollar: Warum legte er trotz US-Finanzkrise zuletzt wieder zu? (Foto: Archiv)Der US-Dollar: Warum legte er trotz US-Finanzkrise zuletzt wieder zu? (Foto: Archiv) Viele Börsianer verstehen die Welt nicht mehr. Wie kann es sein, dass der US-Dollar zuletzt so stark zulegte? Schließlich ist die USA, das Mutterland der aktuellen Finanzkrise, doch besonders stark betroffen: Institute wie Lehman Brothers beantragen Gläubigerschutz, die US-Wirtschaft läuft nicht rund und die Verstaatlichungen von Fannie Mae, Freddie Mac und jetzt auch AIG belasten den Haushalt.

Zehn Prozent Aufwertung innerhalb weniger Monate

Und doch drehte der Greenback: Noch Mitte Juli bezahlten Anleger gut 1,60 US-Dollar für einen Euro. Nun rutschte er zeitweise unter die Marke von 1,40 US-Dollar. Binnen zweier Monate wertete die US-Währung rund zehn Prozent auf.

Abflauende Weltkonjunktur

Es gibt mehrere Gründe, die das Phänomen erklären – etwa die schwächelnde Weltkonjunktur: Waren sich Experten vor wenigen Wochen noch sicher, dass sich die Länder aus der Euro-Zone und den Emerging Markets von der US-Konjunkturflaute abkoppeln können, herrscht nun die gegenteilige Meinung vor.

Fed-Politik spricht für US-Dollar-Investment

Zudem spricht die Aktivität der Verantwortlichen für ein US-Dollar-Investment: Die Notenbank Fed senkte den Leitzins auf zwei Prozent, die Regierung legte ein milliardenschweres Konjunkturprogramm auf. Und während sich die Leitzinsen in Euroland in den kommenden Monaten eher nach unten entwickeln dürften, gehen Experten in den USA von stabilen oder sogar leicht steigenden Zinsen aus.

US-Banken benötigten Cash

Die Probleme der US-Banken trugen sogar zur Aufwertung der Währung bei: Da viele Institute wegen hoher Abschreibungen Kapital brauchten, machten sie in großem Stil ausländische Anlagen zu Geld und holten sie in den heimischen Währungsraum zurück. Hinzu kam die zunehmende Risikoscheu im Lande.

Abbau von Carry Trades

Die Amerikaner, die weltweit wichtigsten grenzüberschreitenden Anleger, bauten Positionen ab, die häufig mit Krediten finanziert waren. Diese hatten sie in Währungen mit niedrigen Zinsen aufgenommen. Grund: Sogenannte Carry Trader verschulden sich beispielsweise im Yen und investieren das Geld in einer anderen Währung. Bei einem Leitzins von 0,5 Prozent in Japan und (bis vor kurzem) 8,25 Prozent in Neuseeland ließen sich so attraktive Gewinne erzielen.

Auswirkung auf Devisenhandel

Mit der Auflösung dieser Carry Trades bekamen allerdings auch viele Währungs-Zertifikate Probleme, die sich bislang tapfer hielten – wie etwa das auf den G10-Raum beschränkte Papier der Schweizer UBS. Das Anfang 2007 gelaunchte „G10 Carry Trade-Zertifikat“ stürzte in den vergangenen 30 Tagen prozentual zweistellig ab und liegt auch auf Jahressicht dick im Minus.

Schwache Performance nicht nur in Schweiz

Die im vergangenen Jahr noch sehr erfolgreiche Strategie zielt darauf ab, in Ländern mit niedrigen Zinsen Kredite aufzunehmen und das Kapital in höherverzinsten Währungen anzulegen. Mit der schwachen Performance stehen die UBS-Experten aber keineswegs alleine da: Die gehebelte Version des „DWS GO Währungs-Zertifikats“ rangiert auf Jahressicht ebenfalls mit knapp zehn Prozent in der Verlustzone.

Nicht nur Verlierer bei Währungs-Zertifikaten

Auch das Zertifikat auf den „Intelligent Carry Index“ von Barclays Capital, das von Arbitragegeschäften an den Zinsmärkten der G10-Währungen profitieren sollte, rutschte rund acht Prozent ab. Doch es gab auch Gewinner: Weitaus besser schlug sich beispielsweise ein UBS-Papier auf eine Carry-Strategie auf Basis von 24 globalen Währungen. Das „V24 Carry“-Zertifikat enthält neben den G10-Devisen auch spekulativere Währungen aus Ländern wie der Türkei, Brasilien, Korea oder Island. Das relativ neue Zertifikat liegt auf Sicht von sechs Monaten immerhin 3,5 Prozent im Plus.

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