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Aktienmarkt: Dow Jones schrammt knapp an Katastrophe vorbei


US-Börse  

Dow Jones schrammt knapp an Katastrophe vorbei

07.10.2008, 07:02 Uhr | bab, dapd, dpa-AFX, t-online.de

Händler an der New Yorker Börse haben nichts zu lachen (Foto: dpa)Händler an der New Yorker Börse haben nichts zu lachen (Foto: dpa) Auch bei den Anlegern an der Wall Street geht die Angst um: Der Dow-Jones-Index (DJI) an der New Yorker Börse verlor am Montag im Handelsverlauf über 800 Punkte - so viel wie nie zuvor an einem einzigen Tag. Bis zum Handelsschluss machte der bekannteste Börsenindex der Welt einen Teil seiner Verluste aber wieder wett und lag noch mit rund 369 Punkten oder 3,58 Prozent im Minus bei 9955 Zählern.

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Tiefster Stand seit vier Jahren

Es ist das erste Mal seit dem 29. Oktober 2004, dass der DJI wieder unter der Marke von 10.000 Punkten schließt. Zuvor hatten bereits die Aktienmärkte von Ostasien bis Europa teils massive Einbußen zu verzeichnen. Auch andere Indizes an der Wall Street mussten am Montag starke Verluste hinnehmen. Der Standard & Poor's 500 Index fiel um 42 Zähler oder 3,85 Prozent auf 1039 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 84 Zähler oder 4,34 Prozent auf 1862 Punkte.



Von Erleichterung keine Spur

Von einer Erleichterung über die Verabschiedung des Rettungsplans für die US-Finanzbranche war nichts zu spüren. Vielmehr standen Befürchtungen über eine bevorstehende übergreifende Rezession im Vordergrund, nachdem sich die Finanzkrise auch in Europa weiter verschärft hat. Die Talfahrt der vergangenen Woche wurde daher mit unvermindertem Tempo wieder aufgenommen. Wiederholt standen vor allem Finanzwerte im Mittelpunkt des Interesses.

Kleinkrieg um Wachovia

Im Übernahmekampf um die viertgrößte US-Bank Wachovia steht US-Medien zufolge als Kompromiss eine Zerschlagung des Instituts zur Diskussion. Die beiden Kaufinteressenten Citigroup und Wells Fargo verhandelten über eine Aufteilung der Bank, berichtete das "Wall Street Journal". Citigroup verklagte Wachovia zugleich auf Schadenersatz und Strafzahlungen von insgesamt 60 Milliarden Dollar (44 Mrd Euro), wenn die bereits vor einer Woche verkündete Übernahme scheitern sollte. Die Citi-Aktien verloren 5,12 Prozent auf 17,41 Dollar und die von Wachovia sanken um 6,92 Prozent auf 5,78 Dollar. Wells Fargo hielten sich dagegen mit minus 2,66 Prozent auf 33,64 Dollar vergleichsweise moderat.

Countrywide zieht Bank of America runter

Der Finanzkonzern Bank of America (BoA) stimmte nach der Übernahme des US-Immobilienfinanzierers Countrywide einem Milliardenvergleich zugunsten amerikanischer Hausbesitzer zu. Rund 400.000 in Not geratene Kreditnehmer sollen Erleichterungen von insgesamt mehr als 8,4 Milliarden Dollar erhalten. Die Einigung ist Behörden zufolge der bislang größte Vergleich dieser Art in den USA und soll den Weg für weitere Abkommen mit anderen Banken ebnen. Die BoA-Aktie gab als schwächster Wert im Dow Jones um 6,55 Prozent auf 32,22 Dollar nach.



Eli Lilly bekommt ImClone


Neben der Krise an den Finanzmärkten sorgte eine milliardenschwere Übernahme in der Pharmabranche für Schlagzeilen. Eli Lilly siegte in einem Bieterwettstreit um die US-Biotechfirma ImClone. Für rund 6,5 Milliarden Dollar wird Eli Lilly ImClone nun in bar übernehmen. Der Krebstherapie-Spezialist hat seinen Aktionären die Annahme des Angebots bereits empfohlen. Kontrahent Bristol-Myers Squibb, der ebenfalls für ImClone geboten hatte, will seine rund eine Milliarde Dollar niedrigere Offerte nicht weiter erhöhen. ImClone zählten mit plus 2,99 Prozent auf 66,90 Dollar zu den wenigen Gewinnern am Aktienmarkt. Eli Lilly gaben um 7,00 Prozent auf 38,42 Dollar nach und BMS um 5,43 Prozent auf 19,32 Dollar.

Analyse stürzt ab

Die Aktie von Alcoa schloss mit einem Abschlag von 5,87 Prozent auf 18,11 Dollar. Zeitweise war sie um mehr als 13 Prozent bis auf 16,70 Dollar eingebrochen. Das sei der größte Kursverlust seit mehr als 20 Jahren gewesen, sagten Händler. UBS-Analyst Brian MacArthur hatte seine Gewinnprognosen gesenkt und in der Folge auch das Kursziel der Aktie des größten US-Aluminiumherstellers.

US-Anleihen legen zu

Die Kurse US-amerikanischer Anleihen legten erneut zu. Am Rentenmarkt stiegen richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen um 1 Punkt und 4/32 Punkte auf 104 14/32 Punkte und rentierten mit 3,462 Prozent. Der Euro gab kräftig nach, erholte sich aber zeitgleich mit der leichten Entspannung am US-Aktienmarkt und notierte am späten Abend wieder über 1,35 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3634 (Freitag: 1,3834) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7335 (0,7229) Euro.

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