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Finanzkrise ist in Europa angekommen: Banken bangen um ihre Existenz


Finanzsektor  

Europas Banken erfasst die Angst

30.09.2008, 20:10 Uhr | Kathrin Schulte-Bunert,, dpa , t-online.de

Dunkle Wolken über der Bankenmetropole Frankfurt (Foto: dpa)Dunkle Wolken über der Bankenmetropole Frankfurt (Foto: dpa) Nach dem Scheitern des Rettungsplans für die US-Banken herrscht im europäischen Finanzsektor Angst. Wie Dominosteine fallen die Institute seit Anfang der Woche um und müssen von Staat und Konkurrenten gerettet werden: Die deutsche Hypo Real Estate, die belgisch-niederländische Fortis, die britische Bradford & Bingley und - jüngstes Beispiel - die belgisch-französische Dexia. Die Krise ist in Europa endgültig angekommen. In der Branche ist immer häufiger die Frage zu hören: "Wer ist der nächste?"

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Die Krise ist endgültig angekommen

Schon lange ist die eigentliche Ursache der Krise - das Zocken mit US-Ramschhypotheken - nicht mehr das einzige Problem der Banken. Durch die steigende Nervosität sind längst auch die Preise für Wertpapiere höherer Qualität am Boden. Die Banken mussten entsprechend die Werte in ihren Büchern berichtigen und die Verluste der vergangenen Quartale abschreiben. Da sich die Banken misstrauen, leihen sie sich gegenseitig kein Geld mehr für die wichtige Gegenfinanzierung von Krediten - das etwa zwang die Münchener Hypo Real Estate (HRE) in die Knie. Fallende Aktienkurse und zunehmender Vertrauensverlust haben einen Teufelskreis begründet, der zuerst in den USA und jetzt auch in Europa ein Institut nach dem anderen an den Rand des Abgrunds bringt.



Experten sehen weitere Wackelkandidaten

Banken-Experten hätten die Institute kritisch unter die Lupe genommen, die hohe Verbindlichkeiten und in jüngster Zeit große Ausgaben getätigt hätten, sagte Rolf Tilmes von der European Business School (EBS). Zu dem Kreis gehören nach seiner Einschätzung neben der von Luxemburg, Belgien und den Niederlanden geretteten Fortis, die sich offensichtlich am ABN-Amro-Kauf verhoben hatte, auch die Royal Bank of Scotland, die mit im ABN-Konsortium gesessen hatte. Und selbst wenn es keine schlechten Nachrichten gibt, stürzen die Kurse von Banken-Aktien wie die der französischen Natixis oder der britischen HBOS im Sog der Krise zum Teil zweistellig ins Minus.

Hat sich auch die Commerzbank übernommen?

Auch deutsche Werte wie die Commerzbank bleiben nicht verschont. Seit Anfang der Woche verlor die Aktie der deutschen Nummer zwei rund ein Viertel ihres Wertes. "In erster Linie ist die Aktie im Schlepptau der Hypo Real Estate abgestürzt", sagt Bankenexperte Konrad Becker von Merck Finck. Über ihre Tochter Eurohypo betreibt die Commerzbank - wie die HRE über die Tochter Depfa - unter anderem die Finanzierung staatlicher Großprojekten wie Flughäfen. Die Commerzbank beteuert - wie auch andere Immobilien- und Staatsfinanzierer - ihr könne etwas Vergleichbares nicht passieren, weil sie ihre Kredite langfristig abgesichert habe und nicht auf derzeit knappe kurzfristige Kredite angewiesen sei.

Dresdner-Deal muss neu bewertet werden

Bei der Commerzbank kommt die gerade erst eingefädelte Übernahme der Allianz-Tochter Dresdner Bank hinzu. "Viele verstehen einfach nicht, wie man in diesen Tagen eine Investmentbank kaufen kann", sagt Becker. Auch wenn dieser Teil des Geschäfts kräftig zurechtgestutzt werden solle, Risiken und die Kosten blieben. Zudem bekomme die Allianz durch die Werthalbierung der Commerzbank-Aktie seit Monatsbeginn derzeit nur noch rund sechs Milliarden Euro für ihre Banktochter und damit fast vier Milliarden weniger, weil das Geschäft zum Teil in Commerzbank-Aktien bezahlt werde.

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