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Milchskandal: Deutsche Milchwirtschaft könnte von Skandal in China profitieren


Milchskandal  

Milchwirtschaft könnte von Skandal in China profitieren

25.09.2008, 17:45 Uhr | oca, t-online.de

Die deutschen Milchbauern und Molkereien könnten vom Skandal um verseuchtes Milchpulver in China profitieren. "Wir haben in den vergangenen Tagen erste Anfragen aus China erhalten", sagte der Referatsleiter Milch beim Deutschen Bauernverband (DBV), Rudolf Schmidt. Es könne "durchaus sein, dass dabei das eine oder andere Geschäfts herauskommt". Weil die Vermarktung von Milchprodukten nicht zu den Aufgaben des DBV gehöre, seien die Anfragen an den Milchindustrieverband (MIV) weitergeleitet worden. Auch dieser bestätigte, "Anfragen aus China" erhalten zu haben. Konkrete Geschäfte seien bislang jedoch nicht abgeschlossen worden.

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Höhere Qualität kann ein Wettbewerbsvorteil sein

Der DBV sehe "es von der Marktentwicklung her positiv, wenn China auf sicheres deutsches Milchpulver zurückgreift", sagte DBV-Milchexperte Schmidt. Dies sei nicht nur für die deutsche, sondern auch für die gesamte europäische Milchwirtschaft eine Chance. "Die Entwicklung zeigt, dass am Weltmarkt scheinbar doch nicht alles über den Preis läuft", sagte Schmidt. Trotz höherer Kosten "scheinen wir richtig beraten zu sein, auch in Zukunft stärker an unseren Qualitätsstandards zu arbeiten". Die Anfragen aus der Volksrepublik zeigten, dass höhere Qualität im internationalen Handel mit Lebensmittelrohstoffen ein Wettbewerbsvorteil sein könnten.



Milch-Skandal in China: 53.000 kranke Kinder

Nachdem in China derzeit kein Vertrauen mehr in Milchpulver aus heimischer Produktion besteht, steigt offenbar die Nachfrage des Landes nach Importen. In den vergangenen Tagen mussten in der Volksrepublik knapp 53.000 Kinder wegen des Verzehrs von verseuchtem Milchpulver behandelt werden. Chinesische Produzenten hatten das Pulver mit der Industriechemikalie Melamin versetzt, die vor allem in Klebstoff und zur Herstellung von Plastik verwendet wird. Dadurch sollte der Proteingehalt des Milchpulvers steigen. Mehrere Kinder starben bereits durch den Verzehr verseuchten Pulvers.

Milchverband: bald neue Lieferverträge

Der Geschäftsführer des Milchindustrieverbandes (MIV), Eckhard Heuser, rechnet schon bald mit dem Abschluss mehrerer Lieferverträge. Ohnehin orderten chinesische Unternehmen hierzulande bereits zunehmend Milchpulver, sagte Heuser der "Welt". Im ersten Halbjahr 2008 lieferten die heimischen Molkereien laut MIV gut 3500 Tonnen Vollmilch- und Molkenpulver in die Volksrepublik. Dies seien 54 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit neuen Aufträgen rechnet der MIV nach eigenen Angaben aber nicht nur aus China: Nachdem zahlreiche Länder in Afrika und Asien in Folge des Skandals die Einfuhr chinesischer Produkte eingestellt haben, müssten auch dort die entstehenden Lücken mit Ware aus anderen Lieferländern gefüllt werden.



Mehr Kontrollen für China-Importe

Unterdessen will die die EU-Kommission im Skandal um verseuchtes Milchpulver in China die Kontrollen verschärfen. EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou sagte der "Frankfurter Rundschau", "wir haben die EU-Lebensmittelbehörde EFSA aufgefordert, Kekse, Schokolade, Fertigsuppen und andere Waren aus China auf Rückstände an Milchpulver zu überprüfen". Außerdem seien die Mitgliedstaaten aufgerufen, die Kontrollen von chinesischen Einfuhren zu erhöhen, sagte sie. Auch die europäische Nahrungsmittelindustrie solle ihre Importe stärker überwachen.

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