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Finanzkrise in den USA: Citigroup übernimmt Großteil der Wachovia-Bank


Bankenpleite  

Citigroup übernimmt Großteil der US-Bank Wachovia

08.10.2008, 15:38 Uhr | sky, dpa-AFX, dpa, t-online.de

Citigroup schluckt Wachovia (Foto: Reuters)Wachovia-Bank gerettet? (Foto: Reuters) Der US-Finanzkonzern Citigroup kauft weite Teile der durch die Kreditkrise angeschlagenen viertgrößten US-Bank Wachovia. Die Übernahme erfolgte unter Vermittlung der Bankenaufsicht und der US-Regierung. Das teilte die staatliche Einlagensicherung FDIC in Washington mit. Citigroup übernehme den Großteil der Filialen und Kundengelder sowie auch Verluste des Wettbewerbers in Milliardenhöhe. Wachovia sei aber nicht wie zuletzt andere Banken vor dem Verkauf zusammengebrochen, betonte die Behörde. Die Wachovia-Aktie stürzt ins Nichts.

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Staat erhält Citi-Aktien als Gegenleistung

Die Citigroup und die Einlagensicherung FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) teilen sich die Verluste bei Wachovia. So werde die Citigroup bis zu 42 Milliarden Dollar an möglichen Verlusten aus einem riskanten Wachovia-Kreditbestand von 312 Milliarden Dollar schultern. Darüber hinausgehende Ausfälle sichere die FDIC ab. Dafür erhalte die FDIC Citigroup-Vorzugsaktien im Volumen von zwölf Milliarden Dollar. Der Schritt sei nötig gewesen, um das Vertrauen in die Bankenbranche zu erhalten, sagte FDIC-Chefin Sheila Bair. Für die Wachovia-Kunden ändere sich außer dem Eigentümerwechsel nichts.

Kurssturz bei Wachovia

Für die Altaktionäre bedeutet der Verkauf den Totalverlust: Die Wachovia-Aktie fiel im vorbörslichen US-Handel um rund 90 Prozent auf knapp über 90 Cent. Schließlich wurde der Handel ausgesetzt. Der Kurs der traditionsreichen Großbank war schon am Freitag an der Börse heftig abgestürzt: Der Titel verlor 27 Prozent seines Wertes und fiel auf nur noch 10 Dollar, nachbörslich ging die Talfahrt weiter. Allein seit Jahresbeginn büßte die viertgrößte US-Bank rund 75 Prozent ihres Börsenwerts ein.

Neun Milliarden Verlust im zweiten Quartal

Wachovia galt seit langem als Krisenkandidat: Allein im zweiten Quartal hatte Wachovia wegen enormer Abschreibungen ein Rekordminus von mehr als neun Milliarden Dollar eingefahren. Die Bank streicht derzeit etwa zehn Prozent ihrer zuletzt rund 120.000 Stellen. Zur Jahresmitte hatte sie wegen der Probleme ihren Chef ausgewechselt. Fusionsgespräche zwischen Wachovia und der bis vor kurzem reinen Investmentbank Morgan Stanley waren laut Presseberichten erst zur Mitte der Vorwoche gescheitert.


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Kapitalerhöhung bei Citigroup

Citigroup-Aktien notierten im Montagshandel zunächst mit einem leichten Minus. Der Konzern will zur Finanzierung der Wachovia-Übernahme zehn Milliarden Dollar frisches Kapital über die Ausgabe von Stammaktien einsammeln. Zudem soll die Quartalsdividende auf 16 Cent halbiert werden,
teilte die Citigroup am Montag in New York mit. Die Citigroup will dadurch ihre Kapitalausstattung stabil halten.

Nachschlag zum WaMu-Debakel

Die bisher größte US-Sparkasse Washington Mutual (WaMu) war zum Ende der vorigen Woche zusammengebrochen. Die Behörden verkauften sie zum Großteil an den US-Finanzkonzern JPMorgan Chase. Wie zahlreiche andere Banken hatte WaMu durch die Kreditkrise Milliarden-Verluste erlitten und war zuletzt durch einen massiven Kurssturz an der Börse in einen lebensbedrohlichen Abwärtssog geraten.

Mehr als 100 US-Banken gefährdet

Die staatliche US-Einlagensicherung für die Branche FDIC zählte Ende Juni 117 gefährdete Banken. Ein Quartal zuvor waren es erst 90. Außer WaMu brachen in diesem Jahr schon ein Dutzend US-Banken zusammen. Zuletzt war sogar über Probleme des Einlagensicherungsfonds selbst spekuliert worden. Ende Juni hatte die FDIC noch rund 45 Milliarden Dollar in der Kasse.

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