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Banken-Pleite: Finanzkrise gärt weiter - wen trifft es als nächstes?


Banken-Pleite  

Finanzkrise gärt weiter - wen trifft es als nächstes?

07.10.2008, 14:35 Uhr | mmr, t-online.de , dpa

Finanzkrise: Immer mehr Banken in Bedrängnis. (Foto: dpa)Finanzkrise: Immer mehr Banken in Bedrängnis. (Foto: dpa) Größte Banken-Pleite der US-Geschichte: Die einst führende amerikanische Sparkasse Washington Mutual ist unter den Lasten der Kreditkrise zusammengebrochen. In einem Notverkauf wird sie zu weiten Teilen vom Finanzkonzern JPMorgan Chase übernommen. Washington Mutual (WaMu) ist als börsennotiertes Institut keine Sparkasse im deutschen Sinn. Darauf weist auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hin. Es gebe auch keine Verbindung zu den Sparkassen in Deutschland. Dennoch herrscht große Verunsicherung über die weiteren Aussichten infolge der Finanzkrise. Am Aktienmarkt fallen die Kurse mal wieder deutlich: Der DAX fiel am frühen Nachmittag zeitweise auf 6001 Punkte, erholte sich später aber wieder.

Größte US-Bank pleite - Teile von Washington Mutual gerettet
Hintergrund - Washington Mutual ist nicht wie deutsche Sparkassen
US-Rettungsplan stockt - Kongress stimmt 700-Milliarden-Hilfe nicht zu
Trotz Finanzkrise - Deutsche Bahn geht im Oktober an die Börse

Größte Bankenpleite der US-Geschichte

Inmitten des politischen Tauziehens um das staatliche Milliarden-Rettungspaket für die Banken-Branche in den USA hat die Finanzkrise einen neuen dramatischen Höhepunkt erreicht. Die aktuellen Börsenturbulenzen zeigen die Ängste der Anleger, dass es zu einem Flächenbrand kommt. Innerhalb von nur zwei Wochen fielen den Turbulenzen reihenweise große US-Finanzhäuser zum Opfer. JPMorgan Chase zahlt 1,9 Milliarden Dollar (1,3 Mrd. Euro) für die von Washington Mutual übernommenen Einlagen und Filialen. Das gab die US-Sparkassen-Aufsicht bekannt. Durch den Rettungskauf steigt JPMorgan zur nach Einlagen größten US-Bank auf mit 5400 Zweigstellen und Kundengeldern von rund 900 Milliarden Dollar auf.


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US-Rettungspaket hängt immer noch im Kongress

Die Finanzkrise gärt unterdessen weiter. Niemand weiß, welche Bank als nächstes in die Pleite gerissen wird. Dringend warten Sparer, Anleger und Immobilien-Besitzer auf das angekündigte 700-Milliarden-Dollar-Hilfspaket der US-Regierung. Doch im Kongress konnte man sich bislang nicht einigen. Die Präsidenten-Wahl steht vor der Tür. Und somit hängt sowohl für Republikaner als auch für Demokraten viel Wählerpotenzial an der Abstimmung. Präsident George W. Bush warnte kürzlich, dass die Ersparnisse der Amerikaner in Gefahr seien, wenn das Rettungspaket nicht kommt. Eine indirekte Folge seiner Brandrede: Die Kunden von Washington Mutual räumten ihre Konten leer, weil sie das Vertrauen in ihre Bank verloren hatten und trugen so letztlich einen Gutteil zur Pleite bei.

 

System-Kollaps wird verhindert

Das erwartete Rettungspaket der US-Regierung für den angeschlagenen Bankensektor auf die US-Wirtschaft wird nach Ansicht der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) einen Systemkollaps verhindern. Mit den Maßnahmen dürften Zusammenbrüche größerer Banken wie Washington Mutual die Ausnahme bleiben, schreibt Analyst Matthias Huth in einer Studie zu "Fixed Income Trades and Strategy" am Freitag. Trotz der Bedenken im Kongress sei eine Zustimmung wahrscheinlich, da ein Scheitern des Rettungspaketes im Senat aus seiner Sicht noch weitaus größere Risiken in sich berge.

Konjunktur wird sich abschwächen

In Deutschland sind Sparer und Anleger nur indirekt betroffen. Zwar sind auch viele hiesige Banken mit amerikanischen Instituten geschäftsmäßig verbandelt. Doch bleibt das Ausmaß der Verflechtungen überschaubar. Dass es auch bei deutschen Instituten zu einer ähnlichen Entwicklung wie in Amerika kommt, ist sehr unwahrscheinlich. So rechnet etwa Christian Achilles, Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, hierzulande nicht mit einer ähnlichen Pleite. Dennoch trifft die US-Banken-Krise auf Umwegen auch Deutschlands Bürger. Die Weltkonjunktur dürfte sich deutlich abschwächen, auch Deutschland wird davon nicht verschont bleiben. Das dürfte nach Einschätzung von Arbeitsmarkt-Forschern im nächsten Jahr erstmals seit vier Jahren auch wieder zu wachsender Arbeitslosigkeit führen.

Deutsche Bahn - Im Oktober geht's an die Börse

Deutsche Bahn bald börsennotiert

Ungeachtet der Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten will die Deutsche Bahn AG ihren Börsengang durchziehen. Demnach will der staatseigene Logistik-Konzern am 27. Oktober an der Börse starten. Insgesamt sollen 24,9 Prozent der Bahn-Anteile am Kapitalmarkt angeboten werden. Die Zeichnungsphase für Privatanleger in Deutschland soll am 13. Oktober beginnen.

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