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Börsen & Märkte  

DAX fällt auf tiefsten Stand seit 2006

06.10.2008, 23:41 Uhr | mash, dpa-AFX , t-online.de

Börsen weltweit gehen auf Talfahrt (Foto: dpa)Börsen weltweit gehen auf Talfahrt (Foto: dpa) Der neue Höhepunkt der Finanzkrise hat dem deutschen Aktienmarkt am Montag erneut herbe Verluste beschert. Neben der Krise des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate machten neue Hiobsbotschaften aus der europäischen Bankenbranche den Anlegern zu schaffen, sagten Börsianer. Der DAX schloss mit einem Minus von 7,1 Prozent bei 5387 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit Juni 2006. Zeitweise war er bis auf 5292 Zähler gefallen. Der Kurs des Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 13 Monaten. Auch in New York dominieren nach wie vor die Verluste: Der Dow Jones fällt nach Handelsbeginn erstmals seit vier Jahren wieder unter den Stand von 10.000 Punkten.

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Nur Bund-Anleihen legen zu

Der MDAX verlor 8,7 Prozent auf 6132 Punkte und notierte damit sogar auf dem tiefsten Stand seit Mitte 2005. Der TecDAX fiel um 11,3 Prozent auf 604 Zähler und markierte damit ebenfalls ein Zweijahrestief. Der L-DAX lag gegen 19.15 Uhr bei 5365 Punkten. Der L-TecDAX notierte bei 607 Zählern, und der L-MDAX stand bei 6128 Punkten. Der Bund Future legte um 0,5 Prozent auf 117 Zähler zu. Der Kurs des Euro fiel deutlich: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3634 Dollar fest. Die Feinunze Gold notiert um 19.15 Uhr bei rund 865 US-Dollar, ein Barrel leichtes US-Rohöl wurde am Abend zu 88,98 US-Dollar gehandelt.

US-Börse: Erleichterung schnell vorbei

Bereits kurz nach Handelsbeginn wich an der Wall Street die Erleichterung über die Verabschiedung des Rettungsplans für die US-Finanzbranche rasch erneuten Zweifeln. Es mehrten sich Befürchtungen einer bevorstehenden übergreifenden Rezession, nachdem sich die Finanzkrise auch in Europa weiter verschärft hat. Die Talfahrt der vergangenen Woche wurde deshalb mit unvermindertem Tempo wieder aufgenommen. Der New Yorker Aktienindex Dow Jones stürzte zeitweise auf 9985 Punkte ab - ein Minus von 3,3 Prozent. An der NASDAQ verlor der Composite-Index 4,4 Prozent auf 1861 Zähler. Der S&P 500 fiel um sechs Prozent auf 1033 Punkte. Der ins Schlingern geratene US-Bankkonzern Wachovia könnte Presseberichten zufolge vor seiner Zerschlagung stehen. So berichtet das „Wall Street Journal" in seiner aktuellen Ausgabe, dass die möglichen Interessenten Citigroup und Wells Fargo über eine Aufteilung der Bank verhandelten. Wachovia verlieren 9,7 Prozent auf 5,61 Dollar, während Citigroup um 11,4 Prozent auf 16,25 Dollar abbauen. Well Fargo fallen um 5,4 Prozent auf 18,42 Dollar.

Internationale Börsenkurse stürzen ab

Auch an den wichtigsten Börsen Lateinamerikas lösten die Turbulenzen Panik aus. Nachdem der Leitindex Bovespa im brasilianischen São Paulo um 15,1 Prozent kollabierte, wurde der Handel um 11.44 Uhr Ortszeit zum zweiten Mal für eine Stunde ausgesetzt. Auch die Börsen in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires und in Mexiko-Stadt fielen zeitweise um rund zehn Prozent. Auch der russische Aktienmarkt brach erneut ein. Während des Tagesverlaufs musste das zähe Geschäft dreimal ausgesetzt werden. Der RTS-Interfax-Index des Computerhandels in Moskau verlor 19,1 Prozent auf 866,39 Punkte. Bereits am Freitag hatte der Index um 7,1 Prozent nachgegeben.

Minus 14 Prozent - Börse Moskau bricht ein

"Vertrauenskrise, wie es sie bisher nicht gegeben hat"

Die Kursstürze sind nach Einschätzung von Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz "Symptom einer Vertrauenskrise, wie es sie bisher nicht gegeben hat". Die staatlichen Eingriffe wie das US-Rettungspaket, die Milliarden-Kreditlinie für die Hypo Real Estate und die Garantie der Bundesregierung für Spareinlagen seien "notwendige Hilfsmaßnahmen" gewesen. "Doch es gibt keinerlei positive Tendenzen aus dem Markt heraus, etwas, das den Markt von innen stabilisiert", sagte der Aktionärsschützer gegenüber AP.

Interbankenvertrauen angekratzt

"Das Vertrauen der Anleger ist durch die Krise der Hypo Real Estate sehr stark angekratzt", sagte Helaba-Marktstratege Christian Schmidt. Auch das Verhältnis unter den Banken habe sich immer noch nicht normalisiert. Zudem werde immer mehr erwartet, dass die Ausweitung der Finanzkrise auch Spuren in der Realwirtschaft hinterlassen werde. Es sei damit zu rechnen, dass der Abwärtstrend anhalte.

Die Lage ist ernst

Die Finanzmarktkrise bezeichnete Cabras als sehr ernst. "Wenn die Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst ein Signal setzt, dann kann man schon daran sehen, wie ernst die Lage ist", sagte er unter Verweis auf die Übernahme der Staatsgarantie für Spareinlagen in Deutschland. Für die nächste Zukunft gelte: "Das Tollste, was dem Markt passieren kann, ist, dass er daraus lernt: Transparenz, Transparenz, Transparenz - damit so etwas nie wieder passiert."

Wortlaut - Angela Merkel: "Spareinlagen sind sicher"

Angst dominiert den Parketthandel

Händler am Frankfurter Parkett befürchten, dass weitere Banken Pleite gehen könnten. "An der Börse kursiert die Angst", sagte ein Aktienhändler. "Jetzt wird geguckt, wer noch alles Leichen im Keller haben könnte und als nächstes über die Wupper geht. Inzwischen hängt die gesamte Realwirtschaft am Tropf. Rezessionsängste und Sorgen vor einer Weltwirtschaftskrise belaste die Kurse." Die Aktien der Finanzbranche stürzten ab und rissen auch andere Titel mit in die Tiefe.

Europäisches Umfeld: "Katastrophe"

Daneben belastete nach Meinung von Marktteilnehmern auch das europäische Umfeld die Branche, ein Analyst bezeichnete es als "Katastrophe". Die UniCredit kündigte zum Wochenauftakt eine Kapitalerhöhung an. Die französische BNP Paribas übernimmt nach der Verstaatlichung der niederländischen Aktivitäten des Finanzkonzerns Fortis dessen Geschäft in Belgien und Luxemburg.

Zweistellige Verluste bei Finanzwerten

Die Finanzwerte gerieten entsprechend unter Druck und verbuchten zweistellige Verluste. Allen voran verloren die Titel der Hypo Real Estate (HRE) 37,4 Prozent auf 4,70 Euro. In der Nacht zum Montag einigten sich Regierung und Finanzwirtschaft nach zähem Ringen auf ein neues Rettungspaket für den Immobilienfinanzierer. Dieses umfasst insgesamt 50 Milliarden Euro. "Ein Desaster", kommentierte ein Börsianer offensichtliche Fehleinschätzungen des Finanzierungsbedarfs beim Immobilienfinanzierer.

Hypo Real Estate - Rettung in letzter Minute

Platzt die Übernahme der Dresdner Bank?

Aktien der Commerzbank stürzten im Montagshandel um 12,1 Prozent auf 12,15 Euro. Der "Euro am Sonntag" zufolge muss die Commerzbank Vermögensgegenstände der Allianz-Tochter Dresdner Bank neu bewerten, um zusätzliche Risiken im Zuge Finanzmarktkrise zu berücksichtigen. Laut einem Börsianer könnte dies Gerüchte wieder aufwärmen, denen zufolge die Fusion zwischen der Commerzbank und der Dresdner Bank platzen könnte. Allianz-Titel verloren 4,5 Prozent auf 94,65 Euro. Aktien der Deutschen Bank fielen um 8,9 Prozent auf 47,60 Euro. Die Papiere der Deutschen Postbank gaben 4,4 Prozent auf 30,30 Euro nach. Im MDAX brachen Aareal Bank um 17,3 Prozent auf 7,43 Euro ein.

Premiere bricht ein

Im MDAX brachen Premiere ein und verloren 29,4 Prozent auf 3,25 Euro. Nach dem Eingeständnis künstlich aufgeblähter Abonnentenzahlen gerät die Premiere-Spitze immer mehr unter Druck. In den Reihen der Anteilseigner werde bezweifelt, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Grosskopf seine Kontrollpflichten ausreichend erfüllt habe, berichtet das "Handelsblatt" aus Branchenkreisen.

Japan-Börse auf Fünf-Jahres-Tief

Der Nikkei-Index in Tokio hatte am Morgen miserabel begonnen: Er stürzte um 4,3 Prozent (465 Punkte) auf 10.473 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit fünf Jahren. Der breit gefasste TOPIX fiel erstmals seit Dezember 2003 unter die psychologisch wichtige Marke von 1000 Punkten und ging beim Stand von 999 Punkten aus dem Markt. Das entspricht einem Verlust im Vergleich zum Schlussstand am Freitag von 48,9 Punkten oder 4,7 Prozent. Die Börse in Hongkong schloß mit einem Minus von fünf Prozent bei 16804 Punkten. Der Straits Times Index in Singapur verlor 5,7 Prozent und rutschte auf 2168 Punkte. Bangkok schloß mit 551 Punkten, ein Minus von 6,5 Prozent.

Sorgen über Rezession in Europa

Am japanischen Markt herrscht laut Analysten große Sorge über die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die reale Wirtschaft in Japans wichtigen Exportmärkten. So gleite die europäische Wirtschaft sogar noch schneller in eine Rezession als die der USA. Die allergrößte Sorge für Japan ist, dass die Finanzkrise als als nächstes Asien und vor allem China erfasst. Unterdessen begann die japanische Zentralbank heute ihre zweitägige Ratssitzung. Zwar erwarten Beobachter, dass die Bank von Japan diesmal noch die Zinsen unverändert belässt. Branchenkenner spekulieren aber zunehmend über eine Zinssenkung zum Ende des Jahres.

Japanische Notenbank versucht erneut zu stützen

Unterdessen pumpte die japanische Zentralbank am 14. Handelstag in Folge erneut eine Billion Yen (6,9 Milliarden Euro) in den Geldmarkt, um für Stabilität zu sorgen und die Banken zu ermuntern, sich gegenseitig wieder Mittel zu leihen.

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