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Washington Mutual ist nicht mit deutschen Sparkassen zu vergleichen


Hintergrund  

Washington Mutual ist nicht wie deutsche Sparkassen

26.09.2008, 15:06 Uhr | lgs, dpa, t-online.de

Bei dem zusammengebrochenen US-Finanzinstitut Washington Mutual handelt es sich nach Betonung des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) nicht um eine Sparkasse im deutschen Sinn. Weder entspreche das Geschäftsmodell dem der deutschen Sparkassen, noch sei dieses Kreditinstitut mit den deutschen Sparkassen verbunden, argumentierte der DSGV. Das US- Institut wird aus Sicht des Verbandes zu Unrecht "Sparkasse" genannt. DSGV-Präsident Heinrich Haasis betonte: "Kein Anleger muss sich Sorgen um Einlagen bei seiner Sparkasse machen. Diese sind sicher."

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Nicht mit deutschen Sparkassen zu vergleichen

Hintergrund der Erklärung war, dass nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Bank Washington Mutual offenbar auch Kunden deutscher Sparkassen in Sorge waren. Zu Unrecht, wie der Sparkassenverband betonte. Hinsichtlich der Rechtsform und der geografischen Geschäftsausdehnung sei das US-Institut nicht mit einer deutschen Sparkasse gleichzusetzen.



Milliardenverluste durch Kreditkrise

Das wegen der Finanzkrise zusammengebrochene börsennotierte US-Institut Washington Mutual wird größtenteils vom Finanzkonzern JPMorgan Chase übernommen. Die Großbank nimmt auch komplett die Einlagen der Washington-Mutual-Kunden auf sich und garantiert diese damit. Washington Mutual mit Sitz in Seattle (US-Staat Washington) erlitt in der Kreditkrise Milliardenverluste.



Bis in die 80er unter strenger staatlicher Regulierung

Washington Mutual war aus einer sogenannten savings & loans association (S&L) hervorgegangen. Die S&L waren Institute, die vor allem Spareinlagen privater Kunden führten und private Immobiliendarlehen vergaben. Oft in kommunaler Trägerschaft unterlagen sie bis Anfang der 1980er Jahre strengen Regulierungen. Diese wurden gelockert - Folge war eine heftige Krise. Zwischen 1986 und 1995 fiel etwa die Hälfte dieser Institute in der "S&L-Krise" einer Abschwächung des US-Immobilienmarkts zum Opfer. Ihre Zahl schrumpfte auf etwa 1500 Institute, auf die laut DSGV ein Marktanteil von 30 Prozent bei privaten Immobilienkrediten entfällt.

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Börsennotiert seit 1983

Später habe Washington Mutual mit einer Genossenschaft fusioniert. Seit 1983 sei das Institut eine börsennotierte Aktiengesellschaft - größter Einzelaktionär sei die Texas Pacific Group (TPG). Washington Mutual ist laut DSGV der größte noch unabhängige Hypothekenanbieter und nach der Bilanzsumme (August 2008: 143 Mrd. Dollar) sechstgrößte US-Bank. Sie habe 2.600 Filialen in den USA mit einem Marktwert von 3,4 Milliarden US-Dollar.

Deutsche Sparkassen sind dem Gemeinwohl verpflichtet

Sparkassen in Deutschland sind in der Regel Anstalten öffentlichen Rechts. Träger sind dann kommunale Gebietskörperschaften oder ein kommunaler Zweckverband. Sie unterliegen dem Regionalprinzip. Danach stimmt das Geschäftsgebiet einer Sparkasse im allgemeinen mit dem Gebiet des jeweiligen kommunalen Gewährträgers überein. Ferner sind deutsche Sparkassen dem Gemeinwohl verpflichtet. Zudem gibt es freie Sparkassen, die teils privatrechtlich betrieben werden. Es gibt 446 Sparkassen in Deutschland mit rund 16.000 Geschäftsstellen.

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