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Neue Bankenpleite in den USA? Gerüchte um Wachovia


Finanzkrise  

Neue Bankenpleite in den USA? Gerüchte um Wachovia

07.10.2008, 14:34 Uhr | mmr, dpa, t-online.de

Wachovia-Logo (Foto: Reuters)Wachovia-Logo (Foto: Reuters) Nach dem größten Banken-Zusammenbruch der US-Geschichte steigt der Druck auf eine Reihe weiterer Finanzhäuser. Nun steht die zu den führenden US-Großbanken zählende Wachovia nach Milliardenverlusten sowie einem Absturz an der Börse unter Zugzwang und spricht laut Medien mit mehreren möglichen Käufern. Zu den Interessenten zählten die US-Konzerne Citigroup und Wells Fargo sowie die spanische Banco Santander, berichteten US-Zeitungen übereinstimmend. Das Milliarden-Rettungspaket der US-Regierung kommt für Wachovia wohl zu spät.

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Weitere Bankenpleiten trotz US-Hilfspaket?

Experten rechnen auch trotz des geplanten staatlichen Rettungspakets mit weiteren Banken-Pleiten in den USA. Neue Zusammenbrüche unter den insgesamt rund 8400 US-Banken seien wahrscheinlich, sagte erst vor kurzem auch die Chefin der staatlichen Einlagensicherung FDIC, Sheila Bair. Am Wochenende versuchten Regierung und Kongressparteien das 700-Milliarden-Dollar Hilfspaket zu verabschieden, eine schriftliche Einigung steht im Kongress unmittelbar bevor.

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Lebensbedrohlicher Abwärtssog an der Börse

Die bisher größte US-Sparkasse Washington Mutual (WaMu) war zum Ende der Woche zusammengebrochen. Die Behörden verkauften sie zum Großteil an den US-Finanzkonzern JPMorgan Chase. Wie zahlreiche andere Banken hatte WaMu durch die Kreditkrise Milliarden-Verluste erlitten und war zuletzt durch einen massiven Kurssturz an der Börse in einen lebensbedrohlichen Abwärtssog geraten.

 

Wachovia-Kurs stürzt ab

Die traditionsreiche Großbank Wachovia stürzte am Freitag an der Börse heftig ab. Der Aktienkurs verlor 27 Prozent und fiel auf nur noch 10 Dollar, nachbörslich ging die Talfahrt weiter. Allein seit Jahresbeginn büßte die viertgrößte US-Bank rund 75 Prozent ihres Börsenwerts ein.

Lassen Interessenten Wachovia bewusst stürzen?

Wachovias Verkaufsgespräche seien noch in einem "frühen Stadium", hieß es in den Medien. Experten halten nach dem Beispiel des Zusammenbruchs von WaMu inzwischen auch für möglich, dass Interessenten Wachovia zunächst bewusst ins Aus stürzen lassen und sich dann Teile der Bank zu einem Schnäppchenpreis sichern wollen. Fusionsgespräche zwischen Wachovia und der bis vor kurzem reinen Investmentbank Morgan Stanley waren laut Berichten zufolge erst zur Wochenmitte gescheitert.

Neun Milliarden Verlust im zweiten Quartal

Allein im zweiten Quartal hatte Wachovia wegen enormer Abschreibungen ein Rekordminus von mehr als neun Milliarden Dollar eingefahren. Die Bank streicht derzeit etwa zehn Prozent ihrer zuletzt rund 120.000 Stellen. Zur Jahresmitte hatte sie wegen der Probleme ihren Chef ausgewechselt.

Mehr als 100 US-Banken gefährdet

Die staatliche US-Einlagensicherung für die Branche FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) zählte Ende Juni 117 gefährdete Banken. Ein Quartal zuvor waren es erst 90. Außer WaMu brach in diesem Jahr schon ein Dutzend US-Banken zusammen. Zuletzt war sogar über Probleme des Einlagensicherungsfonds selbst spekuliert worden. Ende Juni hatte die FDIC noch rund 45 Milliarden Dollar in der Kasse.

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