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Börsen zwischen Angst und Hoffnung


Börsen & Märkte  

Börsen zwischen Angst und Hoffnung

07.10.2008, 14:35 Uhr | mmr , dpa, t-online.de

Saal der Börse in Frankfurt (Foto: Katja Lenz)Saal der Börse in Frankfurt (Foto: Katja Lenz) Anleger schauen weiter gebannt auf die Entwicklung der Finanzkrise - besonders da das Ringen um das US-Rettungspaket am Sonntag noch kein endgültiges Ergebnis hat. Die Krisengespräche über das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungsprogramm für die US-Finanzbranche führten aber immerhin zu dem Durchbruch, dass sich Republikaner und Demokraten auf die Rahmenbedingungen einigten. Spätestens in der Nacht zu Sonntag soll das Maßnahmen-Paket den Kongress passiert haben. An den Börsen wird am Montag aber das Augenmerk auch auf der US-Großbank Wachovia liegen, die nach großen Verlusten händeringend einen Käufer sucht.

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Leidensfähigkeit des Markts wird geprüft

Die Bankenkrise fordert offenbar ein weiteres Opfer. Die Großbank Wachovia soll kurz vor der Übernahme stehen. Zu den Interessenten zählten die US-Konzerne Citigroup und Wells Fargo sowie die spanische Banco Santander, berichteten US-Zeitungen. "Krisen hat es immer schon gegeben, auch wenn diese hier vom Ausmaß her fast ohne Beispiel ist", sagte Aktienstratege Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank. Der Sturz der Washington Mutual sei zwar ein weiterer Schock, allerdings sei der Markt bereits sehr leidensfähig und habe auch schon einiges an schlechten Nachrichten im aktuellen Kursniveau berücksichtigt. Duwe geht insgesamt davon aus, dass die Kurse weiter stark schwanken werden und die alten Tiefstände noch einmal angetestet werden könnten. "Eigentlich sollte der Boden aber gefunden sein".

 

DAX nachbörslich über 6100 Punkten

Der Freitagshandel in Deutschland war noch geprägt von der Pleite der größten US-Sparkasse Washington Mutual. Der DAX beendete den Xetra-Handel mit rund 1,8 Prozent Verlust bei 6064 Punkten. Der TecDAX verlor satte 3,4 Prozent auf 725 Zähler, der MDAX notierte 2,2 Prozent schwächer bei 7284 Punkten. Im späten Handel erholten sich die Kurse etwas. Im nachbörslichen Handel schaffte es der DAX wieder über die Marke von 6100 Punkten. Die wichtigsten US-Börsen sind am Freitag uneinheitlich ins Wochenende gegangen und konnten damit nur zum Teil an ihre Gewinne vom Vortag anknüpfen. Der Leitindex Dow Jones drehte zum Handelsschluss ins Plus und gewann 1,1 Prozent auf 11.143 Zähler, der marktbreite S&P-500-Index rückte um 0,3 Prozent auf 1213 Zähler vor. An der NASDAQ fiel der Composite-Index hingegen um 0,2 Prozent auf 2183 Punkte.

Unsicherheit zehrt an den Nerven

"Die Euphorie in Folge des in Aussicht gestellten Rettungspakets ist in der vergangenen Woche bereits weitgehend verflogen", schrieben die Experten der Landesbank Berlin (LBB). Die Unsicherheit über die Ausgestaltung des Programms sowie der erneut enttäuschende Nachrichtenfluss von der heimischen Konjunktur hätten an den Nerven der Marktteilnehmer gezehrt. Ein Rückfall in Richtung der Jahrestiefs sei für den DAX wahrscheinlicher als eine lang anhaltende Erholung, so die LBB.

Pessimistische Prognosen

Auch die Experten der Weberbank nahmen die Ereignisse der vergangenen Wochen zum Anlass, ihre Prognose für den Aktienmarkt pessimistischer zu gestalten. "Das Finanzsystem wird bereits nie mehr das sein, was es einmal war, weil es in den USA keine der großen Investmentbanken mehr als solche gibt", so die Analysten. Das Rettungspaket könne durch fehlende Details noch nicht beurteilt werden. In jedweder Ausgestaltung könne es die Problemkredite aber nicht wegdefinieren, sondern nur verschieben. "Wie man es auch dreht und wendet, die schnellere Genesung des Bankensystems wird mit einer Lähmung der restlichen Wirtschaft erkauft." Zudem sei die schiere Dimension des Bankenproblems noch viel größer, als es vor zwei Wochen die schlimmsten Vorahnungen hätten vermuten lassen. "Diese negative Überraschung wiegt schwerer als jeder mögliche Erfolg, dem man dem groß angelegten Notfallprogramm der US-Regierung nur wünschen kann."

Rettungspaket wird nicht zu Kurssprüngen führen

Dass das US-Rettungspaket noch platzen könnte, ist für Analysten unterdessen kaum vorstellbar. "Ein Scheitern stellt eigentlich keine Option dar", sagte der Experte der Bremer Landesbank Duwe. Gerade vor der anstehenden Präsidentschaftswahl werde sich keine Seite den Vorwurf gefallen lassen wollen, das Finanzsystem auf dem Gewissen zu haben. Mit einer großen "Erleichterungs-Rallye" rechnet Duwe allerdings nicht. "Die überraschend angekündigte Maßnahme hatte bereits für Kursgewinne gesorgt. Viel nachkommen kann hier nicht".

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